Euro-Inflationsrate fällt leicht auf 2,5%

Euro-Inflationsrate fällt leicht auf 2,5%

 

Im Juni sank die Inflationsrate, gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), in der Euro-Zone moderat auf 2,5%. Dies entsprach der Konsensschätzung. Nach dem unerwarteten Anstieg der Inflationsrate im Mai signalisiert die aktuelle Rate wieder einen leichten Rückgang des Preisdrucks. Im Vergleich zum Vormonat stieg der HVPI nach vorläufigen Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat um 0,2%.

Die um Energie- und Nahrungsmittelpreise bereinigte Kerninflationsrate stagnierte im Juni jedoch bei 2,9%. Dieser Wert wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) bei ihren Zinsentscheidungen besonders berücksichtigt.

Preisanstieg bei Dienstleistungen immer noch über 4%

Den größten Anteil am Euro-Warenkorb haben die Dienstleistungen mit 44,9%. Sie verteuerten sich im Juni um 4,1% gegenüber dem Vorjahr, was im Monatsvergleich einem Anstieg von 0,6% entspricht.

Die Preise für „Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak“ (Anteil am Warenkorb: 19,5%) stiegen um 0,2% und lagen damit 2,5% über dem Vorjahresniveau. Im Mai hatte die Jahresteuerung noch 2,6% betragen.

Bei den Industriegütern ohne Energie (Anteil knapp 25,7%) sanken die Preise im Monatsvergleich um 0,1%. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Teuerung von 0,7%.

Die im Euro-Warenkorb mit 9,9% gewichtete Energie verbilligte sich gegenüber dem Vormonat um 0,8% und war damit 0,2% teurer als im Vorjahr.

Wie sieht es in den großen Euro-Ländern aus?

Deutschland: 2,2%

Die deutsche Inflationsrate fiel im Juni stärker als vom Markt erwartet auf 2,2%. Im Vergleich zum Vormonat legten die Verbraucherpreise um 0,1% zu. Die Konsensschätzung war ein Anstieg von 0,2%.

Frankreich: 2,1%

In Frankreich blieb der Verbraucherpreisindex im Juni im Monatsvergleich unverändert. Die Jahres-Inflationsrate ist leicht auf 2,1% gefallen.

Spanien: 3,4%
In Spanien zeigte der allgemeine Preistrend im Juni erneut nach oben. Der Verbraucherpreisindex legte im Monatsvergleich um 0,3% zu. Die Inflationsrate ist auf Jahresbasis jedoch von 3,6% im Mai auf 3,4% im Juni gefallen.

Italien: 0,8%
In Italien herrschte auch im Juni der geringste Preisdruck. Der Verbraucherpreisindex stieg um 0,2% zum Vormonat und ließ die Inflationsrate bei 0,8% verharren.

Wie geht es weiter?

Die EZB hat im Juni zum ersten Mal die Leitzinsen gesenkt und kommuniziert, dass die nächsten Zinsschritte „datengetrieben“ sein werden. Am Montag bekräftigte EZB-Präsidentin Christine Lagarde, dass vor den nächsten Zinsentscheidungen mehr Informationen darüber benötigt werden, dass sich die Inflationsrate in die gewünschte Richtung bewegt. Die jüngsten Inflationsdaten dürften der EZB in dieser Hinsicht insgesamt nicht viel mehr Klarheit gebracht haben. Vor allem die hohen Preissteigerungen im Dienstleistungssektor stehen derzeit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik entgegen.

Fazit: Die aktuellen Inflationszahlen in der Euro-Zone lieferten keine wesentlichen Überraschungen. Auch wenn sich die Inflation als hartnäckig erweist, bleibt eine weitere Zinssenkung der EZB im Jahresverlauf wahrscheinlich.