In den vergangenen Wochen gerieten die globalen Anleihemärkte von vielen Seiten stark unter Druck. Dies führte zu schnellen und starken Renditeanstiegen. In diesem Umfeld hielten die EZB und die Fed im September richtungsweisende Sitzungen ab. Lesen Sie hier unsere Einschätzungen zu den aktuellen Geschehnissen und unserer Sicht auf die mögliche weitere Entwicklung.
Anlagestrategie
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Wir befinden uns inmitten einer Phase, in der die besonders geburtenstarken Jahrgänge (1955 bis 1964) – die sogenannten Babyboomer – begonnen haben, den Ruhestand anzutreten.
Der demografische Wandel geht mit Herausforderungen für den Gesundheitsmarkt einher. Der Bedarf einer älter werdenden Bevölkerung nach innovativen Therapien, die Behandlungskosten und der Wohlstand für höhere Gesundheitsaufwendungen nehmen zu.
Die demografische Entwicklung sollte Aktien aus dem Gesundheitssektor einen gewissen Rückenwind verleihen. Während dies im Biotechnologiesegment durchaus zu beobachten ist, lässt sich geradezu das Gegenteil für Werte aus dem Medizintechnik-Sektor wahrnehmen.
Warum sich hier eine interessante Ausgangslage für Anleger ergibt, erfahren Sie hier.
KI schlägt Makro: Chancen nutzen, Resilienz leben
Das erste Halbjahr 2026 hat die unberechenbare Dynamik der Kapitalmärkte eindrucksvoll demonstriert. Wir erleben eine Marktphase, in der technologische Megatrends die klassischen makroökonomischen Kräfte in den Schatten stellen. Die generative Künstliche Intelligenz (KI) ist eine neue Basistechnologie, die das Potenzial hat, branchenübergreifend in fast alle Wirtschafts- und Lebensbereiche vorzudringen und tiefgreifende Veränderungen mit sich zu bringen. Sie überstrahlt derzeit klassische konjunkturelle Indikatoren, wirtschaftspolitische Entscheidungen und zuletzt sogar die Geopolitik. Deshalb widmen wir dem dominierenden Themenkomplex dieser Tage auch entsprechende Aufmerksamkeit in unserem Halbjahresausblick.
Lesen Sie hier unsere Ausarbeitung.
Aktionäre in Aktion: Es muss nicht immer Omaha sein
Was zählt bei der Wahl einer Aktie? Kühles Kalkül, keine Frage. Doch ein Trip zur Hauptversammlung bringt oft genug auch einen Schuss Emotionen ins Spiel
Was Woodstock für die Hippies war, was Bayreuth immer noch für Wagner Liebhaber ist, das ist – oder war? – Omaha für die Aktionärswelt: ein Wallfahrtsort. Schließlich ist diese amerikanische Stadt am Missouri alljährlicher Schauplatz der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway, dem von Warren Buffett gegründeten Konglomerat. Ob der Kultstatus des Events in seiner weltweiten Strahlkraft erhalten bleibt, ist allerdings noch nicht abzuschätzen, denn im vergangenen Jahr lieferte die Legendengestalt Buffett dort seinen letzten Auftritt als Chef der Beteiligungsgesellschaft. Mit 95 Jahren und einer gigantischen Lebensleistung im Rückblick kann man sich ja tatsächlich allmählich zur Ruhe setzen.
Abgesehen von diesem Abgang ist die „Eintrittskarte“ für die Veranstaltung nicht eben mal so nebenbei erworben – zumindest notieren die Class A Aktien von Berkshire Hathaway deutlich über 600 000 Euro. Immerhin haben Besuche von Hauptversammlungen von Aktiengesellschaften auch ohne Fernreisen durchaus ihren Reiz, und der erschöpft sich keineswegs in den Imbissen, die dort den Aktionären gereicht werden. Nein, Bezüge und Beziehungen, die so vor Ort zwischen Anleger und Unternehmen gefestigt oder im ungünstigen Fall auch infrage gestellt werden, bilden einen belebenden Kontrast zum passiven Investieren in börsengehandelte Indexfonds. Anders als in dieser stocknüchternen Welt zeigt sich hier oft genug vor Ort: Die Seele investiert ja mit und das teilweise auch monetär ausgesprochen erfolgreich.
