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Quelle: Bloomberg
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Rückblick:
In dieser Woche fiel der US-Arbeitsmarktbericht schwächer aus als letzten Monat. Es wurden lediglich 29 Tausend neue Stellen aufgebaut statt der erwarteten 100 Tausend und die Arbeitslosenquote stieg leicht auf 4,2 %. Zudem wurden die beiden Vormonate um 60 Tausend Stellen nach unten revidiert. Außerdem wurde die annualisierte BIP-Wachstumsrate in den USA für das zweite Quartal von 1,5 % auf 2,2 % nach oben revidiert. Des Weiteren war die Veröffentlichung der Teuerungsrate gemäß Core-PCE spannend, denn es erfolgte eine umfassende Revision. So wurden die Werte rückwirkend bis Anfang 2021 angepasst, indem z.B. die Kosten für Portfolio-Management-Gebühren und Softwarepreise einer neuen Berechnungsmethode folgen. Die bisherige Ermittlung der Portfolio-Management-Gebühren war extrem anfällig für die Dynamik der Aktienmärkte, da höhere Kurse automatisch die „Assets under Management“ und damit die berechneten Gebühren nach oben trieben. Die neue Methode glättet diese Börsen-Volatilität rückwirkend aus. Tendenziell sind die Revisionen kleiner, je weiter man in die Vergangenheit geht – die Veränderungen verhalten sich also wie ein Keil. So wurden die Werte um 0,3 Prozentpunkte nach unten revidiert. Im Juli lag die Core-PCE-Rate nun bei 3,3 % statt 3,0 %. Entsprechend ist der jüngste Wert von 3,0 % im August (prognostiziert wurden 3,3 %) als Seitwärtsbewegung zu Bewerten. Bei der nächsten Fed-Sitzung wird sich dann sicher vortrefflich über die Einordnung streiten lassen. Ist die Verfehlung vom 2%-Inflationsziel nun über Nacht als kleiner zu bewerten und muss die Geldpolitik daher nicht mehr restriktiver werden? Haben die Verbraucher nun mit weniger Teuerung zu kämpfen? Es zeigt sich einmal mehr, dass wirtschaftliche Kennzahlen nicht mit naturwissenschaftlichen Messungen gleich zu setzten sind, sondern auf Konventionen basieren, die sich ändern können.
Im Euroraum fiel die Inflation im September spürbar höher aus als vom Konsens vorhergesagt. Der größte Sprung war mit 0,8 Prozentpunkten in Frankreich zu verzeichnen: von 2,6 % auf 3,4 % (erwartet wurden 3,1 %). Auch in Deutschland waren es 3,3 % statt der vom Konsens prognostizierten 3,0 %. Die Kernrate blieb mit 2,4 % dagegen unverändert, die Teuerung kam also alleinig aus der Energiekomponente. Im Euroraum als Ganzes wurde eine Inflationsrate von 3,8 % (ursprüngliche Konsensprognose: 3,5 %; Vormonatswert: 3,2 %) und eine Kernrate von 2,5 % (Konsens: 2,6 %; Vormonatswert: 2,4 %) ermittelt. Die Teuerungswelle hat sich durch den erneuten Energiepreisschock also nochmal verschärft, wobei es jedoch noch nicht zu Zweitrundeneffekten kam.
Bemerkenswert ist derzeit außerdem das Auseinanderklaffen der Renditen im Euroraum. Der CDS Spread für Frankreich geht durch die Decke und die Rendite-Differenz zwischen Frankreich und Deutschland ist aktuell mit 150 Basispunkten so groß wie zuletzt 2011 zum Höhepunkt der Eurokrise. Der Kapitalmarkt sendet hier also ein klares Warnsignal zur Rückkehr zu einer nachhaltigen Fiskalpolitik an die französische Regierung.
Ausblick:
In der kommenden Woche ist der Datenkalender wieder etwas dünner. Es erscheint der ISM Einkaufsmanagerindex für den US-Dienstleistungssektor, sowie das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan. In Deutschland bekommen wir Zahlen zur Industrieproduktion und zum Auftragseingang.
Deutschland: Industrieproduktion und Auftragseingang
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Die Industrieproduktion in Deutschland hat seit ihrem Höchststand Ende 2017, als der Index bei 108,5 Punkten lag, kräftig verloren. Der jüngste Wert von 90,6 Zählern liegt rund 16,5 % niedriger. Hohe Energiekosten, (teilweise subventionierte) Konkurrenz aus Fernost und der (verpasste) Strukturwandel hin zu Elektromobilität setzten deutsche Schlüsselbranchen unter Druck. Seit Mitte 2024 hat sich aber immerhin ein Boden gebildet und der Abwärtstrend scheint gestoppt. Dafür spricht auch der Auftragseingang, der von seinem Zwischentief bei 82,2 Indexpunkten im Mai 2024 wieder 16 % zulegen konnte. Zudem gehört zur Erklärung auch der generelle Strukturwandel, bei dem Unternehmen auf ein hybrides Geschäftsmodell setzten, was zu einer „Servitisierung“ geführt hat. Das heißt, die Warenfertigung wird ins Ausland verlagert, während zuhause hochwertige Services, wie Wartung, technischer Support, Design sowie Forschung und Entwicklung, erbracht werden. Diese Tätigkeiten fallen in den Dienstleistungsbereich und erklären damit einen Teil des Rückgangs des relativ eng gefassten Produktionsindex. Die weiter gefasste industrielle Wertschöpfung sank im gleichen Zeitraum deshalb nur etwa halb so viel.
USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen
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In den USA gibt es zwei prominente Indikatoren für die Stimmung unter Verbrauchern. Während der Conference Board (CB) Index üblicherweise stärker auf Entwicklungen am Arbeitsmarkt reagiert, hängt der Index der Universität Michigan stärker von Energie- und Lebensmittelpreisen ab. Die jüngste Vorgabe des CB war mit 81,9 Zählern so niedrig wie zuletzt vor über zwölf Jahren – also sogar niedriger als während der Corona-Pandemie. Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan ist etwas volatiler und befindet sich seit Anfang 2024 im Abwärtstrend. Der historische Tiefstwert wurde dieses Jahr im Mai erreicht. Angesichts des starken Wirtschaftswachstums und des robusten Arbeitsmarktes in den USA sind diese Werte alles andere als einfach nachzuvollziehen. Die wichtigste Erklärung für die miese Stimmung sind neben der generellen Verunsicherung aufgrund der (geo-)politischen Lage vor allem die stark gestiegenen Energiepreise. Insbesondere die Kosten für Diesel und Benzin sind durch beeinträchtigte Raffineriekapazitäten noch stärker gestiegen als für Rohöl (der sog. Crack-Spread hat sich ausgeweitet). Das Preisniveau beeinträchtigt die grundsätzliche Erschwinglichkeit des täglichen Lebens für große Teile der Bevölkerung und führt zu einer weiteren Spaltung der Gesellschaft zwischen Gewinnern (Reiche die Kursgewinne an den Kapitalmärkten einfahren) und Verlierern (weniger Wohlhabende bis in die Mittelschicht hinein).


