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Quelle: Bloomberg
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Rückblick:
Diese Woche war der ökonomische Datenkalender prall gefüllt. Mit Blick auf den Euroraum standen die Veröffentlichung der Wachstumszahlen für das zweite Quartal und die Inflationsdaten für Juli an. Genau diese Indikatoren dürfte die Europäische Zentralbank während ihrer Sommerpause genauestens beobachten. Das Wachstum im Euroraum lag einer ersten vorläufigen Schätzung zufolge bei 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dies war das stärkste Wachstum seit über einem Jahr und doppelt so hoch wie die Markterwartung. Hauptgrund für den Anstieg war, dass die größten Volkswirtschaften im Euroraum erstmals seit mehreren Quartalen zeitgleich gewachsen sind. In Deutschland übertraf das saison- und kalenderbereinigte Wachstum von 0,2 Prozent die Konsensschätzung um 0,1 Prozentpunkte. Die wichtigsten Treiber waren staatliche Stimulus-Programme und Strukturreformen. Insgesamt zeigte sich die Wirtschaft im Euroraum somit trotz Iran-Konflikt und gestiegener Energiepreise unerwartet robust. Die positive Überraschung beim Wachstum im gesamten Euroraum war vor allem auf eine starke Binnennachfrage zurückzuführen.
Ebenfalls positiv überraschte der ifo-Index für Juli mit einem Anstieg auf 86,6 Punkte. Dies war der dritte Anstieg in Folge. Während die Zukunftsaussichten eher als optimistisch wahrgenommen wurden, fällt die Bewertung der aktuellen Lage weiterhin deutlich negativ aus.
Die Inflationsraten im Euroraum lagen in den meisten Ländern insgesamt über der Konsenserwartung. Vor allem der Anstieg der Energiepreise fiel etwas stärker aus als erwartet. Die deutsche Inflationsrate lag im Juli im Vergleich zum Vorjahr bei 2,8 Prozent (Erwartung: 2,7 Prozent). Haupttreiber für den Anstieg waren auch hier die Energiepreise. Die Kerninflationsrate war mit 2,4 Prozent um 0,1 Prozentpunkte tiefer als im Juni. Die Inflationsrate für den gesamten Euroraum entsprach für den Monat Juli mit 2,9 Prozent ebenfalls der Markterwartung. Die Kern-Inflationsrate lag mit 2,4 Prozent jedoch um 0,1 Prozentpunkte oberhalb der Konsensschätzung.
Die Kombination aus robustem Wachstum im Euroraum, nach wie vor erhöhten Inflationsraten und der latenten Gefahr von durch die Energiepreisanstiege ausgelösten Zweitrundeneffekten spricht für eine weitere Zinserhöhung der EZB im September.
In den USA lag das Wachstum im zweiten Quartal ersten Schätzungen zufolge bei 1,5 Prozent. Dies blieb hinter der Markterwartung zurück. Ein Blick auf die Wachstumskomponenten relativiert jedoch das schwächere Wachstum. Der Konsum zeigte sich relativ stark. Hohe Importe, die vor allem auf vorgezogenen, mit KI in Bezug stehende Güter zurückzuführen sind, drückten die Wachstumsrate nach unten. Etwas besorgniserregender war indes der im Zuge der Wachstumszahlen veröffentlichte GDP Price Index. Er ist das breiteste Inflationsmaß der US-Wirtschaft und gibt Aufschluss über den Gesamtpreisdruck. Er stieg im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Prozent an (erwartet wurden 4,0 %). Allerdings lässt sich dieser Anstieg auch etwas relativieren, da die Inflationsrate bei den persönlichen Konsumausgaben (PCE) rückläufig war.
