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Quelle: Bloomberg
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Rückblick:
Da sich der Iran-Konflikt nun bereits über mehrere Wochen erstreckt, schlagen sich die Folgen zunehmend auch in makroökonomischen Kennzahlen und Indikatoren nieder. Weitere wichtige Einblicke in die bisherigen ökonomischen Auswirkungen des Iran-Konflikts dürften hier „nachgelagerte Indikatoren“ bieten, also diese, bei denen Veröffentlichungszeitpunkt und Referenzperiode weiter auseinander liegen und bislang nicht den Monat März berücksichtigt haben.
In dieser Woche fielen der ZEW- und der ifo Index unerwartet schwach aus. Nachdem der ZEW-Index für Konjunkturerwartungen im März bereits um rund 58 Punkte gefallen war, gab er im April weitere 17 Punkte ab und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Dezember 2022. Der ifo Index stürzte diese Woche ebenfalls ab und erreichte mit 84,4 Punkten den niedrigsten Stand seit der Corona-Pandemie. Die Einkaufsmanagerindizes (PMI) im Dienstleistungssektor sanken im April in Deutschland und im Euroraum erneut deutlich und befinden sich nun im Kontraktionsbereich. Die Einkaufsmanagerindizes im verarbeitenden Gewerbe befinden sich hingegen weiterhin im Expansionsbereich. Dies ist jedoch insbesondere darauf zurückzuführen, dass es aus Sorge vor den Folgen des Iran-Konflikts vermehrt zu einem Aufbau von Lagerbeständen und zu vorgezogenen Aufträgen gekommen ist. In den USA verbesserten sich sowohl der PMI für das verarbeitende Gewerbe als auch der PMI für den Dienstleistungssektor. Letzterer liegt nun wieder im Expansionsbereich. Die chinesische Zentralbank hat ihre Kredit-Leitzinsen nicht angepasst. Einblicke in die Auswirkungen der gestiegenen Energiepreise in Deutschland gewährte die Veröffentlichung der Produzentenpreise. Diese stiegen im Vergleich zum Vormonat um 2,5 Prozent an und übertrafen damit die Markterwartung von 1,4 Prozent deutlich.
Ausblick:
In der kommenden Woche stehen zahlreiche wichtige Veröffentlichungen bevor. Neben den Zinsentscheidungen der großen Notenbanken stehen insbesondere die BIP-Wachstumszahlen im Euroraum im Fokus. In den USA wird darüber hinaus die Kernrate der Konsumausgaben (Core-PCE-Rate) für März veröffentlicht. Von besonderem Interesse sind auch die Inflationsraten für April im Euroraum.
Euroraum: Leitzinsen

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Bei der EZB-Sitzung in der kommenden Woche wird der Iran-Konflikt das bestimmende Thema sein. Auch wenn im April keine Anpassung des Leitzinses erwartet wird, ist diese Notenbanksitzung von großer Bedeutung. Die Ausführungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde in der Pressekonferenz werden genauestens auf Hinweise zur zukünftigen Ausrichtung der Geldpolitik der EZB analysiert werden. Unsere Einschätzung des Weiteren geldpolitischen Vorgehens der EZB finden Sie in unserer Frühjahrsprognose.
Euroraum: Inflationsraten

Die Inflationsraten im Euroraum sind im März deutlich nach oben gesprungen. Grund dafür waren die starken Energiepreisanstiege. So stieg die Teuerungsrate für den gesamten Euroraum von 1,9 auf 2,6 Prozent und in Deutschland von 1,9 auf 2,7 Prozent. Die deutsche Bundesbank hat bereits davor gewarnt, dass die deutsche Inflationsrate zunächst signifikant erhöht bleiben könnte. Die weitere Entwicklung der Inflationsraten und das daraus resultierende weitere Vorgehen der Europäischen Zentralbank werden maßgeblich von der weiterhin ungewissen Entwicklung im Iran-Konflikt abhängen.