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Konjunktur & Preise: Euroraum: EZB Leitzins# USA: Inflationsrate

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Quelle: Bloomberg

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Rückblick:

Mit 54 Punkten übertraf der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA im Mai die Markterwartung von 53 Punkten. Damit weist der Indikator die schnellste konjunkturelle Expansion seit vier Jahren aus und befindet sich nun seit fünf Monaten in Folge im Expansionsbereich. Haupttreiber waren eine deutliche Zunahme beim Subindex für neue Aufträge (56,8 Punkte) sowie eine spürbare Erholung beim Subindex für Beschäftigung. Das verarbeitende Gewerbe profitierte dabei vor allem vom KI-Investitionsboom. Für heute Nachmittag wird der US-Arbeitsmarktbericht erwartet. Im Vorfeld überraschten die JOLTS-Job-Openings mit 7,62 Millionen neuen Stellen (es wurden 6,87 Millionen erwartet). Die vom Dienstleister ADP erhobenen Zahlen (ADP Employment Change) lagen leicht über der Markterwartung. Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft stieg um 122.000 Stellen (2.000 mehr als erwartet). Mit 54,5 Punkten übertraf der ISM-Dienstleistungsindex die Erwartungen. Insbesondere die Auftragseingänge stiegen mit 57,3 Punkten deutlich über die erwarteten 53,4 Punkte. Dies deutet auf eine robuste Nachfragedynamik im Dienstleistungssektor hin. Die Fabrikaufträge stiegen im Monatsvergleich um 4,8 Prozent und lagen damit deutlich über den vorherigen 1,8 Prozent. Das am selben Abend veröffentlichte Beige Book der Fed bestätigte eine stabile Beschäftigungslage, wies jedoch auch auf eine steigende Inflation hin, die vor allem durch die mit dem Iran-Konflikt verbundenen Energiekosten getrieben wird.

In Deutschland fiel der Rückgang der Einzelhandelsumsätze im April mit 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat etwas weniger stark aus als befürchtet (-0,5 %). Im Vergleich zum Vorjahr lag die nicht saisonbereinigte Zahl mit einem Rückgang von 2,7 Prozent jedoch deutlich unter der Markterwartung von minus 1,6 Prozent. Ein kleiner Lichtblick war die Revision der monatlichen Änderung für den Monat März. Diese wurde von einem ursprünglich ausgewiesenen Rückgang von 2 Prozent auf minus 0,3 Prozent nach oben revidiert. Bei der finalen Veröffentlichung des Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Mai gab es eine kleine positive Überraschung. Dieser liegt mit 50,1 Punkten minimal oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und somit höher als die ursprüngliche Schätzung von 49,9 Punkten. Die finalen Zahlen für den Einkaufsmanagerindex im Dienstleistungssektor verbesserten sich gegenüber der vorläufigen Schätzung leicht. Mit 48,1 Punkten liegt dieser jedoch nach wie vor im Kontraktionsbereich.

Die von der EZB erhobene Umfrage zu den Inflationserwartungen der Konsumenten blieb mit Blick auf die einjährigen Erwartungen bei 4,0 Prozent stabil. Die dreijährige Erwartung gab leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent nach, bewegt sich aber in die von der EZB erwartete Richtung. Nachdem die Arbeitslosenquote für den Monat März um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent nach oben revidiert wurde, blieb sie im April unverändert. Der Markt hatte für beide Monate eine Quote von 6,2 Prozent erwartet. Die Inflationsrate im Euroraum stieg im Mai im Jahresvergleich auf 3,2 Prozent an. Dies entsprach den Markterwartungen. Hauptgrund sind nach wie vor die infolge des Iran-Konflikts stark gestiegenen Energiekosten. Überraschend war jedoch die Kerninflationsrate, die ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel berechnet wird. Diese stieg im Mai im Jahresvergleich auf 2,5 Prozent an, da höhere Preissteigerungen im Dienstleistungssektor zu verzeichnen waren (erwartet wurde ein Anstieg auf 2,4 Prozent).

Ausblick:

In der kommenden Woche wird die Notenbanksitzung der EZB mit Spannung erwartet. Mit Blick auf die Juni-Sitzung der US-Notenbank (Fed) stehen insbesondere der Arbeitsmarktbericht von heute und die Veröffentlichung der Inflationszahlen für Mai am Mittwoch im Fokus. Außerdem wird es wichtige Einblicke in den deutschen und den chinesischen Außenhandel geben. Weitere wichtige Veröffentlichungen in der kommenden Woche sind Daten zur heimischen Industrieproduktion sowie zur US-Verbraucherstimmung.

Euroraum: EZB Leitzins

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Seit dem Ausbruch des Iran-Konflikts und des Ölpreisschocks hat die Europäische Zentralbank die Erwartungen an eine restriktive Geldpolitik geschürt. Dies tat sie jedoch weitgehend unter dem Vorbehalt, dass die Länge und die weitere Ausprägung des Konflikts entscheidend sind. Die Eskalation hält nun schon seit über drei Monaten an und hat damit eine kritische Länge erreicht. Sollte sich für die EZB nicht noch ein Lichtblick ergeben, mit dem sie ein weiteres Abwarten gegenüber dem Markt rechtfertigen kann, wird sie voraussichtlich nächste Woche die Zinsen erhöhen. Wir haben unsere Prognosen diesbezüglich angepasst. Eine ausführliche Darstellung finden Sie in unserem gestern erschienenen ZinsForum.

USA: Inflationsrate

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Wie im Euroraum hat auch in den USA der Iran-Konflikt zu einem deutlichen Anziehen der Inflationsraten geführt – ausgelöst durch stark gestiegene Energiepreise. Im April erreichte die Teuerungsrate im Jahresvergleich mit 3,8 Prozent den höchsten Stand seit Mai 2023. Doch auch die ohne Energie- und Lebensmittelpreise berechnete Kernrate erhöhte sich im selben Monat auf 2,8 Prozent. Die Gründe hierfür lagen jedoch überwiegend in Faktoren, die bereits vor Ausbruch des Iran-Konflikts vorherrschten. Hier sind insbesondere die Preissteigerungen bei Gütern durch die US-Zölle sowie die wieder anziehenden Preise für Wohnraum („Shelter“) hervorzuheben. Am Markt hat die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinserhöhung der US-Notenbank im weiteren Jahresverlauf zuletzt zugenommen. Vor diesem Hintergrund dürften die Inflationsdaten für Mai wichtige Einblicke in das weitere geldpolitische Vorgehen der Fed gewähren.

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