Angesichts der wieder gestiegenen Energiepreise und der Inflationsgefahren, die sich aus den jüngsten Ankündigungen der US-Administration zur Erhebung neuer Zölle ergeben, kam die US-Notenbank (Fed) diese Woche zu ihrer zweiten Sitzung unter dem Vorsitz von Kevin Warsh zusammen. Während die Fed ihren Leitzins wie erwartet in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent unverändert ließ, warf die zweite Pressekonferenz des neuen Fed-Präsidenten viele Fragen auf und enthielt zum Teil widersprüchliche Aussagen. Vor allem an den Anleihemärkten kamen die Ausführungen von Kevin Warsh weniger gut an. Die Inflationserwartungen stiegen, die Erwartungen bezüglich Leitzinserhöhungen wurden teilweise zurückgenommen und vor allem 30-jährige Staatsanleihen wurden in großem Umfang abgestoßen. Infolge dessen stieg die entsprechende Rendite auf den höchsten Stand seit 2007. Die Ausführungen und der Ausblick auf eine möglicherweise weniger starke Gangart bei der Inflationsbekämpfung führten zudem zu einer spürbaren Abwertung des US-Dollars. Das Gremium der Fed, das über den Leitzins entscheidet, bleibt weiterhin stark gespalten. Im Gegensatz zur Sitzung im Juni, bei der die Notenbanker einstimmig entschieden hatten, gab es diesmal drei Abweichler, die für eine Erhöhung gestimmt hatten. Dies unterstreicht die große Schwierigkeit für Warsh, seine zumindest verbal zum Ausdruck gebrachte Null-Toleranz für erhöhte Inflationsraten umzusetzen. Auch die Schwierigkeiten, Einstimmigkeit innerhalb des Gremiums herzustellen, kamen bei den Märkten nicht gut an. Während der Konsum im zweiten Quartal eine wichtige Wachstumsquelle war, ist der viel beachtete Conference-Board-Index zur US-Verbraucherstimmung im Juli unerwartet gesunken. Ein wichtiger Grund war die Verschlechterung der Bedingungen am Arbeitsmarkt. Positiv hervorzuheben ist jedoch der Rückgang der von den befragten Verbrauchern angegebenen Inflationserwartungen.
Ausblick:
In der kommenden Woche werden wichtige Daten zu den Auftragseingängen sowie zum Einzel- und Außenhandel aus Deutschland erwartet. In den USA stehen Zahlen zum Arbeitsmarkt im Fokus. Zudem wird der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor veröffentlicht. Im Euroraum wird der Erzeugerpreisindex für Juni weitere Einblicke in die Inflationsentwicklung gewähren. Auch aus China werden mit den Außenhandelszahlen wichtige Daten erwartet.
USA: Arbeitsmarkt
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Die US-Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft haben im bisherigen Jahresverlauf eine hohe Volatilität gezeigt: Dem starken Anstieg um 172 Tausend Stellen im Mai folgte ein deutliches Verfehlen um 57 Tausend im Juni. Dies wurde insbesondere durch Stellenverluste im Einzelhandel und im Gastgewerbe sowie durch einen Einbruch der Erwerbsquote auf 61,5 % verursacht. Dadurch beläuft sich der Drei-Monats-Durchschnitt auf rund 115 Tausend Stellen und der Arbeitsmarkt befindet sich in einem „Low-Fire, Low-Hire“-Gleichgewicht, das sich durch geringe Neueinstellungen bei gleichzeitig geringen Entlassungen auszeichnet. Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank charakterisiert dieses Gleichgewicht als weitgehend stabil. Das Doppelmandat der Fed umfasst sowohl Preisstabilität als auch Vollbeschäftigung. Da das erste Ziel aktuell stärker gefährdet ist, bietet dies prinzipiell Spielraum einen stärkeren Fokus auf die Inflationsbekämpfung zulegen. Dies erklärt auch, warum auf der Juli-Sitzung der Fed drei Abweichler für eine Erhöhung stimmten.
China: RatingDog Einkaufsmanagerindex (verarbeitendes Gewerbe)
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Der chinesische RatingDog Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes hat sich nach dem Anstieg auf ein Zweijahreshoch von 52,2 Punkten im April schrittweise auf 51,7 Punkte im Juni verschlechtert. Der Index liegt aktuell jedoch nach wie vor oberhalb der konjunkturellen Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Gründe für den jüngsten Abschwächungstrend sind die anhaltende Schwäche des Binnenmarkts, Margendruck durch die Weitergabe von Energiekosten und ein strukturell belasteter Arbeitsmarkt. Einen wichtigen Ausgleich haben jedoch Rekordexporte geleistet. Der chinesische Exportsektor profitiert nach wie vor von einer starken KI-getriebenen Nachfrage. Der Freitagmorgen veröffentlichte offizielle NBS-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ist für den Monat Juni mit 49,2 Punkten unter die Wachstumsschwelle gefallen. Bei diesem fällt der Boom der KI-Hardware-Exporte jedoch weniger stark ins Gewicht. Mit dem Blick nach vorne könnten auch die neuen US-Zölle Gegenwind für das verarbeitende Gewerbe bedeuten.