Search
Close this search box.

Wochenausblick Aktien

Unser Wochenausblick hebt Sie heraus aus dem tagesaktuellen Geschehen des Finanzmarktes und fasst die wichtigsten Informationen kompakt zusammen. Mit dieser Einordnung lassen sich aktuelle Markttrends besser verstehen und sie hilft, Chancen und Risiken effektiver zu analysieren. Das Experten-Team der Haspa liefert kapitalmarktspezifische Einschätzungen zur Weltlage, kommentiert Finanz-News und weist auf wichtige Termine hin.

Technologiebörse auf Rekordhoch

Der Wochenanfang stand ganz im Zeichen sinkender Ölnotierungen und steigender Technologieaktien. Entspannungssignale auf der aufmerksam beobachteten geopolitischen Ebene ließen den Preis für ein Barrel der Sorte Brent nach der Rallye der letzten Wochen zwischenzeitlich wieder unter 100 US-Dollar absacken. Verantwortlich zeichneten wohlwollend aufgenommene Hinweise auf diplomatische Fortschritte im Nahost-Konflikt sowie gestiegene Ausfuhren des „schwarzen Goldes“ aus Saudi-Arabien. Daneben alimentierten Nachrichten aus der KI-Welt die Stimmung auf dem Börsenparkett. Unter anderem stellte der Platzhirsch Nvidia eine Verdoppelung der Chipverkäufe im kommenden Jahr in Aussicht und zerstreute damit die Sorgen vor einer generellen Wachstumsverlangsamung im prosperierenden Sektor. Vor diesem Hintergrund markierte die Technologiebörse Nasdaq temporär ein frisches Rekordhoch. Der Deutsche Aktienindex (DAX) konnte alleine wegen seiner andersgearteten Branchenkomposition nicht derart partizipieren. Im weiteren Wochenverlauf bremsten wieder anziehende Staatsanleiherenditen rund um den Globus die Kauflaune bei Risikoanlagen.
Die mit Spannung erwarteten Konjunkturdaten aus Europa überraschten ebenso wie die US-amerikanischen im Angesicht der offensichtlichen Belastungsfaktoren wie den stark erhöhten Energiepreisen auf der Oberseite. Die monatlichen Einkaufsmanagerindizes zeigten für den Euroraum im Gesamtwert eine spürbare Verbesserung. Dabei votierten die befragten Dienstleistungsunternehmen optimistischer als die Industrievertreter. In die gleiche Kerbe schlug der ifo Geschäftsklimaindex. Das prominente Barometer kletterte auf dem Rücken erbaulicher Geschäftserwartungen und einer vorteilhafteren Lagebeurteilung auf den höchsten Stand seit Mitte 2023.
Mit dem Blick auf den per Saldo leicht rückläufigen heimischen Leitindex fiel zuletzt die heterogene Wertentwicklung der Einzeltitel ins Auge. Aus den Depots flogen nach der Gewinnwarnung von Volkswagen vor allem die Papiere von Autoherstellern.

Wie geht es weiter?

Die Entscheidungsfindung der Investoren ist momentan augenscheinlich stark abhängig von der Bewegung der Energiepreise. Hoffnungsschimmer bzw. Deeskalationstendenzen seitens des bereits seit Ende Februar währenden Iran-Konflikts münden in nachgebenden Marktpreisen für Energie und dämpfen damit die Inflationssorgen inklusive etwaiger potenzieller geldpolitischer Konsequenzen – et vice versa. Eine konkrete Prognose der kriegerischen Auseinandersetzung bleibt gleichwohl nicht seriös abschätzbar. Gleichzeitig gehen wir nach wie vor davon aus, dass die US-Notenbank Fed als wichtigster Akteur mit der kürzlich vollzogenen Leitzinsanhebung keinen Erhöhungszyklus anstoßen möchte.
Apropos anstoßen, anstoßen konnten vor nicht allzu langer Zeit vor allem die Börsengesellschaften aus Übersee auf die operativen Erfolge im zweiten Geschäftsquartal. Auf den Kalender blickend stehen unweigerlich die Unternehmensberichte für das dritte Vierteljahr vor der Tür. Wir rechnen marktkonform erneut mit einer deutlichen, sprich prozentual zweistelligen Steigerung der Erträge im Jahresvergleich. Mit den potenten Technologiekonzernen an der Spitze sollte sich die Saison ab Mitte Oktober als positiver Katalysator für die Aktienmärkte – vor allem in New York – herausstellen.
Das inzwischen erklommene und oberhalb unserer Prognose befindliche Renditeniveau bei Staatspapieren spricht ferner für eine explizite Betonung des Anleihesegmentes im Rahmen der Vermögensallokation.