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Quelle: Bloomberg
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Rückblick:
Auf ihrer Juni-Sitzung erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) ihre drei Politikzinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Dies entsprach den Erwartungen am Markt. Damit ist die EZB die erste G7-Notenbank, die angesichts des Energiepreis-Schocks eine Zinserhöhung vorgenommen hat. Die EZB ist der Meinung, dass der Zeitpunkt überschritten ist, an dem man durch die Energiepreissteigerung „hindurchsehen“ könne. Sie erwartet nun eine spürbare Übertragung der Energiepreisanstiege auf andere Güter und Dienstleistungen (Zweitrundeneffekte). In ihren vorgestellten Projektionen für die kommenden drei Jahre verfehlt die ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel berechnete Kerninflationsrate das Inflationsziel der EZB von zwei Prozent. Auch wenn sich die EZB nicht direkt über den weiteren Pfad des Leitzinses äußerte, war zwischen den Zeilen die Tendenz einer weiteren Erhöhung herauszulesen.
Die deutsche Industrieproduktion ist im April im Jahresvergleich um 0,5 % zurückgegangen. Gestiegene Energiekosten und eine durch den Irankonflikt gedämpfte Nachfrage der wichtigsten Handelspartner verstärkten den strukturellen Gegenwind für die deutsche Industrie. Die geringere Nachfrage zeigte sich auch in den Außenhandelszahlen. So verlangsamte sich das Wachstum der Exporte im April im Vergleich zum Vormonat auf 0,65 Prozent. Im März war noch ein Wachstum von 1,21 Prozent zu verzeichnen. Die Importe stiegen im April um 0,87 Prozent im Vergleich zum Vormonat.
In den USA beschleunigte sich die Inflationsrate (gemessen am Verbraucherpreisindex) im Mai im Jahresvergleich auf 4,25 Prozent. Damit lag sie mehr als doppelt so hoch wie das Inflationsziel der US-Notenbank Fed. Hauptgrund waren auch dort die gestiegenen Energiepreise. Allerdings lag die Inflationsrate bereits vor Ausbruch der Krise deutlich über dem Inflationsziel. Dies liegt vor allem an den hohen Kosten für Wohnraum („Shelter“) und Dienstleistungen sowie zollbedingten Effekten. Mit anhaltender Dauer des Konflikts steigt auch in den USA die Inflationsgefahr durch Zweitrundeneffekte.
Die Außenhandelsdaten in China übersteigen für den Monat Mai die Markterwartungen deutlich. So legten die Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 19,4 Prozent zu. Erwartet wurde ein Anstieg um 15 Prozent. Bei den Importen war ein Plus von 27,4 Prozent zu verzeichnen. Die Handelsbilanz verbesserte sich deutlich. Mit Blick auf den Iran-Konflikt erweist sich der chinesische Außenhandel aktuell als resilient.
Ausblick:
In der kommenden Woche stehen vor allem die Juni-Sitzungen der anderen großen Notenbanken, allen voran die der Fed, im Fokus der Marktteilnehmer. Bezüglich des weiteren Vorgehens der japanischen Notenbank könnten die neuesten Inflationsdaten Aufschluss geben. In Deutschland wird der ZEW-Index neue Einblicke in die konjunkturelle Stimmung gewähren. Aus dem Euroraum und China werden zudem wichtige Daten zur Industrieproduktion erwartet.
Deutschland: ZEW
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Der vom Mannheimer Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelte ZEW-Indikator gilt als Frühindikator für konjunkturelle Wendepunkte in Deutschland. Für seine Berechnung werden rund 300 Finanzexperten befragt. Im Zuge des Iran-Konflikts erlebte der Indikator einen dramatischen Einbruch um 40 Punkte auf −0,5 Punkte. Im April sank der Index abermals und erreichte mit -17,2 Punkten ein Mehrjahrestief. Im Mai erfolgte eine leichte Teilerholung auf -10,2 Punkte, was insbesondere der Hoffnung auf ein zeitnahes Ende des Konflikts geschuldet war. Mit Blick auf die aktuelle Lage belasten die hohen Energiekosten und die schwache Industrieproduktion weiterhin die Stimmung.
USA: Leitzins
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Nächste Woche trifft sich das Offenmarktgremium der Fed zu seiner Sitzung im Juni. Diese Sitzung ist nicht nur aufgrund der im Zuge des Iran-Konflikts stark angestiegenen Inflationsraten von besonderem Interesse. Sondern auch, weil es die erste Sitzung unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh ist. Auf der anschließenden Pressekonferenz wird nicht nur genauestens auf Hinweise über das weitere zinspolitische Vorgehen der Fed geachtet werden, sondern auch auf die generelle Grundhaltung des neuen Fed-Präsidenten mit Blick auf die strategische Ausrichtung der Fed unter seiner Führung. Nicht zuletzt aufgrund der starken Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche hat sich die Markterwartung hinsichtlich einer Zinserhöhung der Fed erhöht. Wir gehen derzeit davon aus, dass die Fed eine abwartende Haltung einnehmen und ihren Leitzins im Jahr 2026 unverändert lassen wird.