Konjunktur & Preise: China: Leitzinsen # Euro-Zone: Einkaufsmanagerindizes

Konjunktur & Preise: China: Leitzinsen # Euro-Zone: Einkaufsmanagerindizes

 

Rückblick: Bei den US-Inflationszahlen blieb eine befürchtete negative Überraschung aus. Der ZEW Indikator deutet auf eine konjunkturelle Erholung im Euroraum, und der Philly Fed Index auf eine gesunde Abkühlung der US-Konjunktur hin.

Ausblick: In der kommenden Woche werden die Einkaufsmanagerindizes beiderseits des Atlantiks veröffentlicht. Außerdem entscheidet die chinesische Notenbank über die Leitzinsen.

 

China: Leitzinsen

Die People’s Bank of China ließ den 1-jährigen Leitzins seit August 2023 unverändert. Die 5-jährige Rate wurde zuletzt im Februar 2024 um 25 Basispunkte gesenkt, um den angeschlagenen Immobiliensektor zu stützen. Beide Zinssätze sind damit auf einem Rekordtief. Dies zeigt, dass Peking der zuletzt schwächelnden Konjunktur unbedingt wieder Auftrieb verleihen will. Erste Indikatoren deuten darauf hin, dass sich die Stimmung in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft verbessert. Die Einkaufsmanagerindizes liegen seit März wieder alle oberhalb der Wachstumsschwelle. Das BIP ist im ersten Quartal um 1,6% gegenüber dem Vorquartal gewachsen und damit stärker als von Experten erwartet. Annualisiert sind dies 5,3%. Das auf dem Volkskongress im März offiziell ausgegebene Wachstumsziel von „rund fünf Prozent“ für das laufende Jahr dürfte aus unserer Sicht knapp erreicht werden. Für eine Erholung auf breiter Front müsste sich jedoch zumindest noch der Binnenkonsum spürbar verbessern.

Euro-Zone: Einkaufsmanagerindizes

Die industriellen Einkaufsmanagerindizes (PMI) der Euro-Zone sind auf langfristige Sicht von Mitte 2021 bis zum Sommer 2023 kontinuierlich gefallen. Seither scheint der Abwärtstrend gestoppt, allerdings entwickelten sich die Indizes der einzelnen Länder auf kurze Frist durchaus heterogen. In Frankreich liegen die Werte höher, sind aber zuletzt zwei Monate in Folge gefallen. In Deutschland dagegen haben sie sich, von einem niedrigeren Niveau ausgehend, im April leicht verbessert. Insgesamt scheint sich die Stimmung aufzuhellen und auf eine ökonomische Erholung in Europa hinzudeuten. Allerdings bleibt die Industrie das Sorgenkind. Der Konsens rechnet mit leichten Verbesserungen der entsprechenden Indizes, wobei die Werte weiterhin unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten liegen dürften.