Wochenausblick Aktien

veröffentlicht am 29. Juli 2021

Wochenausblick Aktien

Zahlenreigen auf der Unternehmensebene

In den letzten Handelstagen fiel vor allem die teils gegensätzliche Kursentwicklung an den internationalen Börsenplätzen ins Auge. Während sich die Notierungen an der Wall Street abermals zu neuen historischen Rekorden hangelten, stagnierten die Kurse in Europa per Saldo. Die harscheren Regulierungsanstrengungen der chinesischen Regierung im heimischen Unternehmenssektor mündeten an den asiatischen Märkten unterdessen in temporär starken Abschlägen.

Zuletzt standen zur Begutachtung durch die Marktteilnehmer zahlreiche wichtige Datenpunkte auf dem Programm. Gleich zu Wochenbeginn enttäuschte der vielbeachtete ifo Geschäftsklimaindex mit einem unerwarteten Rückgang. Globale Lieferengpässe und die Sorgen vor einer vierten Corona-Welle drückten auf das Gemüt der befragten Firmenlenker. Jenseits des Atlantiks kletterte hingegen die Stimmung der US-amerikanischen Verbraucher auf den höchsten Stand seit anderthalb Jahren.

Eine erhöhte Aufmerksamkeit zog ferner die auf Hochtouren laufende Unternehmensberichtssaison hierzulande und in Übersee auf sich. Obwohl viele Berichterstattungen in Relation zu den Konsensprognosen positiv und mitunter sehr positiv überraschen konnten, fiel die direkte Kursreaktion meistens deutlich weniger spektakulär aus. Selbst die schwindelerregenden Milliardengewinne der US-Technologieheroen verpufften etwas.

Wie geht es weiter?

Bei aller demonstrierten Robustheit fehlt den Börsenbarometern gleichzeitig auch ein bisschen Schlagkraft nach oben. Die zu beobachtenden Reaktionsmuster legen nochmals nahe, dass – wie schon seit Längerem erwartet – sehr viel Positives vorweggenommen und eingepreist wurde.

Dabei fand das unterstellte konjunkturelle Erholungsszenario in seiner dynamischen Form seitens des Internationalen Währungsfonds (IWF) kürzlich Bestätigung. Auf eine weltweite Wachstumsrate von 6,0 Prozent im aktuellen Turnus soll nach den jüngsten aufwärtsrevidierten Projektionen eine gesamtwirtschaftliche Verbesserung von nunmehr 4,9 Prozent in 2022 folgen. Jenes müsste die günstigen operativen Aussichten international tätiger Konzerne stützen.

Gleichwohl gilt festzuhalten, dass der Hochpunkt der Dynamik in dem laufenden Zyklus sowohl auf konjunktureller als auch der Unternehmensebene ziemlich sicher mit dem Abschluss des zweiten Quartals hinter uns liegt.

Die Großzügigkeit der wichtigsten Notenbanken ist den Aktienanlegern weiterhin gewiss und unterstützt die Vermögenspreisinflation grundsätzlich. Die US-Währungshüter haben ihren ultralockeren Kurs auf ihrer Sitzung in dieser Woche erwartungsgemäß glaubhaft versichert. Klar ist aber auch, dass eine Reduzierung der immensen Geldspritzen auf der Zeitachse immer näher rückt.

In Anbetracht dieser Voraussetzungen halten wir das zusätzliche Kurspotenzial in der zweiten Jahreshälfte 2021 weiterhin für begrenzt. Eine zwischenzeitliche Konsolidierung in den luftigen Höhen erachten wir für gesund.

 

Stand 29.07.2021