Wochenausblick Aktien

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Allzeithoch beim DAX in Reichweite

In den vergangenen Tagen haben die Aktienmärkte rund um den Globus ihre Klettertour fortgesetzt. Hiervon konnte auch der Deutsche Aktienindex (DAX) profitieren, der weit in den 13.000er Bereich vorankam und nur noch rund 300 Punkte von seinem Allzeithoch von knapp 13.600 Punkten entfernt ist. Treiber waren die alten Bekannten: Im Handelskonflikt zwischen den USA und China gab es erneut Entspannungssignale, auch wenn ein Treffen zwischen dem US-Präsidenten und seinem chinesischen Gegenspieler wohl nicht mehr in diesem Monat stattfinden soll. Gleichzeitig sorgten auch die Unternehmen mit ihren Quartalsberichten für positive Impulse. Die in den vergangenen Monaten immer weiter reduzierten Erwartungen konnten, trotz insbesondere in zyklischen Bereichen unverändert schwieriger Ausblicke, deutlich übertroffen werden. Als dritter wesentlicher Faktor gaben auch leicht besser als erwartet gemeldete Konjunkturdaten eine Stütze.

Ist es jetzt Zeit für erste Gewinnmitnahmen?

Angesichts der mittlerweile wieder deutlich besseren Stimmung an den Aktienmärkten stellt sich die Frage wie es in den nächsten Wochen weitergeht. Saisonal typisch wäre eine Jahresendrallye. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Aktienmärkte in diesem Jahr schon weit nach oben geklettert sind. Nach dem starken Anstieg der vergangenen Wochen dürften die Schubkräfte insbesondere beim DAX in Annäherung an die alten Höchststände an Kraft verlieren. Gemessen an herkömmlichen Bewertungsmodellen hat der DAX sein „faires” Bewertungsniveau erreicht. Infolgedessen nimmt auch die Anzahl der Kaufempfehlungen auf Einzeltitelebene tendenziell ab.

Beim wichtigsten Treiber für die Kapitalmärkte, der großzügigen Geldpolitik der Notenbanken, sehen wir keine Anzeichen für eine Änderung des Kurses. Kurzfristig dürften damit aber auch neue Impulse ausbleiben. Mit Blick auf Unternehmensgewinne und Konjunktur beobachten wir zwar derzeit eine gewisse Stabilisierung. Von einem grundsätzlich positiveren konjunkturellen Momentum zu sprechen wäre jedoch verfrüht. Grundlegende Herausforderungen für die Weltwirtschaft wie ein mit dem Handelskonflikt derzeit zu beobachtender De-Globalisierungstrend, und schwelende Brandherde, wie der ungeklärte Brexit sind derzeit in den Hintergrund getreten, können jedoch schnell wieder als Bremsklotz an die Aktienmärkte zurückkehren. Vor diesem Hintergrund empfehlen wir flexiblen Anlegern, in Annäherung an historische Höchstkurse eine etwas vorsichtigere Haltung einzunehmen und einen Teil der aufgelaufenen Kursgewinne zu realisieren.

Stand 07.11.2019