Dass der Investor nicht nur mit kühler Berechnung, sondern auch mit einer kleinen Zugabe an Emotionen ans Werk geht, gilt in unseren Zeiten fast schon als anrüchig. Nicht umsonst hat sich mit der „Behavioral Finance“ ein wichtiges Forschungsgebiet mit den Tücken unseres Innenlebens befasst und in Versuchsreihen und Analysen herausgearbeitet, welche psychischen Fallstricke beim Agieren in Finanzdingen drohen – tatsächlich nicht eben wenige. Und natürlich soll hier jetzt auch kein Loblied auf Gefühlsduselei gesungen werden. Ganz im Gegenteil: Die Ratio sollte selbstverständlich den Ausschlag beim Investieren geben. Und das dürfte beispielsweise auch bei der überwältigenden Mehrzahl der Aktionäre von Berkshire Hathaway der Fall gewesen sein. Auch 2026 sind wieder Zehntausende von ihnen zum „Woodstock des Kapitalismus“ nach Omaha gereist. Alle anderen konnten die Veranstaltung live auf CNBC verfolgen, als Pendant zur Reisedokumentation quasi.
Keine Frage, seit dem Siegeszug des Internets hat das Investieren an sinnlichen Qualitäten verloren, Bits und Bytes ersetzen den Anteilsschein, der tatsächlich noch ein Schein war, den man sich auf Wunsch auch an die Wand hängen konnte. Börsianer, die noch ihren Auftritt mit Geschrei und großer Gestik auf dem Börsenparkett abliefern, sind Randerscheinungen von geradezu folkloristischer Qualität geworden. Selbst Hauptversammlungen werden besonders seit der Corona Pandemie zunehmend zu Online Veranstaltungen. Schade einerseits. Andererseits sollten nostalgische Emotionen nicht den klaren Blick auf die Vorteile der zeitgemäßen Nüchternheit verschleiern.
Und diese Vorteile liegen auf der Hand: Effizienz, Transparenz, Geschwindigkeit. Und dabei geht es um Vorteile, die sich unbestreitbar für den Investor auszahlen. Nicht zu vergessen ist auch ein weiterer Pluspunkt, die Demokratisierung des Kapitalmarkts. Der leichte Zugang, den die digitale Ära mit sich gebracht hat, kostengünstige Finanzprodukte mit abgefedertem Risiko, speziellen Themen und Ausrichtungen sind und waren Türöffner für eine große Zahl auch junger Menschen – unter den Bedingungen der „guten alten“ analogen Zeiten haben nur wenige von ihren Altersgenossen den Weg an die Börse gefunden. Und gerade angesichts der demografischen Entwicklung ist es doch zu begrüßen, dass die Barrieren für den Börsenzugang gefallen sind.
Und doch: In Zeiten der digitalen Verwahrung, in denen der Aktionär seine Aktien nie buchstäblich zu fassen bekommt, hat es schon eine gewisse Qualität, altmodisch analog eine Jahreshauptversammlung zu besuchen. Zumindest, falls man die Zeit findet, das Interesse aufbringt … und solange diese Veranstaltungen nicht allesamt auch zu Online Phänomenen geworden sind. Nur sollte man bei DAX Unternehmen nicht unbedingt die gewitzten Show Qualitäten mit Tiefgang erwarten, für die Warren Buffett über Jahrzehnte stand.
Alles in allem von unserer Seite der spezielle Akzent zum Thema Reisen: „Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen“ – und das vielleicht als Aktionär vom Besuch einer Hauptversammlung.
Ob infolge des sogenannten „Liberation Day“ im April 2025 oder in der Eskalation im Nahen Osten Ende Februar bzw. Anfang März 2026: Phasen der Verunsicherung kehren immer wieder zurück, Aktienmärkte fallen dann in der Regel, weisen aber langfristig eine positive Tendenz auf. Warum sich Wandelanleihen als resiliente Anlageklasse in dieser Gemengelage eignen und warum sich Aktie und Anleihe sehr gut ergänzen können, erfahren Sie hier.
