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Quelle: Bloomberg
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Rückblick:
Nachdem die EZB in der vergangenen Woche ihren Leitzins bereits um 0,25 Prozent erhöht hatte, standen diese Woche die Juni-Sitzungen der Notenbanken in den USA, Japan, der Schweiz und Großbritannien im Fokus der Marktteilnehmer. Die japanische Notenbank (BoJ) folgte dem Beispiel der EZB. Sie hob die Zinsen auf ein 31-Jahres-Hoch von 1,0 Prozent an. Begründet wurde dieser Schritt mit einer sich beschleunigenden Kostenweitergabe bei Transaktionen zwischen Unternehmen. Die Notenbank erwartet, dass sich dies letztendlich auf die Verbraucherpreise im Allgemeinen auswirkt und ein Aufwärtsrisiko für das Inflationsziel von 2 Prozent darstellt. Die Bank of England (BoE) zeigte sich mit Blick auf den vorläufigen Friedensvertrag zwischen den USA und dem Iran vorsichtig optimistisch. Somit bleibt der Leitzins weiterhin bei 3,75 Prozent. Die Schweizer Nationalbank bewertet die inflationären Effekte aus dem Iran-Konflikt als geringer als in anderen Ländern und sieht noch keine spürbaren Zweitrundeneffekte. Der Leitzins bleibt somit bei 0 Prozent. Die Notenbank signalisierte zudem ihre Bereitschaft, den Wechselkurs des Schweizer Franken durch Interventionen am Devisenmarkt zu schwächen.
Die wichtigste Notenbanksitzung war jedoch die der US-Notenbank (Fed). Sie ließ ihren Leitzins wie erwartet in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent unverändert. Ihr neuer Präsident Kevin Warsh kündigte jedoch weitreichende Änderungen in der künftigen Ausgestaltung der US-Geldpolitik an. Eine ausführliche Zusammenfassung der Sitzung sowie unsere Einschätzungen finden Sie hier.
In den USA verfehlte die Industrieproduktion im Mai mit einem Anstieg um 0,1 Prozent im Monatsvergleich die am Markt erwarteten 0,3 Prozent. Auf die Fabrikaktivität drückten dabei Lieferkettenstörungen, die durch den Iran-Konflikt entstanden, sowie gestiegene Energiepreise. Die Einzelhandelsumsätze legten im Mai hingegen um 0,9 Prozent stärker zu als erwartet (0,6 Prozent). Selbst nach Herausrechnung der Kategorien Benzin und Automobile ist immer noch ein Plus von 0,7 Prozent zu verzeichnen. Insgesamt bleibt die Nachfrage trotz des Iran-Konflikts und der höheren Energiekosten robust. Der NAHB-Häusermarkt-Index verschlechterte sich hingegen unerwartet um zwei Punkte auf 35 Punkte. Die Stimmung am Immobilienmarkt wird durch gestiegene Hypothekenzinsen und gestiegene Kosten für Baumaterialien belastet.
Im Mai stieg die Industrieproduktion in China im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent. Dies stellt eine Verlangsamung gegenüber dem Tempo im April dar. Der durch den Iran-Krieg ausgelöste Energiekostenschock setzt die Margen der Fabriken weiterhin unter Druck, obwohl das Exportvolumen auf hohem Niveau bleibt. Die Einzelhandelsumsätze sanken im Mai im Jahresvergleich um 0,6 Prozent. Auf einen leichten Anstieg im April um 0,2 Prozent folgte nun der stärkste Rückgang seit Dezember 2022. Gründe hierfür sind vor allem die angespannte Haushaltslage der privaten Haushalte, die insbesondere auf höhere Energiekosten und den schwächelnden Immobiliensektor zurückzuführen ist.
Entsprechend den Erwartungen stieg die Inflationsrate in Japan um 1,5 Prozent an. Ein wichtiger Grund für die im Vergleich zu anderen großen Volkswirtschaften geringere Inflationsrate sind nach wie vor staatliche Energiesubventionen, die eine Weitergabe der Kosten an die Verbraucher dämpfen.
Ausblick:
In der kommenden Woche richten die Marktteilnehmer ihre Aufmerksamkeit insbesondere auf die Veröffentlichungswelle der Einkaufsmanagerindizes. Weitere Einblicke in die heimische Konjunktur werden durch die ifo- und GfK-Stimmungsindikatoren gewährt. In den USA stehen zudem die neuesten Inflationsdaten im Fokus. Von der chinesischen Zentralbank werden keine Änderungen der Kreditleitzinsen erwartet.
Deutschland: ifo Geschäftsklimaindex
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Nach den deutlichen Einbrüchen infolge des Iran-Konflikts verzeichnete die ifo Geschäftsklimastimmung in Deutschland im Mai eine leichte Erholung. Hervorzuheben ist dabei, dass alle drei Indizes – Geschäftsklima (84,9), aktuelle Lage (86,1) und Erwartungen (83,8) – angestiegen sind und die Konsenserwartungen übertroffen haben. Der Iran-Konflikt wirkt jedoch weiterhin als dominierender Hemmfaktor. So belasten insbesondere Materialengpässe im verarbeitenden Gewerbe und Energiekosten, welche die Kaufkraft der privaten Haushalte schmälern, den ifo Index weiterhin. In seiner gestern veröffentlichten Sommerprognose beließ das ifo-Institut seine BIP-Prognose für Deutschland für 2026 bei unveränderten 0,8 Prozent, senkte jedoch die Prognose für 2027 deutlich (von 1,2 auf 0,8 Prozent). Es knüpfte den Ausblick dabei ausdrücklich an eine Deeskalation des Iran-Konflikts und eine schrittweise Wiederöffnung der Straße von Hormus. Das Institut erwartet, dass die Energiepreise während des gesamten Prognosezeitraums voraussichtlich über dem Vorkriegsniveau bleiben werden.
Euroraum & USA: Einkaufsmanagerindizes
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In den vergangenen drei Monaten hat sich eine deutliche und weiter wachsende Kluft in der Entwicklung der globalen Einkaufsmanagerindizes (PMIs) gezeigt. Die USA befinden sich sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor im Aufschwung (die PMIs liegen über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten). Der PMI für das verarbeitende Gewerbe stieg im Mai auf ein Vierjahreshoch von 55,1 Punkten. Dies ist vor allem auf einen durch den Iran-Krieg ausgelösten Aufbau von Lagerbeständen sowie einen strukturellen Boom bei Investitionen in künstliche Intelligenz zurückzuführen. Allerdings stellen die rapide gestiegenen Inputpreise ein erhebliches Risiko für diese Dynamik dar. Der Gesamtindex der Eurozone ist mit 48,5 Punkten im Mai in den Kontraktionsbereich gerutscht. Dem relativ stabilen verarbeitenden Gewerbe, das durch Rüstungsaufträge und Exportnachfrage gestützt wird, steht ein Dienstleistungssektor gegenüber, der nun bereits zwei Monate in Folge geschrumpft ist. Ein wesentlicher Grund hierfür sind die hohen Energiekosten.