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Konjunktur & Preise: Euroraum: Leitzins # USA: Arbeitsmarkt

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Rückblick:

In dieser Woche richteten die Marktteilnehmer ihre Aufmerksamkeit insbesondere auf die Januarsitzung der US-Notenbank (Fed). Wie erwartet, beließ diese ihren Leitzins in einer Spanne zwischen 3,50 und 3,75 Prozent. Interessanter waren jedoch die Ausführungen der Fed. So habe sich die durch den Shutdown rapide verschlechterte Datenbasis deutlich verbessert. Die Inflationsrate ist nach wie vor erhöht, doch die Fed erwartet, dass die Effekte der durch Zölle ausgelösten Preissteigerungen im Laufe des Jahres nachlassen werden.

Mit Blick auf die gegenwärtige Abkühlung am Arbeitsmarkt erwartet die Notenbank, dass sich die Arbeitslosenquote im Jahr 2026 stabilisieren wird. Auf die Frage, welches Ziel des Doppelmandats der Fed – Preisniveaustabilität und Vollbeschäftigung – gegenwärtig stärker gefährdet sei, antwortete der Notenbankpräsident Jerome Powell, dass es gegenwärtig schwer zu sagen sei. Überraschend schwach fiel das Verbrauchervertrauen des Conference Boards aus: Es sank im Januar von 94,2 auf 84,5 Punkte – der niedrigste Wert seit Mai 2014. Hauptgründe waren Inflation und die sich verschlechternde Situation auf dem Arbeitsmarkt. In Deutschland stagnierte der ifo Geschäftsklimaindex im Januar bei 87,6 Punkten. Dies trübte die erwartete Aufbruchsstimmung ins Jahr 2026 etwas ein.

Im Vergleich zum Vorquartal legte das BIP im vierten Quartal in den großen Volkswirtschaften des Euroraums zu (Deutschland: +0,3 %, Frankreich: +0,2 %, Italien: +0,3 %, Spanien: +0,8 % und gesamter Euroraum: 0,3 %).

Ausblick:

IIn der kommenden Woche stehen insbesondere der US-Arbeitsmarktbericht und die Februarsitzung der EZB im Fokus der Marktteilnehmer. Zudem werden aus Deutschland Zahlen aus dem wichtigen Exportsektor erwartet. Nach dem schwachen Wert des vom Conference Board erhobenen Verbrauchervertrauens wird außerdem der Verbraucherstimmungsindex der Universität Michigan besonders beachtet.

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Euroraum: Leitzins

Quelle: Bloomberg

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihre Leitzinsen voraussichtlich in der kommenden Woche unverändert lassen. Spannend könnten jedoch die Aussagen zur Wechselkursentwicklung sein. Denn auch wenn der Wechselkurs keine direkte Zielvariable der EZB darstellt, könnte eine weitere Aufwertung des Euro die Rufe nach Zinssenkungen lauter werden lassen. Von besonderem Interesse sind auch Aussagen zu den jüngsten Inflationszahlen. Auf ihrer Sitzung dürfte die Notenbank zudem abermals ihren datengetriebenen Ansatz bestätigen.

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USA: Arbeitsmarkt

Quelle: Bloomberg

Die wöchentlichen Zahlen zum US-Arbeitsmarkt fielen zuletzt wieder etwas besser aus. So verzeichnete die Zahl fortlaufender Arbeitslosenansprüche den niedrigsten Stand seit September 2024 und die Fed erwartet, dass sich die Arbeitslosenquote im Laufe des Jahres stabilisieren wird. Festzuhalten ist jedoch, dass der US-Arbeitsmarkt nach wie vor Abkühlungstendenzen aufweist. Hervorzuheben ist insbesondere der Rückgang bei der Schaffung von Arbeitsplätzen. Personen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, haben es deutlich schwerer, eine neue Beschäftigung zu finden. Darüber hinaus hat sich das Lohnwachstum verlangsamt. Die drastischen Einwanderungskürzungen dürften sich auch weiterhin in den Arbeitsmarktdaten niederschlagen. Nachdem der Shutdown die Qualität der Arbeitsmarktdaten zum Jahresende 2025 deutlich verschlechterte, werden sich aus den Zahlen nächste Woche wieder handfestere Ableitungen treffen lassen. Bezüglich des Arbeitsmarktsberichts am Freitag könnten zudem die Zahlen des Dienstleisters ADP, die in der nächsten Woche vorab veröffentlicht werden, sowie die am Dienstag veröffentlichten Daten zu den Stellenangeboten (JOLTS) erste Indikationen liefern.

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