Wochenausblick Aktien

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Was macht die von Trump gescholtene US-Notenbank?

Ob die US-Notenbank die erhoffte Zinssenkung nach den jüngsten Beleidigungen durch den US-Präsidenten kurzfristig beschließt, darf bezweifelt werden.

Am inländischen Aktienmarkt setzte sich in der verkürzten Handelswoche nach Pfingsten der Aufwärtstrend fort. Der Deutsche Aktienindex (DAX) verharrte zunächst im 12.000-er Bereich, ehe er in Richtung 12.200 Punkte kletterte. Treibende Kraft waren die wachsenden Hoff-nungen auf deutlich niedrigere Leitzinsen in den USA. Die Zinssenkungsfantasien wurden angefeuert vom US-Präsidenten, der der US-Notenbank (Fed) bescheinigte, „sie habe keine Ahnung”. Der Bilanzabbau der Fed sei lächerlich, der amerikanische Leitzins sei zu hoch und der Wechselkurs des Euro zu niedrig. Der Euro löste sich daraufhin weiter von den diesjährigen Tiefständen und kletterte über die Marke von 1,13 USD. Unter den Einzelwerten verzeichnete der Medienkonzern Axel Springer kräftige Kursgewinne, nachdem der Finanzinvestor KKR im Rahmen einer strategischen Partnerschaft ein Übernahmeangebot angekündigt hatte. Interessant gestaltete sich die Entwicklung des Goldpreises, der einen erneuten Anlauf auf die bei rund 1.360 USD verlaufende technische Widerstandslinie unternahm.

Wir geht es weiter?

Mit Spannung warten die Marktteilnehmer auf die Sitzung der amerikanischen Notenbank (Fed). Diese hatte signalisiert, mögliche negative Folgen des Handelsstreits zwischen den USA und China mit einer Lockerung der Geldpolitik abzufedern. Ob der Offenmarktausschuss der Fed die dadurch ausgelösten Zinsfantasien bereits kurzfristig bedient, ist nach den jüngsten schweren Be-leidigungen durch den US-Präsidenten zu bezweifeln. Um ihre Unabhängigkeit von der Politik zu unterstreichen dürfte die Fed vielmehr den Leitzins zunächst unverändert lassen. Anderenfalls könnte am Markt die Vorstellung aufkommen, der Notenbankpräsident sei „Trumps Pudel”. Es spricht also wenig dafür, dass die US-Leitzinsen kurzfristig gesenkt werden. Dies dürfte den Aktienmarkt belasten. Für mehr Zuversicht könnten dagegen Signale der chinesischen Führung sorgen, schon bald weitere Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft zu ergreifen. Im Rahmen einer „enginereed stability” unternimmt China nahezu alles, um die konjunkturellen Zielvorgaben zu erreichen. Positive Daten aus China beflügeln in der Regel den deutschen Aktienmarkt. Alles in allem bewegt sich der DAX also im Spannungsfeld möglicher Enttäuschungen aus den USA und Unterstützung aus China. Vor diesem Hintergrund könnte der aktuelle Aufwind noch etwas anhalten, dürfte jedoch kaum ausreichend sein, um neue Jahreshöchststände zu erreichen.

 

Stand 13.06.2019