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Konjunktur & Preise: Euroraum: Inflationsraten # USA: Arbeitsmarkt

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Quelle: Bloomberg

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Rückblick:

In dieser Woche wurden die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) für den Monat Juni veröffentlicht. Wie bereits in den vorherigen Monaten zeichnet sich auch hier eine deutliche Divergenz zwischen den USA und dem Euroraum ab. In den USA liegt der kombinierte Gesamt-PMI (Kombination aus dem PMI für den Dienstleistungssektor und dem PMI für das verarbeitende Gewerbe) mit 52,2 Punkten 2,7 Punkte über seinem Pendant für den Euroraum (49,5 Punkte). Letzterer liegt somit unterhalb der Wachstumsschwelle, d. h. dem Wert, der mit einer konjunkturellen Expansion verbunden ist. Besonders deutlich ist der Unterschied beim PMI für das verarbeitende Gewerbe. Dieser liegt in den USA sogar 4,4 Punkte höher (55,7 Punkte). Auch unter den einzelnen Euroländern zeichnen sich größere Unterschiede ab. So enttäuschte der PMI für den Dienstleistungssektor im Juni in Deutschland und gab spürbar auf 46,8 Punkte nach (es wurde ein leichter Anstieg auf 49 Punkte erwartet). Dies war der schlechteste Wert seit November 2022 und liegt deutlich unter dem PMI für den Dienstleistungssektor im gesamten Euroraum im Juni (48,9 Punkte). Im verarbeitenden Gewerbe lag der PMI in Deutschland im Juni genau auf der Wachstumsschwelle (im Euroraum lag dieser bei 50,3). Die Hauptgründe für die unterschiedlichen Entwicklungen in den USA und im Euroraum liegen vor allem in der größeren Exposition der Euroländer zum durch den Irankrieg ausgelösten Energiepreisschock, einem robusteren US-Konsum, einem unterschiedlichen geld- und fiskalpolitischen Rahmen sowie einer unterschiedlichen Struktur im Dienstleistungssektor. Der europäische Dienstleistungssektor – vor allem der deutsche – weist üblicherweise eine deutlich größere Abhängigkeit von Energiepreisen und der heimischen Konsumentenstimmung auf. Die im Juni veröffentlichten PMIs deuten insgesamt auf eine beschleunigte Expansion der amerikanischen Konjunktur hin, während der Euroraum aufgrund der Schwäche im Dienstleistungssektor leicht im Kontraktionsbereich liegt. Inwieweit sich diese Divergenz fortsetzen könnte, dürfte insbesondere vom weiteren Verlauf des Iran-Konflikts und den Entscheidungen der Zentralbanken abhängen.

Hinsichtlich des weiteren geldpolitischen Kurses der US-Notenbank (Fed) standen diese Woche die persönlichen Konsumausgaben und die auf Basis dieser berechnete Inflationsrate (PCE-Rate) im Fokus. Denn die Kern-PCE-Rate, die ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel berechnet wird, gilt als das präferierte Inflationsmaß der Fed. Entsprechend der Konsenserwartung am Markt lag die PCE-Rate im Mai im Jahresvergleich bei 4,1 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit April 2023. Die entsprechende Kern-PCE-Rate lag mit 3,4 Prozent um 0,1 Prozentpunkte über der Markterwartung. Positiv überraschte hingegen die Einkommensseite. Das persönliche Einkommen legte im Monatsvergleich um 0,7 Prozent zu (Erwartung: 0,4 Prozent). Dies unterstützte auch die realen Ausgaben der Haushalte (Real Personal Spending), die im Mai um 0,3 Prozent stiegen. Insgesamt zeichnete die Veröffentlichung zwei Bilder. Einerseits ein Dreijahreshoch bei der Inflationsrate. Zum anderen eine deutlich robuste Konsumnachfrage. Dies unterstreicht den Balanceakt, den die US-Notenbank nun meistern muss: Inflationsbekämpfung ohne das positive Wachstumsmomentum nicht zu stark abzuwürgen.

Das Verbrauchervertrauen im Euroraum verbesserte sich im Juni leicht und liegt nun bei -17,7 Punkten (Mai: -19 Punkte). In den heimischen Gefilden blieb der GfK-Konsumklimaindex für Juli mit -29,9 Punkten im Grunde unverändert zum Vormonat. Hinsichtlich der Stimmungsindikatoren lag das Hauptaugenmerk jedoch auf der Veröffentlichung des ifo Geschäftsklimaindex für Juni. Dieser verbesserte sich leicht auf 85 Punkte (0,6 Punkte höher als im Mai). Die Unternehmen beurteilen das Geschäftsklima angesichts der Hoffnung auf eine positive Entwicklung im Iran-Konflikt als „weniger unsicher“. Der Subindex für die Erwartungen lag jedoch mit 81,1 Punkten 0,7 Punkte unter der Markterwartung. Laut ifo-Präsident Clemens Fuest wird eine Verbesserung der Situation für die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten erwartet.

