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Wochenausblick Aktien

Unser Wochenausblick hebt Sie heraus aus dem tagesaktuellen Geschehen des Finanzmarktes und fasst die wichtigsten Informationen kompakt zusammen. Mit dieser Einordnung lassen sich aktuelle Markttrends besser verstehen und sie hilft, Chancen und Risiken effektiver zu analysieren. Das Experten-Team der Haspa liefert kapitalmarktspezifische Einschätzungen zur Weltlage, kommentiert Finanz-News und weist auf wichtige Termine hin.

Ruhiges Abwarten vor dem großen Event

Im Gegensatz zur turbulenten Vorwoche verlief der abgelaufene Siebentageszeitraum an den Finanzmärkten, gemessen an den Kursausschlägen, eher ruhig. Dies gilt auch für den Anleihemarkt, der in der Vorwoche für Aufsehen gesorgt hat. Hier dürfte immer noch der „Bessent-Put“ nachwirken, die Ankündigung des US-Finanzministers, wonach das Schatzamt die Rückkäufe langlaufender US-Staatsanleihen ab 09.09. verdoppeln wolle.

Die mit Spannung erwarteten Quartalszahlen von Nvidia übertrafen die Erwartungen der Märkte. Insbesondere der Ausblick sorgte nachbörslich für gute Stimmung bei den entsprechenden Titeln aus dem KI-Umfeld.

Der Deutsche Aktienindex (DAX) konnte sich in diesem Umfeld wieder deutlich oberhalb von 26.000 Punkten etablieren.

Unterstützung kam auch von günstigeren Konjunkturdaten aus Deutschland: Das BIP des 2. Quartals wurde nach oben revidiert, der ifo Geschäftsklimaindex fiel besser aus als erwartet und auch das am GfK-Konsumklima gemessene Verbrauchervertrauen verbesserte sich leicht.

Wie geht es weiter?

Bei der heute beginnenden internationalen Notenbankkonferenz von Jackson Hole wird der neue US-Notenbankpräsident besonders im Blickpunkt stehen. Wie kommentiert er den Anstieg der langfristigen Anleiherenditen? Vor dem Hintergrund, dass die US-Notenbank beim letzten Zinsentscheid gespalten war und die Zielerreichung bei der Inflation, gemessen an der jüngsten Preissteigerungsrate bei weitem nicht erreicht wird, dürften auch die Einschätzungen der Märkte, wie die nächsten Zinsentscheide ausfallen, berührt werden. Insbesondere die bekundete Absicht des Notenbankpräsidenten, die Transparenz der Geldpolitik zugunsten flexiblerer Reaktionsmöglichkeiten (z. B. Verzicht auf „dot plots“, generell weniger „Forward Guidance“) sorgte bisher eher für Verunsicherung und höhere Schwankungen. Die Frage ist jetzt, wie es Kevin Warsh gelingt, dies einzufangen.

In diesem Zusammenhang lohnt sich auch noch ein Blick auf Gold. Ein wichtiger Einflussfaktor für den Goldpreis ist das Vertrauen der Investoren in die Notenbanken und die Staatsverschuldung. Nach den Bewegungen der vergangenen Wochen zeigt sich für nicht investierte Anleger, dass der Goldpreis (wieder) empfindlich auf politische Verunsicherung reagiert. Anleger, die bereits gut investiert sind, können dagegen über Gewinnmitnahmen nachdenken. Insgesamt empfiehlt sich bei Gold eine strategische Quote zur Risikodiversifikation, die weder zu hoch, noch zu niedrig sein sollte. Das taktische Timing stellt sich dagegen als äußerst schwierig dar, da Bewegungen meist unmittelbar auf die vertrauensmindernden Ereignisse folgen.

An den Aktienmärkten gilt: Weiter bei der KI-Rallye dabeibleiben, aber verstärkt auf Diversifikation achten. Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass sich eine Verbreiterung zu etablieren scheint: IT ist nicht mehr nur Hardware, sondern auch Software. Bei potenziellen „Nachholthemen“ würden wir auch nach wie vor „Medizintechnik“ verorten. Dies ist auch Inhalt unseres „Anlagetrends“, der in den nächsten Tagen erscheint.