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Konjunktur & Preise: USA: Inflationsraten

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Quelle: Bloomberg

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Rückblick:

Die vergangene Woche stand ganz im Zeichen der Energiepreise. Im Euroraum stieg die Inflationsrate im Oktober laut Eurostat-Schnellschätzung auf 4,0 Prozent, nach 3,8 Prozent im September. Das ist der höchste Wert seit September 2023. Gegenüber dem Vormonat legten die Preise um 0,4 Prozent zu. Haupttreiber bleibt die Energie, die sich im Jahresvergleich um 20,8 Prozent verteuerte (September: 18,9 Prozent). Die Kerninflation ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak verharrte dagegen bei 2,5 Prozent. Die Unterschiede innerhalb der Währungsunion sind groß: In Italien sprang die Teuerung von 4,2 auf 5,6 Prozent, in Frankreich von 3,4 auf 3,8 Prozent, in Spanien liegt sie bei 4,9 Prozent. Deutschland ging mit 2,8 Prozent als einziges der großen Länder zurück, auch dank des staatlichen Tankrabatts.

Die Notenbanken reagieren zunehmend auf den Preisdruck. Die Bank of England hob ihren Leitzins am Donnerstag um 0,25 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent an, die erste Erhöhung seit 2023. Der geldpolitische Ausschuss entschied einstimmig. Zur Begründung verwies die Bank auf die energiegetriebene Inflation, für die sie weiteren Auftrieb erwartet. Die EZB hatte ihren Leitzins in der Vorwoche noch bestätigt. Nach den neuen Inflationsdaten gilt ein Zinsschritt bei der nächsten Sitzung im Dezember jedoch als wahrscheinlicher geworden.

Die deutsche Konjunktur zeigte sich robuster als erwartet. Die Industrieproduktion stieg im September um 0,7 Prozent zum Vormonat; Volkswirte hatten nur mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet. Getragen wurde der Anstieg von der Automobilindustrie, die nach Umstellungen und Werksferien zuvor auf niedrigem Niveau lag, sowie von der Pharmabranche. Bau und Maschinenbau bremsten. Das Bild trübt sich allerdings durch eine Revision: Das Wachstum im August fiel mit 1,0 Prozent nur halb so hoch aus wie zunächst gemeldet (2,0 Prozent). Ökonomen verweisen auf die zuletzt freundlichere Entwicklung bei Auftragseingang und Auftragsbestand, die der Industrie in den kommenden Quartalen Rückenwind geben dürfte.

In den USA bestimmten die Zwischenwahlen vom 3. November die Woche und endeten mit einer schweren Niederlage für Präsident Donald Trump. Die Republikaner verloren ihre Mehrheit sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat, die Demokraten übernehmen in beiden Kammern die Kontrolle. Analysten sehen die Wirtschaftslage und die hohen Lebenshaltungskosten, auch infolge des Iran-Kriegs, als wichtige Motive der Wähler.

Ab Januar geben die Demokraten bei der Gesetzgebung den Ton an. Sie können Trumps Haushaltspläne blockieren, Untersuchungen gegen die Regierung einleiten und im Senat bei Personalien und Richterernennungen mitreden. Trump wiederum kann Gesetze der Demokraten per Veto stoppen. Zugleich kündigte er an, das Ergebnis zu akzeptieren und mit den Demokraten zusammenzuarbeiten. Ein Amtsenthebungsverfahren wäre im Repräsentantenhaus mit einfacher Mehrheit möglich, für eine Verurteilung wären jedoch 67 Stimmen im Senat nötig, eine hohe Hürde.

Ausblick:

Nach dem Kurssturz an der Wall Street richtet sich der Blick in der kommenden Woche auf die Preisdaten. Am Dienstag erscheint die US-Inflationsrate für Oktober. Erwartet wird eine unveränderte Gesamtrate von 3,7 Prozent, während die Kernrate leicht von 2,6 auf 2,5 Prozent sinken dürfte. Nach dem Inflationssprung im Euroraum und der Zinserhöhung in Großbritannien werden die Zahlen zeigen, ob sich der Energiepreisschock auch in den USA breiter durchsetzt.

USA: Inflationsraten

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Sie dürften die Zinserwartungen für die kommende Sitzung der Federal Reserve im Dezember maßgeblich prägen. Am Freitag folgt der Produzentenpreisindex als Frühindikator für die Verbraucherpreise. Hier rechnen Analysten mit einer Erhöhung von 6,3 auf 6,6 Prozent. Ebenfalls am Dienstag veröffentlicht der Verband der kleinen Unternehmen (NFIB) seinen Zuversichtsindex, erwartet wird ein leichter Rückgang auf 97 Punkte. Am Donnerstag stehen die Verkäufe bestehender Häuser an, für die Volkswirte einen Wert von 4,0 Millionen erwarten.

Aus China kommen zum Wochenstart die Verbraucherpreise. Die Jahresrate soll bei 0,9 Prozent verharren, die Monatsrate bei 0,2 Prozent. Am Dienstag folgt der Außenhandel für Oktober: Hier werden +36,3 Prozent bei den Exporten und +31 Prozent bei den Importen prognostiziert. Für den Handelsbilanzüberschuss rechnen Analysten mit 125,80 Milliarden US-Dollar nach 133,53 Milliarden im Vormonat.

In Europa dominieren die Handelsdaten. Am Montag wird die deutsche Handelsbilanz für September erwartet. Der Überschuss dürfte von 19,5 auf 15,6 Milliarden Euro zurückgehen. Am Freitag folgt die Bilanz des gesamten Euroraums. Nach einem Defizit von 16,1 Milliarden Euro im Vormonat rechnen Analysten mit einem Überschuss von 11,5 Milliarden Euro, ein bemerkenswerter Umschwung.

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