Die Stimmung trübt sich weiter ein
Der Deutsche Aktienindex (DAX) scheint der schwierigen Gemengelage mit dem Blick auf die Kurstafeln mehr und mehr Tribut zu zollen. Vielmehr entfernte sich das heimische Leitbarometer zur Wochenmitte etwas von der tapfer verteidigten Marke von 26.000 Punkte gen Süden. Eigentlich kein Wunder vor dem Hintergrund der herausfordernden Rahmenbedingungen. Die Ölnotierung hat im Angesicht der schwelenden geopolitischen Spannungen inzwischen wieder das Level von 100 US-Dollar pro Fass der Sorte Brent übersprungen. Die Konsequenz aus dem Anstieg der Energiepreise sind absehbare negative Folgen für die Inflation und etwaige Ableitungen für die Geldpolitik der wichtigsten Währungshüter. Die Renditen der Staatsanleihen zogen in diesem Kontext weiter an.
Dazu passte auch der vielbeachtete monatliche US-Arbeitsmarktbericht, der sich im August von seiner robusten Seite zeigte. Während der Stellenaufbau deutlich auf der Oberseite überraschte, verharrte die Arbeitslosenquote mit 4,1 Prozent auf dem niedrigsten Niveau seit Mitte 2025.

In der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft China überzeugte zuletzt erneut der Außenhandel. Der Überschuss in dreistelliger Milliardenhöhe ist unter anderem das Resultat von um 25 % verbesserten Ausfuhren.
Das Wochenhighlight für die Marktteilnehmer stellte aber ohne Frage die turnusmäßige Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) dar. Die Anhebung der Leitzinsen um 25 Basispunkte nach der Sommerpause war einhellige Meinung auf dem Parkett. Mehr im Fokus standen vielmehr die aktualisierten Szenarien und Prognosen der Notenbanker.
Die Inflationsprognose für 2026 wurde unverändert bei 3 % belassen, während die Werte für 2027 und 2028 leicht nach oben angepasst wurden. Darüber hinaus erwartet die EZB nun ein stärkeres Wachstum in diesem und im nächsten Jahr. Insgesamt war Christine Lagarde bemüht, keine Hinweise auf die weitere Zinspolitik der Notenbank zu geben. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Erhöhung hat jedoch spürbar zugenommen.
Wie geht es weiter?
Die latenten Belastungsfaktoren lassen die Aktienmärkte offensichtlich nicht mehr kalt. Die unterdessen höhere Risikoaversion passt, ob inhaltlich richtig oder nicht, sehr gut zu dem historischen Saisonmuster. Mit dem Blick in den Rückspiegel steht der September über die vergangenen Dekaden für den Börsenmonat mit der schwächsten Wertentwicklung.
Kurzfristig dürfte die Veröffentlichung der amerikanischen Inflationsdaten im Mittelpunkt des Interesses stehen. Unter eigenem Zutun sollten die anstehenden Teuerungsraten als der wichtigste Datenpunkt für die US-Notenbanker unter der neuen Führung von Kevin Warsh und deren Entscheidungsfindung wahrgenommen werden. Die erste Tagung nach dem Symposium in Jackson Hole findet dann in der kommenden Woche statt.
In dem aktuell unruhigen Fahrwasser gilt die Devise einer möglichst breiten Vermögensaufteilung umso mehr. Im Vergleich der gegenwärtigen Attraktivität der Anlageklassen haben Anleihen mit guten Bonitäten und längeren Laufzeiten die Nase vorn.