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Konjunktur & Preise: Euroraum: Leitzins # USA: VPI Inflationsrate

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Quelle: Bloomberg

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Rückblick:

Die Industireaufträge in Deutschland lieferten diese Woche eine der größten Überraschungen in den heimischen Gefilden. Im Vergleich zum Vormonat legten die Aufträge überraschend deutlich um 2,5 Prozent zu (erwartet wurde lediglich ein Plus von 0,3 Prozent). Verantwortlich für den dritten Anstieg in Folge waren großvolumige Transportgüter. Dies ist ein weiteres Anzeichen für die vorsichtige industrielle Erholung in der größten Volkswirtschaft im Euroraum. Zeitgleich brachen die deutschen Einzelhandelsumsätze im Juli mit einem Rückgang von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat unerwartet stark ein. Die Verbraucher bleiben insbesondere aufgrund gestiegener Inflation und Energiekosten, welche die reale Kaufkraft senken, zögerlich. Die deutsche Inflationsrate stieg im August im Vergleich zum Vorjahr auf 2,9 Prozent an. Haupttreiber ist nach wie vor der Anstieg der Energiepreise. Die Teuerung bei Dienstleistungen und Nahrungsmitteln ließ jedoch etwas nach und es zeichnen sich weiterhin keine Hinweise auf inflationäre Zweitrunden-Effekte ab.

Die Inflationsrate im Euroraum lag im August bei 3,3 Prozent. Dies wurde am Markt so erwartet. Die Kernrate lag mit 2,4 Prozent jedoch leicht unter der Markterwartung. Aus EZB-Kreisen wurde dies als ermutigend wahrgenommen, da auch im Gesamt-Euroraum keine Zweitrunden-Effekte erkennbar sind. Die Erzeugerpreise blieben im Juli mit 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr jedoch deutlich erhöht und deuten auf anhaltenden Preisdruck auf die Verbraucherpreise hin. Die Arbeitslosenquote blieb im Juli mit 6,4 Prozent stabil.

In den USA verbesserte sich der ISM-Einkaufsmanagerindex unerwartet deutlich auf 55,4 Punkte und markierte damit ein Sechs-Monats-Hoch. Zu den positiven Ergebnissen zählte die Zunahme bei Neuaufträgen. Der Teilindex „Gezahlte Preise“ legte indes weiter zu und befindet sich nun auf einem Vier-Jahres-Hoch. Die Entwicklung trug zu einem Anstieg der Inflationssorgen bei. Im verarbeitenden Gewerbe gab der Einkaufsmanagerindex mit 54,6 Punkten leicht nach, bleibt aber seit acht Monaten komfortabel oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Das Handelsdefizit der USA weitete sich im Juli auf 88,6 Milliarden US-Dollar aus, was auf einen breiten Importanstieg zurückzuführen ist.

In China legte der RatingDog Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stärker zu als erwartet und bleibt mit 51,4 zum neunten Mal in Folge im Expansionsbereich. Der entsprechende Index für den Dienstleistungssektor gab hingegen auf 50,4 Punkte nach. Insgesamt zeichnen sich bei den Einkaufsmanagerindizes von RatingDog und dem offiziellen NBS-Index Diskrepanzen ab. Denn der Gesamtindex verharrte mit 49,5 Punkten unerwartet im Kontraktionsbereich. Dies ist vor allem auf die schwache Binnennachfrage und den sich vertiefenden Einbruch im Bausektor zurückzuführen.

Ausblick:

Noch diesen Freitag wird mit Spannung der US-Arbeitsmarktbericht erwartet. In der kommenden Woche ist vor allem die September-Sitzung der EZB von besonderem Interesse. Mit Blick auf das weitere geldpolitische Vorgehen der US-Notenbank (Fed) stehen die Verbraucher- und Erzeugerpreisindizes im Fokus. Der Uni Michigan Index zur Verbraucherstimmung dürfte zudem neue Einblicke in die Konsumlaune in den USA gewähren. Darüber hinaus werden wichtige Außenhandelsdaten aus Deutschland und China erwartet.

Euroraum: Leitzins

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Die erste Sitzung der EZB nach der Sommerpause wird mit Spannung erwartet. Alles deutet darauf hin, dass eine Erhöhung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte beschlossen wird. Eine Anhebung des Leitzinses (Einlagesatz) auf 2,5 Prozent wäre somit keine Überraschung für die Märkte. Wichtiger sind daher Hinweise über das weitere Vorgehen der EZB. Nicht zuletzt aufgrund der anhaltend hohen Energiepreise und der daraus folgenden erhöhten Inflationsraten im Euroraum deuten die marktimpliziten Leitzinserwartungen gegenwärtig auf drei Erhöhungen bis Mitte 2027 hin. Der Marktkonsens unter Ökonomen sah bis zuletzt keine weitere Erhöhung nach September vor. Dies könnte sich jedoch nach der Sitzung ändern. Neben der Kommunikation von EZB-Präsidentin Christine Lagarde stehen vor diesem Hintergrund insbesondere die aktualisierten Szenarien und Prognosen der Notenbank im Fokus, die im September turnusmäßig aktualisiert werden. In den Tagen nach der Sitzung werden zudem jegliche Aussagen von EZB-Ratsmitgliedern genauestens analysiert werden.

USA: VPI Inflationsrate

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Die US-Inflationsrate für August ist der entscheidendste Datenpunkt vor der Sitzung der Fed im September. Die Märkte erwarten, dass die Rate im August unverändert bei 3,4 Prozent liegen wird. In den Monaten Juni und Juli gaben die Inflationsraten nach und deuteten auf einen etwas nachlassenden Preisdruck hin. Doch auch in den USA bleibt die Gefahr vor inflationären Zweitrunden-Effekten, die sich aus dem Energiepreis-Schock ergeben könnten, real. Zudem stehen Hinweise auf die Preisanstiege durch die US-Zölle im Fokus. Schließlich haben sich die Handelskonflikte zwischen den USA und wichtigen Handelspartnern zuletzt wieder zugespitzt und könnten abermals für zunehmenden Preisdruck sorgen. Festzuhalten bleibt, dass die Inflationsrate nach wie vor deutlich über dem Zwei-Prozent-Inflationsziel der Fed liegt. Das ist ganz nach dem Unmut des neuen Fed-Präsidenten Kevin Warsh, der sich in seiner Rede auf dem Zentralbank-Symposium in Jackson Hole in der vergangenen Woche sehr unzufrieden mit der Höhe und Hartnäckigkeit der Inflation in den USA zeigte.

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