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Was tun, wenn Werte wie Kurs-Gewinn-Verhältnis und Kurs-Buchwert-Verhältnis über dem historischen Durchschnitt liegen? Wird die Luft auf den Aktienmärkten allmählich dünn? Und wie wäre es da mit alternativen Wertanlagen, Kunstwerken zum Beispiel?
Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst“, befand Friedrich von Schiller. Zumindest dem ersten Teil dieses Statements ist man heute geneigt zuzustimmen – Handelskriege, Zoll-Attacken bisher unbekannter Heftigkeit und Unberechenbarkeit, überbordende Staatsschulden, dazu geopolitische Verwerfungen … Das aktuelle ökonomische und politische Szenario ist eher für eine ernste Gemütsverfassung gut.
Und der anhaltende Anstieg der Aktienkurse im Bereich der Künstlichen Intelligenz, taugt der als Stimmungsaufheller für Investoren? Oder steigert er das mulmige Gefühl noch weiter? Sind wir schon im Bereich der Übertreibung angekommen, bahnt sich vielleicht bereits ein Rücksetzer an? Was stellt diese KI mit mir persönlich und der Menschheit im Allgemeinen an?
Mancher mag da auf den Gedanken kommen, einen Teil des Anlagekapitals lieber auf die laut Schiller heitere Seite zu verlegen. Investieren lässt sich schließlich nicht nur auf dem Kapitalmarkt, in Immobilien, in Gold, sondern auch in Kunstwerke. Hätte man doch zum Beispiel das eine oder andere Gemälde aus Gerhard Richters Frühwerk erstanden! Der Künstler selbst ist schließlich nicht nur in Hinblick auf künstlerische, sondern auch auf finanzielle Wertschöpfung eine herausragende Erscheinung: Das Manager Magazin taxierte sein Vermögen schon im Jahr 2019 auf 700 Millionen Euro. Ein Kunstkäufer, der zur rechten Zeit aktiv geworden wäre, hätte gewissermaßen zum Teilhaber des Aufstiegs werden können. Aber auch mit Neo Rauch hätte er keinen schlechten Griff getan, natürlich besonders vor der Ausstellung von dessen Gemälden im New Yorker Metropolitan Museum of Art im Jahr 2007 …
Oder handelt es sich bei solchen Überlegungen nur um typische Beispiele einer Selbsttäuschung, die in der Finanzwirtschaft als „Hindsight Bias“ firmiert? Verzerrte Sicht in der Rückschau eben, wobei sich der Anglizismus auch treffend salopp übersetzen lässt: Hinterher ist man immer schlauer. Nur: Wer kennt heute den Gerhard Richter von übermorgen, kann das künstlerische Potenzial dieses Unbekannten ermessen und seine Chancen auf dem internationalen Kunstmarkt?
Solches Gespür scheint jedenfalls nicht allzu weit verbreitet zu sein. Im Jahr 2013 erlaubte sich etwa der auf Auktionen hoch gehandelte britische Künstler Banksy den Spaß, an einem Stand im New Yorker Central Park handsignierte Originale zu verkaufen – zum Schleuderpreis von 60 US-Dollar. Vier Stunden, so Banksy, habe es bis zum ersten Verkauf gedauert: „Eine Frau hat zwei kleine Leinwände für ihre Tochter gekauft, aber erst nachdem sie einen Preisnachlass von 50 Prozent herausgehandelt hat.“
Auch jenseits solch skurriler Vorkommnisse sind die Unterschiede zwischen Kunst- und Kapitalmarkt markant. An der Börse herrscht ein hohes Maß an Transparenz und Vergleichbarkeit, bei Aktien und Anleihen handelt es sich um serielle Einheiten, nicht um Unikate: Eine Siemens-Aktie mit einer bestimmten Wertpapierkennnummer ist wie die andere, der Kurs bestimmt sich durch Angebot und Nachfrage, sodass jeder Interessierte diese Preisbildung verfolgen kann. Bei der auf dem Kunstmarkt eröffnen sich dagegen so einige Manipulationsmöglichkeiten und die reichen im Extremfall bis zur Fälschung. Dass an einem der internationalen Wertpapierhandelsplätze getürkte Apple-Aktien oder nachgemachte Bundesobligationen den Besitzer gewechselt hätten, ist dagegen bisher nicht bekannt geworden.
