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Quelle: Bloomberg
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Rückblick:
Vor einer Woche erschien der US-Arbeitsmarktbericht für Juli. Der Stellenaufbau überraschte deutlich nach unten. Statt eines Aufbaus von 80 Tausend Stellen, gab es einen Rückgang um 23 Tausend. Zusätzlich wurden die Vormonate um insgesamt 103 Tausend Stellen nach unten revidiert. Zwar sank die Arbeitslosenquote auf 4,1 %, doch ist dieser Wert zu relativieren. Er kommt nur zustande, da sich immer mehr Menschen vom Arbeitsmarkt abwenden. Damit reduziert sich Zähler und Nenner in der Arbeitslosenquotenberechnung. Das Lohnwachstum zum Vorjahr wurde vorab auf 3,5 % prognostiziert, mit 3,2 % fiel es dann deutlich niedriger aus. Auch der entsprechende Vormonatswert wurde um 0,1 Prozentpunkte nach unten revidiert. Insgesamt scheint sich der Arbeitsmarkt also etwas abzukühlen und der Preisdruck von dieser Seite nachzulassen. Entsprechend reagierte der Markt mit deutlich geringeren Leitzinsanhebungserwartungen.
Am vergangenen Mittwoch kamen dann noch die Verbraucherpreise aus den USA. Mit 3,4 % bei der Headline-Inflation (inkl. Energie) und 2,5 % bei der Kernrate fielen die Zahlen so aus, wie zuvor antizipiert. Die Erzeugerpreise legten mit 4,7 % zwar noch immer kräftig zu, dieser Wert lag aber unter prognostizierten 4,9 %. Insgesamt hat der Teuerungsdruck in den USA zuletzt also etwas nachgelassen. Trotzdem gaben die langfristigen Renditen kaum nach. Im Gegenteil, diese Woche kam es zur teuersten Anleihen-Auktion des US-Finanzministeriums seit 2001. Offensichtlich fordern die Investoren angesichts des immer weiterwachsenden Schuldenbergs eine zunehmende Risikoprämie. Wurden die Zolleinnahmen im letzten Jahr noch als neue Einnahmequelle identifiziert, mussten in den letzten drei Monaten netto Zölle zurückgezahlt werden (im Juni beispielsweise 25,6 Mrd. US-Dollar). Inzwischen wird mehr Geld für die Zinslast ausgegeben als für das Militär.
Ausblick:
In der kommenden Woche erscheinen einige Makro-Indikatoren zum US-Immobilienmarkt. Dieser könnte sich im Juli noch einigermaßen stabil gehalten haben, spätestens ab August dürfte aber das hohe Zinsniveau belastend wirken und Baubeginne verzögern. Die japanische Inflation dürfte wieder etwas zulegen, die Teuerung im Vereinigten Königreich dagegen weitgehend stabil bleiben. Des Weiteren werden die Einkaufsmanagerindizes für die USA und die großen europäischen Volkswirtschaften veröffentlicht.USA: Inflationsraten.
Deutschland: ZEW Index
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Der ZEW Index für die deutschen Konjunkturerwartungen hat sich von seinem zwischenzeitlichen Tief bei -17,2 Zählern im April wieder sukzessive erholt. Im Juli lag er bei 26,3 Punkten und damit sogar leicht über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Die befragten Ökonomen scheinen also nach der ersten Verunsicherung durch den Irankonflikt und den Ölpreisschock nun wieder etwas zuversichtlicher zu sein. Dies passt auch zum gesamtheitlichen Bild der Frühindikatoren. Die Einschätzung der aktuellen Lage ist mit -77,6 Punkten dagegen noch immer auf einem äußerst niedrigen Stand (Durchschnitt der letzten 5 Jahre: -57 Zähler). Angesichts des Faktes, dass die deutsche Volkswirtschaft zuletzt drei Quartale in Folge eine positive BIP-Veränderungsrate ausweisen konnte scheint dies etwas zu pessimistisch. Für den August-Wert prognostiziert der Konsens einen Wert von 29,6 für die Konjunkturerwartung, also eine minimale weitere Verbesserung, und -69,5 für den Lage-Indikator.
Euroraum: Einkaufsmanagerindizes Industrie (oben) & Dienstleistungen (unten)
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Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung, und auch entgegen anderer Stimmungsindikatoren, konnten die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe seit Anfang 2025 kontinuierlich zulegen. Seit Februar 2026 liegt der Wert für den Euroraum über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Offensichtlich konnten Zölle, geopolitische Spannungen und Berichte über Stellenabbauten bei prominenten deutschen Industrieunternehmen nicht zu einem weiteren Absacken der Indizes führen. Ob das äußerst niedrige Ausgangsniveau oder die Befragungsmechnik ausschlaggebend waren ist schwer auszumachen. Insgesamt passt die Einschätzung aber zur zuletzt überraschend robusten Konjunktur in Deutschland und im Euroraum. Für August geht der Markt von einem minimalen Rückgang auf 51,5 aus.
Deutlich schwerer ist es, einen Trend beim PMI für den Dienstleistungssektor auszumachen. Zwar stieg der Index für den Euroraum Ende 2025 bis auf über 53 Zähler, doch reagierte er auf die geopolitischen Spannungen und den Ölpreisschock deutlich empfindlicher. Im April fiel er unter die Wachstumsschwelle und verharrte dort für zwei weitere Monate. Im Juli konnte er diese Schwelle aber wieder überschreiten. Gleichzeitig zeigen sich die Subindizes für die zwei größten Volkswirtschaften des Euroraums, Deutschland und Frankreich, noch immer gedrückt. Für den Euroraum-weiten Index erwartet der Konsens einen Wert von 51,5.