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Quelle: Bloomberg
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Rückblick:
Diese Woche hatte positive Nachrichten für die deutsche Konjunktur im Gepäck. Am Dienstag gab es eine Revision des BIP-Wachstums im zweiten Quartal: es wurde von 0,2 % auf 0,3 % angehoben. Nun stehen drei aufeinanderfolgende Quartale mit nennenswert positiven BIP-Veränderungsraten (+0,3%; +0,4%; +0,3%) in den Büchern. Damit scheint für das Gesamtjahr eine Wachstumsrate von 1,0 % in Reichweite. Zudem kletterte der ifo Geschäftsklimaindex auf 88,8 Zähler, den höchsten Wert seit einem Jahr. Weniger erfreulich war die Entwicklung bei der Inflation. In Spanien sprang die harmonisierte Teuerungsrate auf 4,5 % und die Inflation nach nationaler Definition auf 4,3 %. Zwar wurden Werte in dieser Höhe vorab prognostiziert, doch ändert dies nichts daran, dass sie weit weg vom 2%-Ziel der EZB liegen. Auch die französische Inflation (nach EU bzw. HVPI-Abgrenzung) legte auf 2,7 % zu. In den USA liegt das Teuerungsmaß PCE um 3,7 % zum Vorjahr zu und die Kernrate der Konsumausgaben steht bei 3,3 %.
Ausblick:
Am Wochenende findet das Symposium in Jackson Hole statt. Besonders spannend dürfte die Keynote des (neuen) Fed-Chefs Kevin Warsh werden, lief seine letzte Presskonferenz doch eher wenig erfolgreich ab. In der kommenden Woche erscheinen dann die Inflationsraten für Deutschland und den Euroraum. Beide dürften wohl wieder die Marke von 3 % überschreiten. Besondere Beachtung wird wieder der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag erhalten. Daneben erscheinen noch ein paar Stimmungsindikatoren aus den USA und China.
Euroraum: Inflationsraten
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Die (Headline-)Inflation im Euroraum wird weiterhin von den Energiepreisen getrieben. Im Zuge der ersten vorläufigen Einigung zwischen den USA und Iran kam es zum Rückgang des Ölpreises auf rund 70 USD pro Barrell. Entsprechend reduzierte sich auch die Inflation im Juni auf 2,8 % und hielt sich im Juli bei 2,9 %. Zuletzt stieg der Ölpreis wieder. Noch entscheidender dürfte aber der Gaspreis sein. In Europa ist dieser mit knapp 70 EUR pro MwH inzwischen sogar über dem Niveau von unmittelbar nach Ausbruch der Eskalation (ca. 60 EUR pro MwH). Die Forschung zeigt, dass Gaspreise erst verzögert, dann aber für einen längeren Zeitraum auf die Inflation wirken. Insgesamt ist aufgrund der zunehmenden Dauer des Energiepreisschocks nun mit wachsenden Zweitrundeneffekten zu rechnen. Hinzu kommen wohl steigende Lebensmittelpreise: In diesem Jahr aufgrund der Hitzewelle und Dürren, im nächsten Jahr aufgrund steigender Düngemittelpreise (Die Herstellung von Stickstoffdüngemittel ist extrem gasintensiv – als Energieträger und unverzichtbarer chemischer Rohstoff). Zusammenfassend dürfte die Inflation damit länger auf erhöhtem Niveau verharren als bislang angenommen. Damit scheint die Leitzinserhöhung der EZB im September ausgemachte Sache. Eine weitere Erhöhung ist nicht auszuschließen, derzeit aber noch nicht unser Basis-Szenario.
USA: Arbeitsmarkt
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Der US-Arbeitsmarktbericht hat zuletzt gemischte Signale gezeigt und war im bisherigen Jahresverlauf von starken Schwankungen geprägt. So lag der Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft im März bei über 210 Tausend Stellen. Ist seither aber auf -23 Tausend gefallen. Im letzten Bericht wurden auch die beiden Vormonatswerte um insgesamt 100 Tausend Stellen nach unten revidiert. Insgesamt zeichnet der Stellenaufbau also eher ein schwaches Bild. Anders sieht es vermeintlich bei der Arbeitslosenquote aus. Diese ist seit November 2025 von 4,5 % auf 4,1 % im Juli 2026 gefallen und zeigt vordergründig eine Tendenz zum Rückgang und damit zur Stärke des Arbeitsmarktes. Schaut man sich jedoch die Details an, Zähler (Arbeitslose) und Nenner (Arbeitslose + Erwerbstätige) der Arbeitslosenquote, ergibt sich ein anderer Einblick. Denn es ist nicht so, dass die Arbeitslosen zu Erwerbstätigen werden, wie man es klassischerweise kennt. Vielmehr verabschieden sich viele Arbeitslose komplett vom Arbeitsmarkt, wodurch die Partizipationsrate sinkt. Im November 2025 lag sie bei 62,5 % und ist zuletzt bis auf 61,4 % gefallen. Gesamthaft ergibt sich also eher das Bild eines sich leicht abkühlenden Arbeitsmarktes. Dies spricht für eine geringere Wahrscheinlichkeit einer Leitzinserhöhung durch die Fed. Damit sehen wir unsere – vom Markt abweichende – Annahme bestätigt, dass es in den USA keine Leitzinsanpassung mehr in diesem Jahr geben wird. Für den August-Bericht geht der Markt davon aus, dass die Arbeitslosenquote stabil bleibt und es einen moderaten Stellenaufbau von knapp 60 Tausend Stellen geben wird.