Gute Stimmung an den Aktienmärkten
Der Deutsche Aktienindex (DAX) konnte in der abgelaufenen Woche erstmals die 26.000-Punkte Marke nach oben überwinden. Auch andere, breiter aufgestellte internationale Indizes, darunter der S&P 500 und der Russel 2000, konnten neue Höchststände markieren.
Bereits gegen Ende der Vorwoche hatte mit der Veröffentlichung der Microsoft-Zahlen, die das Vertrauen in die Monetarisierung von Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) wieder stärken konnten, eine Erholung im Technologiesektor eingesetzt.
Nachdem die USA einen ursprünglich angekündigten Angriff auf den Iran abgesagt hatten, stieg die Hoffnung auf eine erneute Deeskalation und eine zumindest teilweise Öffnung der Straße von Hormus. Dies sorgte für einen deutlichen Rückgang der Rohölnotierungen. Vor dem Hintergrund der Nachricht über diplomatische Fortschritte beschleunigte sich dieser Rückgang, sodass der Preis für das Barrel der Rohölsorte Brent in den vergangenen drei Tagen um knapp 12 Prozent nachgab.
In der Folge sorgten rückläufige Inflationserwartungen für einen Rückzug der Anleiherenditen von zwischenzeitlichen Hochs. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen hatte zuvor mit 4,73% einen neuen Jahreshöchststand erreicht.
In Europa verlief die Unternehmensberichtssaison weiterhin erfreulich, was die Aktienmarkterholung auf eine breite Basis stellte. In Deutschland sorgte zudem der für Juni gemeldete deutliche Anstieg der Industrieaufträge für Zuversicht.
Wie geht es weiter?
Nachdem die Stimmung der Investoren vor der Berichtssaison über Wochen hinweg eher vorsichtig abwartend gewesen ist, hat sich diese nun gedreht.
Am großen Gesamtbild hat sich jedoch nichts geändert: Auch in den vergangenen Monaten gab es immer wieder Hoffnungen auf eine Öffnung der Straße von Hormus, die sich dann jedoch wieder zerschlagen hatten.
Ein belastbarer Nachweis, dass sich die hohen KI- Investitionsausgaben vieler Konzerne ausreichend schnell monetarisieren, kann naturgemäß erst im Zeitablauf erbracht werden.
Andererseits zeigt der besser als erwartete Verlauf der Unternehmensberichtssaison, insbesondere in Europa, dass das es auch „Aufwärtsrisiken“ gibt. Derzeit notieren sowohl die Aktienmärkte als auch die Anleihemärkte in der Nähe der von uns im Halbjahresausblick für das Jahresende 2026 prognostizierten Zielwerte. Wir empfehlen daher weiterhin eine ausgeglichene Aufstellung: Nach den starken Bewegungen des ersten Halbjahres sollten Anleger überprüfen, ob ihre Aufstellung noch der zu Jahresbeginn gewünschten Zusammensetzung entspricht. Dabei könnten sich im Aktienbereich vernachlässigte, aber zyklisch wenig anfällige Themen wie z.B. Medizintechnik oder Verteidigung als attraktiv erweisen.
Im Bereich der Anleihen möchten wir auf unser in dieser Woche neu erschienenes ZinsForum hinweisen.