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Quelle: Bloomberg
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Rückblick:
Die ablaufende Woche war von einem kräftigen Renditeanstieg am langen Ende geprägt. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen überschritt erstmals seit 2011 die Marke von 3,25 %. In den USA wurden mit 5,34 % bei der 30-jährigen Rendite sogar die höchsten Werte seit 2007 erreicht. Neben wieder aufgeflammten Inflationssorgen (z.B. lagen die deutschen Erzeugerpreise mit 3,0 % zum Vorjahr deutlich über der Erwartung von 2,5 %) und einem anhaltend erhöhten Ölpreis, gibt es auch zunehmend sorgen um die globale Staatsverschuldung. In den USA fielen die letzten drei Netto-Zolleinnahmen negativ aus. Das heißt, es wurde mehr Geld für zu Unrecht erhobene Zölle zurückgezahlt als durch neue Zölle eingenommen wurde. Entsprechend taugt das Instrument nicht zur Gegenfinanzierung der immensen Steuersenkungen durch die Big Beautiful Bill. Die Marktbewegung lässt auch die US-Regierung nicht unbeeindruckt. So reagierte Scott Bessent mit der Ankündigung mehr langlaufende Staatsanleihen zurückkaufen zu wollen. Da dies aber nicht den Schuldenberg schmälert, sondern ihn lediglich ans kurze Ende der Renditestrukturkurve verschiebt, verlor der US-Dollar kräftig an Wert und die kurze Entspannung beim Renditeniveau verpuffte schnell wieder.
Bei den Makro-Daten zeigte sich eine gewisse Abkühlung der chinesischen Konjunktur. Auch in den USA waren die Konjunkturindikatoren, insbesondere aus dem Immobiliensektor, aber auch beim Einzelhandelsumsatz, eher schwach. Im Euroraum konnten die Stimmungsindikatoren dagegen positiv überraschen. Die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe lagen durch die Bank über den Erwartungen. Beim Dienstleistungssektor zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Index für den gesamten Euroraum konnte sich stabil halten, in Deutschland und Frankreich sank der Subindex jedoch.
Ausblick:
In der kommenden Woche erscheinen weitere Stimmungsindikatoren. Für die deutsche Wirtschaft sind dies der ifo Geschäftsklimaindex und das GfK-Konsumklima. In den USA das Verbrauchervertrauen des Conference Board. Noch spannender dürften aber die Inflationsdaten werden. Innerhalb des Euroraums erscheinen die Werte für Frankreich und Spanien noch vor dem Wochenende. In den USA gibt es die Kernrate der persönlichen Konsumausgaben (Core-PCE). Zusätzlich ist zum Ende des Sommers auch wieder die jährliche Revision der Arbeitsmarktdaten in den USA fällig. Außerdem startet am Donnerstag das Symposium in Jackson Hole, das alljährliche Treffen der wichtigsten Notenbanker der Welt. Die genaue Agenda wird traditionsgemäß erst direkt zum Auftakt des Symposiums veröffentlicht, das übergeordnete Thema wird dagegen schon im Vorjahr besprochen. Diesmal wird es um finanzielle Innovationen („Financial Innovation: Implications for Payments and Policy“) gehen. Vermutlich verbergen sich dahinter Vorträge zu Krypto- und digitalen Zentralbankwährungen sowie die Auswirkungen von KI auf das Bankenwesen. Wichtigster Fixpunkt ist aber die Keynote-Rede des (noch immer recht neuen) Fed-Chefs Kevin Warsh am Freitag.
Deutschland: ifo Geschäftsklimaindex
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Nach dem deutlichen Einbruch in Folge des Iran-Kriegs erholte sich der ifo Geschäftsklimaindex seit Mai wieder etwas. Zuletzt, also im Juli, lagen die Einschätzung der aktuellen Lage (86,5 Punkte) und die Erwartung zur zukünftigen Entwicklung (86,7 Punkte) wieder weitgehend gleichauf. Mit Blick auf die mittlere Frist zeigt sich, dass sich die Lageeinschätzung (schwarze Linie in der Grafik oben) seit Ende 2024 auf niedrigem Niveau stabilisiert hat. Der Subindex zur Erwartung (blaue Linie) hat sich im Jahresverlauf 2025 verbessert und zwischenzeitlich sogar den höchsten Wert seit Februar 2022, also vor Beginn des Ukraine-Kriegs, erreicht. Nach dem Iran-Krieg-Dämpfer bleibt jetzt zu hoffen, dass wieder Werte über 88 Punkte erreicht werden. Wir erwarten dies zwar noch nicht für den August-Wert, rechnen aber mit einer weiteren leichten Verbesserung.
USA: Verbrauchervertrauen Conference Board
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Das Verbrauchervertrauen in den USA ist weiterhin auf einem äußerst niedrigen Niveau. Rückschläge, z.B. durch Corona, den Ukraine-Krieg oder die Einführung flächendeckender (illegaler) Zölle, wurden in der Vergangenheit nicht mehr komplett aufgeholt sondern führten jeweils tendenziell zu einer Niveauverschiebung nach unten. Dieses tiefe Niveau hält sich nun schon seit über einem Jahr. Der Index der Universitität Michigan für das Konsumklima erreicht mit 48,2 Punkten im Mai sogar einen historischen Tiefpunkt. Das Verbrauchervertrauen gemäß Conference Board korreliert stark mit dem Index der Uni Michigan, schreitet aber nicht zwangsläufig immer im Gleichlauf voran. Ein Grund für die Abweichung ist, dass das Conference Board sich etwas mehr auf die Arbeitsmarkt-Situation fokussiert, während bei der Uni Michigan das Preisniveau bzw. die Inflation stärker gewichtet ist. Lange Zeit war das schwache Konsumklima nicht im US-Einzelhandel spürbar, zuletzt mehren sich aber die Anzeichen dafür, dass der Konsum doch etwas abkühlt. So reduzierte sich der Einzelhandelsumsatz im Juli um 0,6 % zum Vormonat. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,2 %, so wie im Monat zuvor. Auch Zahlen des Einzelhandelsriesen Walmart fielen zuletzt schwächer aus als erwartet. Für den August-Wert prognostiziert der Konsens einen Wert von 90,2 für das Verbrauchervertrauen des Conference Board.


