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Im Angesicht der fortdauernden militärischen Handlungen im Nahen Osten bleibt die Ölpreisentwicklung – und zwar augenscheinlich einzig und allein in diesen Tagen – das Zünglein an der Waage für die Kapitalmarktteilnehmer.
Mit gegenwärtig wenig Aussicht auf eine kurzfristige Lösung des schwelenden Konflikts sind die mit Argusaugen beobachteten Notierungen für das „schwarze Gold“ zuletzt erneut spürbar über die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel der Marke Brent gestiegen.

Vor diesem Hintergrund gaben die internationalen Aktienmärkte zur Wochenmitte wieder Boden ab. Dabei gilt es zu konstatieren, dass in dem undurchsichtigen Fahrwasser verständlicherweise eher Zurückhaltung in Bezug auf die Investitionsentscheidungen dominiert. Die europäische Gemeinschaftswährung neigt gegenüber dem Greenback tendenziell zur Schwäche und touchierte zwischenzeitlich das Level von 1,14 US-Dollar. Ferner flirtet die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe weiterhin mit der Drei-Prozent-Marke.
Mit Blick auf die derzeit von wenig Interesse begleiteten Konjunkturdaten stand die monatliche Umfrage des Mannheimer ZEW-Instituts hinsichtlich der heimischen Wirtschaftsperspektiven bereits eindeutig unter dem Eindruck des Irankrieges. Das Barometer sackte massiv ab – mithin der drittstärkste Rückgang in der Historie der Befragung.
Die Fülle an turnusmäßigen Gremiensitzungen der wichtigsten Notenbanken rund um den Globus verlief mit Sicht auf die stark angespannte geopolitische Lage insofern geräuschlos, als dass die führenden Währungshüter vorerst Kurs hielten und allesamt die Leitzinsen unangetastet ließen.
Wie geht es weiter?
Die Aktienmärkte befinden sich ohne Wenn und Aber im Klammergriff der geopolitischen Turbulenzen und speziell in Abhängigkeit der Energiepreise. Höhere Ölnotierungen sind ceteris paribus inflationsfördernd und wachstumshemmend und bringen die Geldpolitiker in eine unkomfortablere Situation, falls die Auswirkungen des Irankrieges nicht mehr als transitorisch zu beurteilen sind.
In einem aktuellen Spannungsfeld zwischen wenig Hoffen und viel Bangen ist eine veritable Einschätzung der Rohstoffpreisentwicklung gelinde gesagt nicht seriös leistbar – so ehrlich muss man an dieser Stelle sein. Bis auf ein paar lose Worthülsen seitens des im Mittelpunkt stehenden US-Präsidenten fehlen weiterhin handfeste Signale für eine Deeskalation der kriegerischen Auseinandersetzungen bzw. für eine grundsätzliche Wiederaufnahme des Transports durch die Straße von Hormus.
In diesen Zeiten ausgeprägter Unsicherheit bleibt eine möglichst breit aufgestellte Vermögensstruktur aus unserer Sicht nach wie vor unabdingbar. Zu der präferierten Positionierung gehört somit auch unmissverständlich die Betonung von risikoreduzierten Anlageklassen. Vor allem die Renditen von festverzinslichen Wertpapieren mit längeren Laufzeiten erscheinen unmittelbar in der Nähe unserer Zielwerte gegenwärtig als attraktiv.