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Wochenausblick Aktien

Unser Wochenausblick hebt Sie heraus aus dem tagesaktuellen Geschehen des Finanzmarktes und fasst die wichtigsten Informationen kompakt zusammen. Mit dieser Einordnung lassen sich aktuelle Markttrends besser verstehen und sie hilft, Chancen und Risiken effektiver zu analysieren. Das Experten-Team der Haspa liefert kapitalmarktspezifische Einschätzungen zur Weltlage, kommentiert Finanz-News und weist auf wichtige Termine hin.

Renditeanstieg dämpft die Stimmung

Der Börsenmonat August verzeichnete auf dem Rücken der überraschend positiven Unternehmensberichtssaison auf beiden Seiten des Atlantiks weitere Kursgewinne. Während das US-Technologiebarometer Nasdaq um über 4 Prozent vorrückte, kam der Deutsche Aktienindex (DAX) um 2,5 Prozent in dem Zeitfenster voran – inklusive eines frischen Allzeithochs Ende vergangener Woche.

Inzwischen sind gleichwohl etwas mehr Molltöne auf dem Parkett zu vernehmen. Aufmerksam inspizierte Kommentare des neuen US-Notenbankchefs Kevin Warsh auf dem alljährlichen Symposium im amerikanischen Jackson Hole regten die Zinserhöhungsfantasien in Übersee wieder an. Zudem führte das Wiederaufflammen des Konfliktes im Nahen Osten zu erneut spürbar steigenden Ölnotierungen, die wiederum die Inflationssorgen anheizten und die Anleiherenditen rund um den Globus anschwellen ließen. Ein Cocktail, der den Aktieninvestoren nicht sonderlich schmeckte und Gewinnmitnahmen nach sich zog.

Mit Blick auf die jüngsten Konjunkturdaten standen vor allem die monatlichen Inflationsraten auf dem Alten Kontinent im Mittelpunkt des Interesses. Die heimischen Verbraucherpreise kletterten im Angesicht der kräftigen Verteuerung der Energiekomponente im August um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit etwas weniger dynamisch als allgemein erwartet. Im gesamten Währungsraum traf die Rate mit einem Wert von 3,3 Prozent die Marktprognosen genau. Die aus der Sicht der Notenbanker mindestens ebenso wichtige Kerninflation fiel mit 2,4 Prozent minimal geringer als im Vormonat aus.

Wie geht es weiter?

Das Börsenwetter ist mit Eintritt in den September sichtbar ungemütlicher geworden. Dabei zeigen sich die internationalen Aktienmärkte vor dem Hintergrund der starken Bewegungen am Anleihemarkt noch vergleichsweise resilient. Das weitere Aufwärtspotenzial bei den langfristigen Renditen von festverzinslichen Staatspapieren erscheint unseres Erachtens nach der jüngsten Klettertour jedoch limitiert.

Weitere Hinweise zum zukünftigen geldpolitischen Kurs sowie zur Richtung am Rentenmarkt liefert kurzfristig der US-amerikanische Arbeitsmarktbericht. Dieser war im bisherigen Jahresverlauf von starken Schwankungen geprägt. Gesamthaft ergibt sich eher das Bild eines sich leicht abkühlenden Arbeitsmarktes. Jenes spräche aus unserer Sicht für eine geringere Wahrscheinlichkeit einer baldigen Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank. Dagegen scheint die Anhebung des Einlagesatzes durch die EZB in der kommenden Woche ausgemachte Sache.

Unter dem Strich bleibt die Maxime einer breiten Vermögensaufteilung immanent. Dazu gehört auch, antizyklische Investmentchancen auszuloten. Unter anderem fällt uns bei dieser Übung momentan der Bereich Gesundheit ins Auge. Im Anleihesegment finden wir aufgrund des Renditeanstiegs insbesondere Papiere mit längeren Laufzeiten interessant.