Wochenausblick Aktien: Höhenflug setzt sich fort

veröffentlicht am 15. Februar 2024

Wochenausblick Aktien: Höhenflug setzt sich fort

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Die mit Spannung erwartete Bekanntgabe der US-Inflationsraten für Januar konnte die internationalen Aktienmärkte bei ihrem Höhenflug nur kurz bremsen. Zwar ging der Verbraucherpreisanstieg nicht so stark zurück wie erwartet. Dies quittierten die Aktienindizes jedoch nur mit einer eintägigen Pause bei ihrem Anstieg. In der Folge freundlicher US-Märkte gelang es auch dem Deutschen Aktienindex (DAX) sein Allzeithoch aus der Vorwoche zu übertreffen.
Von der Konjunkturseite gab es dagegen nur wenig Impulse: Der ZEW-Finanzmarkttest, eine Umfrage unter rund 350 Finanzmarktanalysten zur konjunkturellen Lage und Erwartungen fiel auf tiefem, aber erneut leicht steigenden Niveau etwas besser als erwartet aus.
Bei der europäischen Unternehmensberichtsaison setzte sich das gemischte Bild der Vorwochen fort: Ohne klare Schwerpunkte hielten sich positive und negative Überraschungen die Waage. Kam es zu Enttäuschungen, lag es häufig am Ausblick

Wie geht es weiter?

Die US-Inflationsdaten für Januar haben an den Finanzmärkten dazu geführt, dass sich die unserer Meinung nach übertriebenen Markterwartungen an Geschwindigkeit und Ausprägung von Leitzinssenkungen der großen Notenbanken deutlich abgekühlt haben. Die Markterwartungen an die US-Notenbank (Fed) haben sich mittlerweile den Prognosen der Fed stark angenähert. Auch bezüglich des möglichen Zinspfades der Europäischen Zentralbank (EZB) bestehen keine so großen Differenzen mehr zwischen unserer Prognose und dem Marktkonsensus. Bei der EZB liegt es aber auch daran, dass wir uns mittlerweile mehrere kleine Schritte nach unten im weiteren Jahresverlauf vorstellen könnten, wenn die US-Notenbank erst einmal, vermutlich zur Jahresmitte, den ersten Schritt nach unten getätigt haben sollte.
Während die US-Konjunktur ausweislich der zuletzt publizierten Daten besser als erwartet zu laufen scheint, läuft es in Europa, vor allem in Deutschland, offensichtlich schlechter. Früher oder später dürfte dies auch zur Entspannung am Arbeitsmarkt führen, so dass die EZB von dieser Seite positive Signale für eine Beruhigung an der Inflationsfront bekäme.
In der letzten Woche haben wir bereits darauf hingewiesen, dass wir mit günstigeren US-Wirtschaftsdaten und den absehbaren Zinssenkungen die Chance sehen, dass sich die bisher stark auf wenige schwergewichtige Titel aus der Digitalwirtschaft konzentrierte Hausse eine Verbreiterung erfährt, die dann den gesamten US-Aktienmarkt umfassen könnte . Dies sollte dann weitere Chancen für Aktien bieten. Aufgrund des Bewertungsniveaus liegt es nahe, dass dieser Prozess nicht ohne Störungen verlaufen könnte.
Fazit: Der Ausblick für Aktien hat sich mit dem Einengen des Erwartungsspektrums bezüglich der Zinssenkungen weiter aufgehellt. Korrekturpotenzial sehen wir am ehesten in der momentan sehr positiven Marktstimmung, verbunden mit teilweise hohen Bewertungen am US-Markt. Mit Blick auf die sich verbessernden Wirtschaftsdaten empfehlen wir für Zukäufe marktbreite US-Aktienfonds.

Stand 15.02.2024