Ausblick:

In der kommenden Woche richten die Marktteilnehmer ihre Aufmerksamkeit insbesondere auf die Veröffentlichungswelle der Einkaufsmanagerindizes. Weitere Einblicke in die heimische Konjunktur werden durch die ifo- und GfK-Stimmungsindikatoren gewährt. In den USA stehen zudem die neuesten Inflationsdaten im Fokus. Von der chinesischen Zentralbank werden keine Änderungen der Kreditleitzinsen erwartet.

Euroraum: Inflationsraten

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Bei den europäischen Inflationsraten dürfte das Hauptaugenmerk vor allem auf den Kern-Inflationsraten liegen, die ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel berechnet werden. Denn diese könnten neue Einblicke darüber gewähren, inwieweit sich die durch den Iran-Konflikt ausgelösten Energiepreisschocks auf andere Güter und Dienstleistungen übertragen haben. In der Kommunikation der einzelnen EZB-Ratsmitglieder wurden zuletzt sehr unterschiedliche Ansichten über derartige „Zweitrundeneffekte“ geäußert. Einige Mitglieder sind der Meinung, dass diese Effekte noch nicht erkennbar sind. Andere betonen jedoch, dass sie bereits sichtbar sind. Auf ihrer Sitzung im Juni hat die EZB ihre Inflationserwartungen für das laufende Jahr nach oben korrigiert. Verantwortlich hierfür waren neben den Erwartungen bezüglich der Energiepreise auch höhere Lebensmittelpreise sowie eine höhere Kerninflationsrate. Sollte die gegenwärtige Öffnung der Straße von Hormus anhalten, dürfte dies in den kommenden Monaten den Preisdruck aus den Inflationsraten nehmen. Die EZB fragt sich nun, inwieweit sich dieser inflationäre Impuls der mehrmonatigen hohen Energiepreise auf die weitere Preisentwicklung auswirken wird. Denn selbst nach dem Wegfall des „Auslösers” könnte der entstandene Preisdruck aus Sicht der EZB eine erneute Zinserhöhung erforderlich machen. So hat Philip Lane, der Chefsvolkswirt der EZB, verlautbaren lassen, dass er das obere Ende des Bandes, in dem sich der neutrale Leitzins – also der Zins, der die Wirtschaft weder stimuliert noch bremst – befindet, nun höher verortet. Für den Einlagesatz der EZB sieht er die obere Grenze nun eher bei 2,5 Prozent. Nach dieser Aussage läge der aktuelle Einlagesatz von 2,25 Prozent auch nach einer weiteren Erhöhung noch im neutralen Bereich. Diese Ansicht dürfte jedoch nicht von allen stimmberechtigten Teilnehmern des EZB-Offenmarktkomitees geteilt werden.

USA: Einkaufsmanagerindizes

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Das Doppelmandat der US-Notenbank umfasst die Ziele Vollbeschäftigung und Preisstabilität. Diese Tatsache hob der ehemalige Notenbankpräsident Jerome Powell regelmäßig auf den Pressekonferenzen der Fed hervor. Sein Nachfolger Kevin Warsh legte den Fokus in seiner Kommunikation auf seiner ersten Pressekonferenz im Juni hingegen eindeutig auf die Inflation. Darüber hinaus äußerte er sich sehr kritisch über die generelle Aussagekraft des Arbeitsmarktberichts. Er bemängelte insbesondere die Standards bei der Datenerhebung und die hohe Häufigkeit extrem starker Revisionen. Eine von Warsh ins Leben gerufene Taskforce soll sich mit den von der Fed verwendeten Datenquellen beschäftigen. Dadurch könnten viele Daten, denen die Märkte bislang eine große Rolle für die Ausgestaltung der US-Geldpolitik zugesprochen haben – insbesondere der Arbeitsmarktbericht –, an Relevanz verlieren.
Seit dem unerwartet starken Stellenabbau im Februar hat sich der Arbeitsmarkt erholt. Die Arbeitslosenquote lag in den letzten drei Monaten stabil bei 4,3 Prozent. Der durchschnittliche Stundenlohn erhöhte sich seit Februar sukzessiv von 37,27 auf zuletzt 73,53 US-Dollar. Aufgrund der gestiegenen Inflationsrate gingen die Reallöhne jedoch zurück. Nicht nur Kevin Warsh, sondern auch andere Mitglieder des Offenmarktgremiums der Fed sehen den Arbeitsmarkt gegenwärtig im Gleichgewicht. Vor diesem Hintergrund wird der Arbeitsmarktbericht in der kommenden Woche weniger aus konjunktureller Sicht betrachtet, sondern vielmehr hinsichtlich eines möglichen arbeitsmarktseitigen Inflationsdrucks analysiert.

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