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Quelle: Bloomberg
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Rückblick:
Ähnlich wie bei den Inflationsraten machten sich die unerwartet schnell gesunkenen Energiepreise im Juni auch bei den Erzeugerpreisen bemerkbar. Im Vergleich zum Vormonat Mai gab der deutsche Erzeugerpreisindex um 0,3 Prozent nach. Da dieser Rückgang primär auf die Energiepreise zurückzuführen ist, dürften die jüngsten Anstiege bei den Energiepreisen im Juli wieder für Aufwärtsdruck sorgen. Trotz der Energiepreisanstiege und des wieder zugenommenen geopolitischen Gegenwinds verbesserte sich der ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen unerwartet deutlich. Er stieg von 10,5 Punkten im Juni auf 26,3 Punkte (Konsenserwartung: 15,3 Punkte) an. Ein wichtiger Grund für den Anstieg war der größere Optimismus gegenüber den Wirtschaftsreformen der Bundesregierung. Das Konsumentenvertrauen im Euroraum verbesserte sich im Juli leicht um 1,7 Punkte auf −15,9. Dabei profitierte das Vertrauen in der ersten Julihälfte vor allem von gesunkenen Energiepreisen und abgenommenen geopolitischen Spannungen.
Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand diese Woche die Juli-Sitzung der Europäischen Zentralbank. Entsprechend der Markterwartung hatte diese ihren Leitzins (in Form des Einlagesatzes) mit 2,25 Prozent unverändert belassen. Die Notenbank betonte, dass sie auch weiterhin datengetrieben und von Sitzung zu Sitzung agieren werde und sich nicht im Vorfeld auf einen bestimmten Zinspfad festlegen werde. EZB-Präsidentin Lagarde hob zudem hervor, dass die gesamten inflationären Auswirkungen des Energieschocks noch nicht vollständig zum Tragen gekommen seien.
In China gaben die Staatsausgaben im Juni im Vergleich zum Vorjahr um fast 12 Prozent nach. Dies dürfte die Rufe nach mehr Stimulus – vor allem vor dem Hintergrund der schwächeren Wachstumszahlen im zweiten Quartal – lauter werden lassen. Zudem ließ die chinesische Zentralbank diese Woche ihre ein- und fünfjährigen Referenzzinsen für Kredite unverändert.
Der Einkaufsmanagerindex für den Euroraum drehte im Juli überraschend deutlich in den Expansionsbereich. Hauptgrund hierfür war die vergleichsweise starke Erholung im Dienstleistungssektor sowie die anhaltende Resilienz des verarbeitenden Gewerbes. Besonders überraschend war, dass auch der deutsche Index in den Expansionsbereich gesprungen ist. Allerdings wurden die Daten vorwiegend vor der erneuten Eskalation im Iran-Konflikt erhoben. Der aktuelle starke Anstieg der Energiepreise ist demnach noch nicht vollständig in den Einkaufsmanagerindizes abgebildet.
Ausblick:
In der kommenden Woche steht mit der Sitzung der US-Notenbank (Fed) abermals eine Notenbanksitzung im Fokus der Marktteilnehmer. Die Kernrate der persönlichen Konsumausgaben, das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß, wird jedoch erst nach dem Zinsentscheid veröffentlicht. Mit Blick auf das weitere geldpolitische Vorgehen der EZB dürften die Veröffentlichungen der europäischen Inflationsraten neue Anhaltspunkte liefern. Weitere wichtige Datenpunkt für die Notenbank sind zudem die nächste Woche bereitgestellten Wachstumszahlen für die Euroländer und dem Euroraum im zweiten Quartal. In den heimischen Gefilden werden neben den Inflationsraten auch der ifo-Index, Einzelhandelszahlen sowie die Arbeitslosenquote erwartet. Auch aus den USA werden BIP-Wachstumszahlen erwartet.
