Wochenausblick Aktien: Konjunkturelle und politische Unsicherheit

veröffentlicht am 20. Juni 2024

Wochenausblick Aktien: Konjunkturelle und politische Unsicherheit

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In Europa wird immer noch versucht, den Schock des französischen Aktien- und Rentenmarktes durch die unerwartete Auflösung des Parlaments von letzter Woche einzuordnen. Fürs Erste scheint sich die Lage auf den europäischen Finanzmärkten diesbezüglich etwas zu stabilisieren. Nichtsdestotrotz kann das Thema Neuwahl auch in den kommenden Wochen für größere Kursbewegungen sorgen.

In Deutschland hat die ZEW-Umfrage zu den heimischen Konjunkturerwartungen ein weitgehend unverändertes Bild zum Vormonat gezeichnet. Das Konsumklima in den USA zeigte auch diese Woche weiterhin Anzeichen einer Abkühlung. So lag der Verbraucherstimmungsindex der Universität Michigan am Freitag deutlich unterhalb der Projektionen. Auch die Einzelhandelsverkäufe nahmen im Mai deutlich langsamer zu als prognostiziert. Nachdem ferner noch der Hausmarktindex überraschend fiel, stieg die Erwartung am Markt, dass die Fed, entgegen ihren Aussagen, dieses Jahr doch noch zwei Zinssenkungen vornehmen könnte. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen gab daraufhin nach.

Trotz des ungewissen Wahlausgangs in Frankreich und wieder zunehmender Sorgen bezüglich einer Ausweitung der Handelsstreitigkeiten zwischen der EU und China, konnte sich der DAX über der psychologisch wichtigen 18.000er Punktemarke halten. In den USA haben insbesondere die KI- und Halbleiterwerte den S&P 500 auf den 30sten Höchststand dieses Jahres gehoben.

Wie geht es weiter?

Auf den europäischen Märkten werden sehr wahrscheinlich die Themen Neuwahl in Frankreich und Handelsdifferenzen mit China die bestimmenden Themen sein. Nachdem die ZEW-Konjunkturerwartungen weitestgehend unverändert geblieben sind, dürfen die Marktteilnehmer am Freitag gespannt den Einkaufsmanagerindizes für Deutschland entgegensehen. Zusammen mit den am Montag folgenden Daten zum ifo Geschäftsklimaindex dürfte sich ein klareres Bild über den Zustand und die Entwicklung der deutschen Konjunktur abzeichnen.

Das Thema US-Inflation scheint aktuell etwas weniger problematisch von den Markteilnehmern wahrgenommen zu werden. Eine größere negative Überraschung bei der Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise nächste Woche Freitag könnte die Inflationssorgen jedoch neu entfachen.

Die aktuelle Marktstimmung bleibt unserer Ansicht nach freundlich, gleichwohl es angesichts ambitionierter Bewertungsniveaus zu temporären Rücksetzern kommen kann. Wir bestätigen unsere Präferenz für eine ausgewogene geographische Streuung. Vor dem Hintergrund der zugenommenen politischen Unsicherheit in Europa raten wir zu einem Ausbau des Fremdwährungs-Engagements – explizit auch abseits des US-Dollar.

Stand 20.06.2024