Sicher, auch am Kapitalmarkt ist nicht alles Gold (und auch das haben wir allokiert), was glänzt, Ausnahmen wie die Wirecard AG als schwarzes Schaf im DAX und die Zusammenbrüche zahlreicher „Weltmarktführer“ in der Ära des Neuen Marktes bestätigen dennoch die Regel: Durch Diversifikation über Branchen und Weltgegenden ist es selbst jungen Privatanlegern am Anfang ihrer Laufbahn möglich, solche Ausfallrisiken einzelner Unternehmen auf homöopathisches Niveau zu entschärfen. Ein Kunstkäufer müsste dagegen für einen vergleichbaren Effekt schon auf einen Schlag den „kompletten“ Louvre oder wenigstens die Tate Gallery of Modern Art erstehen.
Keine Frage, der Erwerb von Kunstwerken kann sich sehr wohl auszahlen – vorrangig allerdings durch Kunstgenuss, nicht durch eine planbare Rendite. Beim strategischen Vermögensauf- und -ausbau ist der Faktor der Berechenbarkeit elementar, und der ist bei einem ausreichenden Zeithorizont und einer robusten Diversifikation über Anlageklassen am Kapitalmarkt recht ausgeprägt, das belegen zahllose finanzwissenschaftliche Studien. Was natürlich keineswegs bedeutet, dass sich die Entwicklungen am Aktienmarkt über kurze oder mittlere Zeitspannen kalkulieren ließen.
Macht sich bereits bei den Top-Titeln der Künstlichen Intelligenz eine gewisse Überhitzung bemerkbar? Vielleicht, vielleicht aber auch gerade nicht. Für uns ist diese Unentschiedenheit aber ein Grund, ihnen im Portfolio kein massives Übergewicht einzuräumen. Als sicher kann allerdings gelten, dass es sich beim Thema KI in der Breite der Volkswirtschaft nicht um eine Blase handelt, die sich demnächst mit einem vernehmlichen Plopp verabschiedet: zu ausgeprägt sind die Produktivitätsgewinne, die hier angelegt sind.
Allgemein soll der Erwerb von Unternehmensanteilen, Anleihen oder eine Investition in das gerade stark nachgefragte Gold zur eigenen Kapitalsteigerung führen. Schon hier besteht das Risiko, stattdessen Verluste einzufahren. Und Kunst?
Der Kauf von Kunst sollte zuallererst auf eines abzielen: Kunstgenuss. Wertsteigerung wäre hier eher willkommener Beifang. Aber wenn Finanzen im Vordergrund stehen, wäre ein Postulat des Künstlers Andy Warhol bedenkenswert: „Geld machen ist Kunst. Und arbeiten ist Kunst. Und gute Geschäfte machen ist die beste Kunst.“
Unsere Sicht auf die langfristige Kapitalmarktentwicklung
In einer Welt, in der kurzfristige Volatilität die Sicht trübt, werfen wir den Blick über den Horizont.
In unserem Secular Outlook filtern wir das tägliche Marktgeschehen heraus, um die tiefgreifenden, strukturellen Kräfte zu identifizieren, die das globale Anlageumfeld der nächsten zehn Jahre fundamental prägen könnten.
Wie beeinflussen ökonomische, politische und gesellschaftliche Umwälzungen die Entwicklung einzelner Anlageklassen? Welche strategischen Anpassungen sind unerlässlich, um die Geldanlage zukunftssicher zu machen?
Diese und weitere Fragen beantworten wir in unserer fundierten Analyse des langfristigen Anlageumfelds – und geben konkrete Empfehlungen für die strategische Vermögensallokation.
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