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Wochenausblick Aktien

Unser Wochenausblick hebt Sie heraus aus dem tagesaktuellen Geschehen des Finanzmarktes und fasst die wichtigsten Informationen kompakt zusammen. Mit dieser Einordnung lassen sich aktuelle Markttrends besser verstehen und sie hilft, Chancen und Risiken effektiver zu analysieren. Das Experten-Team der Haspa liefert kapitalmarktspezifische Einschätzungen zur Weltlage, kommentiert Finanz-News und weist auf wichtige Termine hin.

Renditedruck fordert den Technologiesektor heraus

Die globalen Aktienmärkte navigieren aktuell durch eine Gemengelage aus rückläufigen Inflationsdaten und geldpolitischer Wachsamkeit. Während sich der Teuerungsdruck in Europa deutlich schneller als erwartet abschwächt – mit positiven Überraschungen in Deutschland (2,3 %), Frankreich (2,0 %) und Italien (3,1 %) – gibt sich die US-Notenbank unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh unnachgiebig. Auf dem Notenbanksymposium in Sintra erteilte Warsh übermäßigen Zinssenkungshoffnungen eine Absage und betonte die strikte Datenabhängigkeit der Fed, was die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September am Markt auf rund 70% klettern ließ.

An den Handelsplätzen löste diese Dynamik Gewinnmitnahmen im Technologiesektor aus. Nach einem starken Quartalsende korrigierte der Nasdaq 100 zu Beginn des neuen Monats um 1,5 %, wobei insbesondere der Halbleiter- und Hardware-Sektor unter spürbarem Abgabedruck stand. Demgegenüber konnten Plattformbetreiber und Anbieter digitaler Infrastruktur von strategischen Ankündigungen zur Vermarktung eigener Cloud- und KI-Kapazitäten profitieren und sich dem Abwärtstrend entziehen. Den breiten Markt stützt derzeit noch die „Buy-the-Dip“-Mentalität der Privatanleger.

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Wie geht es weiter?

Ein wesentlicher Entspannungsfaktor ist der Nahe Osten. Trotz der jüngsten Eskalationen in der Straße von Hormus und gegenseitigen Luftschläge zwischen den USA und dem Iran hat sich durch die diplomatischen Bemühungen in Doha eine Deeskalation abgezeichnet. Der Schiffsverkehr bleibt zwar fragil (13 bis 57 Schiffe täglich schwankend), doch die Märkte preisen bereits eine wieder stabilere Öl- und Gasversorgung ein, was die Ölpreise deutlich sinken ließ.

Für die kommenden Handelstage ist aufgrund des US-Feiertags (Independence Day) mit einem dünneren Handelsvolumen zu rechnen. Zudem treten die Unternehmen nun in die sogenannte Blackout-Phase ein. Dies ist der gesetzlich geregelte Zeitraum kurz vor Veröffentlichung der Quartalszahlen, in dem Unternehmen keine eigenen Aktien zurückkaufen dürfen womit dem Markt vorübergehend ein bedeutender Käufer und Stabilisierungsfaktor fehlt. Der Blick richtet sich somit bereits auf den 14. Juli, wenn die Berichtssaison mit den US-Großbanken startet. Wir beobachten zudem die US-Arbeitsmarktdaten (Prognose: +113.000 Stellen, Arbeitslosenquote 4,3%; Ergebnis: +57.000 Stellen, 4,2%). Diese werden von Warsh zwar weniger beachtet als von seinem Vorgänger, sind für das Gesamtgremium der Fed und für die Zinspolitik aber weiterhin maßgebend. Vor diesem Hintergrund erwarten wir bis auf Weiteres ein Verharren der Zinsen auf dem aktuellen Niveau.
In unserem kommenden Halbjahresausblick werden wir detailliert auf die strategische Positionierung für das zweite Halbjahr eingehen. Angesichts der erhöhten Volatilität im Technologiesektor und der unsicheren Zinsentwicklung gewinnen Seitwärtsstrukturen an Bedeutung.

Im Rahmen unseres Leitmotivs „Chancen nutzen, Resilienz leben“ raten wir im aktuellen Umfeld zu defensiven Beimischungen. Hier bieten Anleihen und insbesondere Wandelanleihen auf dem Zinsniveau weiterhin ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. Eine konsequente und breite Diversifikation über alle Anlageklassen hinweg bleibt die wichtigste Prämisse für ein robustes Portfolio.