Inflationsrate stieg im Juli auf 1,7%

Veröffentlicht am 13. August 2019

Inflationsrate stieg im Juli auf 1,7%

 

Der Preisauftrieb hat sich im Juli in Deutschland etwas beschleunigt. Das Statistische Bundesamt bestätigte die vorläufige Schätzung, die Inflationsrate kletterte von 1,6% auf 1,7% .

Plus 0,5% zum Vormonat

Im Vormonatsvergleich legte der Verbraucherpreisindex im Juli um 0,5% zu. Die monatlichen Steigerungen reichten von 0,3% in Bayern und Berlin-Brandenburg über 0,4% in Baden-Württemberg, Nordrhein Westfalen und Sachsen bis hin zu 0,5% in Hessen.

Plus 1,7% zum Vorjahr

Im Vorjahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise im Juli um 1,7%. Das Wohnen insgesamt war 1,9% teurer als ein Jahr zuvor. Während die Nettokaltmieten im Vorjahresvergleich um 1,4% zulegten, verteuerte sich die Haushaltsenergie um 3,5%.

Nahrungsmittel kosteten 2,1% mehr, Bekleidung und Schuhe sogar 3,6%. Kraftstoffe dagegen waren lediglich 0,2% teurer, Diesel verbilligte sich sogar um 1,9%.

Plus 1,6% im Gesamtjahr 2019

Unsere Projektionen ergeben für den weiteren Jahresverlauf Inflationsraten zwischen 1,5% und 2%. Zum Jahresende hin dürften sie die Zwei vor dem Komma annehmen.

In der Annahme, dass es trotz des verschärften USA-Iran-Konfliktes keine “Ölpreisexplosion” gibt, zeichnet sich für das Gesamtjahr eine Inflationsrate von 1,6% ab. Im Vorjahr waren es 1,7%.

Die Kernrate zieht an

Fast unbemerkt hat sich die ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise ermittelte Kernrate der Inflation nach oben bewegt. Sie lag im Juli bei 1,6% und dürfte zum Jahresende die Marke von 2% überschreiten. Gleichwohl wird sie im Jahresdurchschnitt voraussichtlich nur bei 1,7% liegen. Dieser Wert zeichnet sich auch für 2020 ab.

Fazit: EZB dürfte Geldpolitik weiter lockern

Die Inflationsrate liegt damit weiter spürbar unter dem Zielwert der EZB von “nahe, aber unter 2%”. Selbst wenn sie ihn überschreiten sollte, wird die EZB nicht auf die monetäre Bremse treten und die Zinsen erhöhen.

Auf der jüngsten Sitzung des EZB-Rates wurde noch einmal klar unterstrichen, dass das Inflationsziel symmetrisch sei. Es kann problemlos übertroffen werden, wenn die Inflationsraten zuvor längere Zeit unter dem Zielwert waren.

Vor diesem Hintergrund dürfte die EZB ihre Geldpolitik weiter lockern.

Wir gehen daher davon aus, dass der EZB-Rat Mitte September den Einlagesatz für Banken (“Strafzins”) von derzeit minus 0,40% auf minus 0,50% reduziert.