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Wochenausblick Aktien

Unser Wochenausblick hebt Sie heraus aus dem tagesaktuellen Geschehen des Finanzmarktes und fasst die wichtigsten Informationen kompakt zusammen. Mit dieser Einordnung lassen sich aktuelle Markttrends besser verstehen und sie hilft, Chancen und Risiken effektiver zu analysieren. Das Experten-Team der Haspa liefert kapitalmarktspezifische Einschätzungen zur Weltlage, kommentiert Finanz-News und weist auf wichtige Termine hin.

US-Anleihemarkt sorgt für Unruhe

Da die Zeichen im Konflikt zwischen den USA und dem Iran eher auf eine längere Blockade der Straße von Hormus hindeuten, zogen die Anleiherenditen, ausgelöst durch steigende Inflationserwartungen infolge der Preiseffekte auf den Energiemärkten, weiter an. Als die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe am Mittwoch mit 5,31 % ein Niveau wie seit Juni 2007 nicht mehr beobachtet erreicht hatte, sorgte eine Ankündigung von US-Finanzminister Scott Bessent für Bewegung: Er gab bekannt, dass das US-Schatzamt seine Käufe langlaufender Anleihen verdoppeln wolle. In der Folge gingen die Renditen der US-Langläufer zurück. Gleichzeitig kam der US-Dollar unter Druck und der Goldpreis legte zu.

An den Aktienmärkten sorgte der Cocktail aus steigenden Zinsen und höheren Ölpreisen für eine Abkehr von den in den Vorwochen beobachteten Höchstständen.

Europäische Aktien konnten sich diesen Tendenzen nicht entziehen, der Deutsche Aktienindex (DAX) rutschte am Ende der Woche wieder unter die 26.000er-Marke.

Wie geht es weiter?

Mit den angekündigten verstärkten Rückkäufen der Langläufer hat der US-Finanzminister vorrübergehend Druck aus dem Markt genommen. Mittelfristig wird ein „Herumdoktern an den Symptomen“ aber nicht helfen. Das Thema „zunehmende Staatsverschuldung“ dürfte auf der Agenda bleiben. Das gilt auch für Europa. Gleichzeitig zeigen die Beispiele Japan (1990-2024) und China (seit einigen Jahren), dass dies nicht unbedingt mit hohen Renditen einhergehen muss. Für die USA gilt zudem, dass erheblich ausgeweitete Schulden kein Problem sein müssen, wenn zumindest grundsätzlich gute Voraussetzungen für starkes Wirtschaftswachstum bestehen.

Dennoch wird der Blick kurzfristig stark auf das Thema Inflation und davon ausgelöste Zinsrisiken gerichtet sein.

Nach dem weitgehenden Ende der Unternehmensberichtssaison fehlt den Aktienmärkten ein wichtiger Treiber. Sowohl in den USA als auch überraschend deutlich in Europa hatten positive Gewinnrevisionen die Aktienmärkte gestützt. Dies sorgte dafür, dass sich das Bewertungsniveau etwas entspannt hat.

Wie sollten sich Anleger in diesem Umfeld positionieren? Wir empfehlen mit Blick auf die anhaltende Gewinndynamik weiter eine leichte Übergewichtung von Aktien. Durch die Kursgewinne der vergangenen Wochen bei Aktien und (durch den Renditeanstieg ausgelöste) Verluste bei Anleihen können sich die Gewichte im Depot aber in eine nicht gewünschte, zu offensive Ausrichtung verschoben haben. Ein Beispiel: Ein Anleger, der 55 % Aktien und 45 % Anleihen haben möchte, hat nun durch die Entwicklung der vergangenen Monate eventuell eine Gewichtung von 60 zu 40. Hier würde sich nun durch selektive Gewinnmitnahmen bei Aktien und Zukäufe auf der Anleiheseite eine Rebalancierung anbieten. Auch Käufe von Gold können attraktiv sein, nachdem Gold bei steigenden Zinsen hat zulegen können.