Anleger bleiben hin- und hergerissen
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Der Börsenmonat März war voll und ganz geprägt von den kriegerischen Handlungen im Nahen Osten und den kräftigen Energiepreisanstiegen. Kapitalanlagen mit einem risikobehafteten Charakter bzw. diejenigen mit stattlichen Zuwächsen im Vorfeld wurden abgestoßen. Explizit sackte unter anderem der DAX unter dem Strich rund 8 Prozent ab, während an der Wall Street die prominenten Aktienindizes in Gestalt des marktbreiten S&P 500 sowie der Technologiebörse Nasdaq in dem Zeitfenster etwas weniger Federn lassen mussten, inklusive eines respektablen gestrigen Schlussspurts. Entsprechend freundlich eröffneten die europäischen Börsenplätze im April aufgrund neuerlicher Deeskalationshoffnungen.
Auch Gold verlor vor dem Hintergrund der kompetitiveren Zinskonkurrenz im März an Glanz – dabei gilt aber umso mehr die vorausgegangene Rallye zu berücksichtigen. Die Anleiherenditen legten in den vergangenen vier Handelswochen unter dem Eindruck der anziehenden Inflationserwartungen auf breiter Front zu. In der Karwoche erreichte die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe zwischenzeitlich ein Niveau oberhalb von 3,10 Prozent – mithin der höchste Stand seit rund 15 Jahren – bevor es wieder merklich südwärts ging.

Eng verknüpft mit den Folgen des Konfliktes warteten die Marktteilnehmer gespannt auf die Veröffentlichung der monatlichen Inflationsraten. In Deutschland sprang die Teuerung im Jahresvergleich von 1,9 Prozent auf 2,7 Prozent. Verantwortlich zeichneten erwartungsgemäß die erheblich gestiegenen Energiepreise. Das gleiche Muster zeigte sich selbstredend auch in den Zahlen für den gesamten Währungsraum. In der Eurozone kletterte der Verbraucherpreisindex im März um 2,5 Prozent.
Wie geht es weiter?
Die Lage im Nahen Osten bleibt im Angesicht der Fortsetzung gegenseitiger Angriffe ohne Umschweife angespannt. Widersprüchliche Meldungen hinsichtlich des Verhandlungsstatus sind weiterhin an der Tagesordnung und lassen die Risikowahrnehmung der Investoren stark schwanken. In der Momentaufnahme muss man konstatieren, dass eine nachhaltige Lösung des dominierenden Konflikts aktuell nicht seriös abschätzbar ist.
Für die US-Notenbank Fed rückt kurzfristig die zweite Komponente ihres Doppelmandats in den Fokus. Neben der herausfordernden Aufgabe der Preisniveaustabilität gilt ihr Augenmerk zudem der Vollbeschäftigung. Der anstehende US-Arbeitsmarktbericht dürfte abseits der geopolitischen Turbulenzen also von besonderem Interesse sein. Nach der überraschend schwachen Publikation im Februar rechnen die Volkswirte nunmehr wieder mit einem Stellenaufbau im März.
In diesen Tagen ausgesprochener Ungewissheit bleibt eine möglichst breite Vermögensaufstellung die oberste Maxime. Die Einbeziehung von risikoreduzierten Anlageklassen nimmt in diesem undurchsichtigen Fahrwasser zweifelsohne einen erhöhten Stellenwert ein.