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Quelle: Bloomberg
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Rückblick:
Im Fokus der Marktteilnehmer stand diese Woche die September-Sitzung der Federal Reserve (Fed). Die Markterwartung an den Entscheid hat sich im Zeitverlauf spektakulär verändert. Noch im April wurde tendenziell von Zinssenkungen ausgegangen, was sich mit zunehmender Dauer des Energiepreisschocks in Anhebungs-Erwartungen drehte. Vor drei Wochen stand die Markt-Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung bei rund 1/3, eine Woche vor der Sitzung dann bei etwa 60% und sprang erst wenige Tage vor dem Entscheid auf gut 90%. Letztlich lieferte die Fed dann die Anhebung – und das einheitlich ohne Abweichler. Dieser Schritt war unserer Meinung nach notwendig, um Kevin Warshs Glaubwürdigkeit zu sichern. Seit seinem Amtsantritt als Fed-Chef hat er sich als geldpolitischer Falke positioniert und das Ziel der Preisstabilität hervorgehoben. Dieser Haltung hat er in seinen ersten beiden Sitzungen aber keine Taten folgen lassen. Damit keimte der Verdacht einer dem Präsidenten gefälligen Geldpolitik wieder auf. Mit der Zinsanhebung diese Woche konnte die Fed aber ihre Unabhängigkeit unter Beweis stellen und möglichen Zinssenkungsphantasien für die nahe Zukunft entgegenwirken. Dies macht aus unserer Sicht weitere Zinsanhebung nicht zwangsläufig notwendig, obwohl ein Zinsschritt erfahrungsgemäß selten alleine kommt.
Weitere interessante Datenpunkte aus den USA waren diese Woche der Einzelhandelsumsatz, der sich vergleichsweise robust zeigt, und Indikatoren zum Immobilienmarkt, die eine weitere Abkühlung anzeigen. Es bleibt also beim zweigeteilten Bild: das erhöhte Zinsniveau bremst den Immobiliensektor spürbar aus, KI-Investitionen sind dagegen kaum zinssensitiv und die US-Volkswirtschaft als Ganzes entwickelt sich stabil. In China fiel die Industrieproduktion stärker aus als erwartet, während der Einzelhandelsumsatz abkühlte. Die Bank of England lies ihren Leitzins unverändert, während die Bank of Japan dem Druck aus den USA nachgab und ihren Zins auf 1,25% anhob.
Ausblick:
In der kommenden Woche werden die Leitzinsen in China festgesetzt. Hier geht, wie üblich, niemand von Änderungen aus. Auch für den Leitzins der Schweizer Nationalbank wird von keiner Änderung ausgegangen, der Satz sollte bei 0,0% verharren. Im Euroraum und den USA werden die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und den Dienstleistungssektor publiziert. Weitere Stimmungsindikatoren für Deutschland kommen mit dem ifo Geschäftsklimaindex und dem GfK Konsumklimaindex. Es wird spannend zu sehen, wie weit sich die vorsichtige Zuversicht der letzten Monate durch den jüngsten Ölpreisschock ins Gegenteil verkehrt.
Deutschland: ifo-Geschäftsklimaindex
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Nach dem deutlichen Einbruch in Folge des Iran-Kriegs erholte sich der ifo Geschäftsklimaindex seit Mai wieder spürbar. Zuletzt, also im August, lagen die Einschätzung der aktuellen Lage (88,5 Punkte) und die Erwartung zur zukünftigen Entwicklung (89,1 Punkte) wieder weitgehend gleichauf. Der Gesamtindex zeigte mit 88,8 Zählern den besten Wert seit einem Jahr und hätte das Potential gehabt, auf über 90 Punkte zu steigen, was den Erholungstrend verfestigt hätte. Angesichts der verschärften Eskalationslage im Nahen Osten samt erneutem Energiepreisschock andererseits, ist davon jedoch nicht auszugehen. Wir prognostizieren, dass die Erwartungskomponente deutlich Federn lassen wird und auf rund 86 Punkte fallen könnte. Da die jüngsten Konjunkturdaten aber positiv waren, erwarten wir, dass die die Lageeinschätzung nicht ganz so stark fällt.
Euroraum: Einkaufsmanagerindizes verarbeitendes Gewerbe
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Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung konnten die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe seit Anfang 2025 kontinuierlich zulegen – selbst zu Beginn der Eskalation in der Golfregion im Frühjahr. Seit Februar 2026 liegt der Wert für den Euroraum über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Offensichtlich konnten Zölle, geopolitische Spannungen und Berichte über Stellenabbauten bei prominenten deutschen Industrieunternehmen nicht zu einem weiteren Absacken der Indizes führen. Ob das äußerst niedrige Ausgangsniveau oder die Befragungsmechnik ausschlaggebend waren ist schwer auszumachen. Insgesamt passt die Einschätzung aber zur zuletzt überraschend robusten Konjunktur in Deutschland und im Euroraum. Für August geht der Markt von einem minimalen Rückgang auf 52,3 aus.