USA: Leitzins
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Ähnlich wie im Euroraum hat auch die anhand des Verbraucherpreisindexes berechnete US-Inflationsrate im Juni deutlich nachgegeben. Im Vergleich zum Vormonat ist die Inflationsrate um 0,42 Prozent gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr lag sie im Juni bei 3,5 Prozent (im Mai: 4,2 %). Auch hier waren die Rückgänge der Energiepreise der entscheidende Faktor für den nachgelassenen Preisdruck. Ebenso kam es zu einem überraschend starken Rückgang der Erzeugerpreise. Allerdings bauen die erneut stark angestiegenen Energiepreise wieder vermehrten Inflationsdruck auf. Die US-Notenbank befindet sich nun in der obligatorischen Schweigephase vor der Zentralbanksitzung, in der die Mitglieder des Offenmarktgremiums (FOMC) keine Aussagen zur Geldpolitik treffen dürfen. Der erneute Energiepreisanstieg macht die Situation für die US-Notenbank nicht leichter. Schließlich muss sich die Fed neben der Energiepreisinflation auch noch immer mit den Folgen der Preissteigerungen aus den US-Zöllen auseinandersetzen. Auch wenn sich der neue Fed-Präsident Kevin Warsh sehr stark für eine Bekämpfung der Inflation mit harten Bandagen ausgesprochen hat, bleibt fraglich, ob die anderen stimmberechtigten Mitglieder des Offenmarktgremiums diesen Kurs mitgehen werden. Denn gemäß der im Juni veröffentlichten Dot-Plots, einer grafischen Darstellung, in der die Mitglieder des FOMC ihre persönliche Einschätzung über den weiteren Zinspfad der Fed abgeben, deutet nur knapp auf eine Erhöhung im Jahresverlauf hin. Fest steht, dass die Inflationsrate in den USA auch im fünften Jahr in Folge das Inflationsziel der Fed verfehlen wird. Gleichzeitig liegt der Leitzins jedoch bereits deutlich im konjunkturbremsenden Bereich. Auch der Arbeitsmarkt – das Doppelmandat der Fed umfasst sowohl Preisstabilität als auch Vollbeschäftigung – zeigte sich zuletzt schwächer.
Alles in allem wird die US-Notenbank ihre Leitzinsen im Juli voraussichtlich unverändert lassen. Da der geldpolitische Kurs des neuen Fed-Präsidenten Kevin Warsh eine minimale Kommunikation mit der Öffentlichkeit vorsieht, dürfte es auf der Pressekonferenz (sofern diese überhaupt angesetzt wird) nur wenige Einblicke in den weiteren Zinspfad der Fed geben.
Euroraum: Inflationsraten
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Zwischen der Juli- und der September-Sitzung der EZB wird es eine Fülle neuer Konjunktur- und Inflationsdaten geben. Vor dem Hintergrund des erneut aufgeflammten Iran-Konflikts sind die Auswirkungen der stark gestiegenen Öl- und Gaspreise auf die Inflationsrate von besonderem Interesse. Allerdings dürfte vor allem die Kerninflationsrate im Fokus stehen. Denn diese wird ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel berechnet und gibt somit erste Anhaltspunkte dafür, inwieweit sich Folgeeffekte bereits in Preisanstiegen anderer Güter und Dienstleistungen widerspiegeln. Genauere Anhaltspunkte für diese Effekte wird es jedoch noch nicht mit der vorläufigen Schätzung in der kommenden Woche geben. Eine Liste mit den Preisänderungen der einzelnen Komponenten wird erst im August im Zuge der finalen Schätzung der Inflationsrate veröffentlicht. Neben der Inflationsrate für den gesamten Euroraum sind auch die Teuerungsraten in den einzelnen Euroländern ein wichtiger Indikator für das weitere Vorgehen der EZB. Denn die EZB muss mit ihrem Leitzins allen Mitgliedsländern gerecht werden. Somit muss der Notenbank bei jeder Zinsanpassung ein Balanceakt gelingen, denn für einige Länder könnte der Leitzins zu hoch und für andere zu niedrig sein.