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Das Hin und Her im Angesicht der schwelenden geopolitischen Krise im Nahen Osten geht scheinbar in erhöhter Frequenz weiter. Hoffnungsstimmende und destruktive Nachrichten wechseln sich ab und halten die Marktteilnehmer in Atem. Auf das am vergangenen Wochenende vom US-Präsidenten formulierte zweitägige Ultimatum zur Freigabe der Straße von Hormus folgte prompt eine Aussetzung der Forderung für fünf Tage, um kurze Zeit später einen 15-punktigen Friedensplan Richtung Teheran zu senden. Die auf dieser Nachrichtenbasis gesunkenen Ölpreise sorgten zumindest dafür, dass sich die Aktienmärkte von ihren zu Wochenanfang ausgeloteten Jahrestiefständen gen Norden lösen konnten.

In dem typischen Reaktionsmuster der letzten drei Wochen legte parallel zu den Aktien auch der Goldpreis wieder zu, während die Renditen am Anleihemarkt in der Momentaufnahme leicht nachgaben.
Nach dem in der Vorwoche bereits eingebrochenen ZEW Index als Umfrage unter Finanzexperten trübte sich nunmehr auch das Stimmungsbild der Firmenlenker in Form des ifo Geschäftsklimaindex spürbar ein. Vor allem die Konjunkturerwartungen zollten dem Iran-Krieg mit einem markanten Rückgang Tribut. Zu den potenziellen Störfaktoren gehören für die Unternehmer steigende Energiekosten, höhere Zinsen und etwaige Brüche in der Lieferkette.
Wie geht es weiter?
Das taktgebende Geschehen auf der geopolitischen Bühne bleibt gespickt von teils widersprüchlichen Meldungen und damit äußerst fragil. Die Märkte hängen weiter an den Lippen des US-Präsidenten, der mit seinen Aussagen nach wie vor große Bewegungen verursacht. Die Dauer und weitere Ausprägung des Konflikts ist über die Entwicklung der Energiepreise von exponierter Bedeutung für die Investoren.
Die Krise hat selbstredend auch die wichtigsten Notenbanken in eine neu zu bewertende Situation manövriert. In ihrer Kommunikation an die Kapitalmarktteilnehmer bereiten sich die Währungshüter augenscheinlich bereits auf erwartbare Inflationseffekte vor. In diesem Zusammenhang werden in der kommenden Woche erste Fakten geschaffen, denn die Veröffentlichung der Teuerungsraten für den Monat März steht an. Alles andere als ein spürbarer Anstieg der Verbraucherpreise wäre überraschend. Die an den Terminmärkten aktuell angezeigten Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) im Kalenderjahr 2026 halten wir indes für verfrüht.
Weitere Details und Ausführungen zur Anlagestrategie entnehmen Sie bitte unserer aktuellen Markteinschätzung.