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Konjunktur & Preise: USA: Produzentenpreisindex (PPI)# China: BIP Wachstum

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Quelle: Bloomberg

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Rückblick:

Da sich der Iran-Konflikt nun bereits über mehrere Wochen erstreckt, schlagen sich die Folgen zunehmend auch in makroökonomischen Kennzahlen und Indikatoren nieder. Unsere aktualisierte Markteinschätzung zum Iran-Konflikt, die diese Woche veröffentlicht wurde, finden Sie hier.

Bei der finalen Schätzung für das Wachstum im vierten Quartal gab es in den USA eine Revision um 0,2 Prozentpunkte nach unten. Das annualisierte Wachstum belief sich demnach auf 0,5 Prozent. Somit steht fest, dass das US-BIP im Jahr 2025 um 2,1 Prozent gewachsen ist. Die Kernrate der Konsumausgaben – das von der US-Notenbank (Fed) bevorzugte Inflationsmaß – lag im Februar mit 3,0 Prozent entsprechend den Markterwartungen um 0,1 Prozentpunkte tiefer als im Januar. Die Rate bleibt somit weiterhin deutlich über dem 2-Prozent-Inflationsziel der Fed. Es ist wichtig zu betonen, dass die Referenzperiode Februar vor den Angriffen der USA und Israels auf den Iran endete. Somit werden erst die heutigen Veröffentlichungen des Verbraucherpreisindex für den Monat März erste Einblicke in die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die US-Teuerungsraten gewähren. Beim Persönlichen Einkommen kam es in den USA im Februar im Vergleich zum Vormonat zu einem unerwarteten Rückgang. Der US-Arbeitsmarktbericht für März, der letzte Woche Freitag veröffentlicht wurde, ist indes überraschend stark ausgefallen. Außerhalb der Landwirtschaft wurden 178 Tausend Stellen geschaffen. Das war mehr als das Doppelte der Konsensschätzung. Die Arbeitslosenquote sank infolgedessen um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Nach einem schwachen Start ins Jahr 2026 überraschten die deutschen Exporte im Februar mit einem Wachstum von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat (am Markt wurden 1,3 Prozent erwartet) positiv. Die Importe lagen mit einem Plus von 4,7 Prozent ebenfalls über der Markterwartung. Deutlich negativ überraschten hingegen diese Woche Daten zur deutschen Industrieproduktion im Februar. Hier kam es zu einem unerwarteten Rückgang um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Auch die Auftragseingänge in der Industrie fielen mit einem Anstieg von 0,9 Prozent im Februar schwächer aus als erwartet (Konsensschätzung: 3,0 %). Wie bei den Daten zum Außenhandel und zur Industrieproduktion endet auch hier die Referenzperiode vor dem Ausbruch des Iran-Konflikts. Die jüngsten Daten untermauern, dass das konjunkturelle Bild für Deutschland bereits vor dem Iran-Konflikt durchwachsen gewesen ist. Im März stieg der chinesische Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahr um 1,0 Prozent. Damit lag er unter den Erwartungen sowie unter dem Wert vom Februar (1,3 %). Saisonale Rückgänge bei den Preisen für frische Lebensmittel glichen die durch die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Ölpreise bedingten Anstiege bei den Transportkosten aus.

Ausblick:

Noch in der aktuellen Woche stehen insbesondere die Veröffentlichung der US-Inflationszahlen sowie des Verbrauchervertrauensindex der Universität Michigan im Fokus. Die Inflationszahlen dürften insbesondere einen wichtigen Anhaltspunkt für die weitere Ausgestaltung der Geldpolitik der US-Notenbank darstellen. Die Veröffentlichungsdichte im ökonomischen Datenkalender ist für die kommende Woche relativ gering. Wichtige Konjunkturdaten werden vor allem aus China erwartet. In den USA und im Euroraum stehen die Daten zur Industrieproduktion im Mittelpunkt. Darüber hinaus werden wichtige Daten zu den US-Produzentenpreisen veröffentlicht.

USA: Produzentenpreisindex (PPI) mit Komponenten

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Im Februar stiegen die US-Produzentenpreise gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent und ließen die Jahresrate auf 3,4 Prozent ansteigen. Dies war der höchste Stand seit einem Jahr. Preistreiber waren ein starker Anstieg der Warenpreise sowie eine anhaltende Inflation bei den Dienstleistungen. Die Marktteilnehmer werden die Veröffentlichung der neuesten Daten in der kommenden Woche aufmerksam auf Anzeichen einer weiteren Beschleunigung hin beobachten. Im Fokus steht vor allem der Einfluss des Iran-Konflikts. Es ist davon auszugehen, dass insbesondere die Transportkosten den iranbedingten Kraftstoffschock widerspiegeln werden.

China: BIP Wachstum

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Obwohl sich das annualisierte Wirtschaftswachstum in China im vierten Quartal auf 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal verlangsamte, erreichte das Reich der Mitte sein ausgewiesens Wachstumsziel von 5 Prozent für das Gesamtjahr 2025. Die Industriegewinne stiegen im Zeitraum Januar bis Februar 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,2 Prozent, was auf eine stärkere Industrieproduktion zurückzuführen ist, die zum Teil durch steigende Exporte und eine nachlassende Deflation des Erzeugerpreisindexes bedingt war. Die Einkaufsmanagerindizes lagen zuletzt oberhalb der Wachstumsschwelle. Doch nicht nur aufgrund des möglichen Gegenwinds aus dem Irankonflikt erwarten wir, dass das Wirtschaftswachstum für das Gesamtjahr 2026 unter 5 Prozent liegen wird.

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