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Konjunktur & Preise: Deutschland: ZEW Index # USA: Leitzins

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Quelle: Bloomberg

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Rückblick:

Im Fokus der Marktteilnehmer stand diese Woche die September-Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB). Wie erwartet, erhöhte diese den Leitzins (in Form des Einlagesatzes) um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent. Dies war die zweite Erhöhung seit Ausbruch des Iran-Konflikts. Auf der Sitzung veröffentlichten die Währungshüter zudem ihre überarbeiteten Prognosen. So wurden sowohl die Inflations- als auch die Wachstumsprognosen leicht nach oben angepasst. Obwohl es Notenbankpräsidentin Christine Lagarde gelang, wenige direkte Hinweise auf den weiteren möglichen Zinspfad der EZB zu geben, präsentierte sie sich auf der Pressekonferenz als Falke. Die Märkte erhöhten daraufhin ihre Leitzinserwartungen. Die EZB betonte, dass sie auch weiterhin datengetrieben agieren werde. Die Notenbank zeigte sich zudem überrascht über die Resilienz der europäischen Konjunktur angesichts des geopolitischen Gegenwinds. Die Aufwärtsrevision der BIP-Prognose für das zweite Quartal, die diese Woche veröffentlicht wurde, ist in den Prognosen der EZB noch nicht berücksichtigt. Das höhere Quartalswachstum von 0,6 % (erste Schätzung: 0,4 %) war vor allem auf ein stärkeres Wachstum in Irland zurückzuführen.

In Deutschland ist die Industrieproduktion im Juli unerwartet zurückgegangen. Im Vergleich zum Vormonat betrug der Rückgang 1,1 Prozent (Markterwartung: +0,2 %). Hauptgrund für den stärksten monatlichen Rückgang seit einem Jahr war ein Rückgang im Automobilsektor, der vor allem auf die gestiegenen Energiekosten zurückzuführen ist. Die deutschen Exporte sanken im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent. Damit wurde die fünfmonatige Serie von Anstiegen entgegen der Markterwartung (+0,3 %) im Juli beendet. Dennoch erhöhte sich die saisonbereinigte Handelsbilanz aufgrund eines gleichzeitigen Rückgangs bei den Importen auf 21,3 Milliarden Euro.

Während die US-Inflationsrate erst am Freitagnachmittag veröffentlicht wird, gab der am Donnerstag veröffentlichte Erzeugerpreisindex für August neue Einblicke in die Inflationsentwicklung. Der Index stieg entsprechend der Markterwartung gegenüber Juni um 0,4 Prozent an. Der Anstieg der Energiepreise war hierbei der Haupttreiber. Der Anstieg des Kern-Erzeugerpreisindex, der ohne Energiepreise berechnet wird, lag mit 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat 0,1 Prozentpunkte unterhalb der Konsensschätzung.

Im August stiegen die Exporte in China im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent. Wie in den vergangenen Monaten auch waren Elektronik und KI-bezogene Güter die Haupttreiber dieses starken Anstiegs. Entsprechend der Erwartungen am Markt ist die Inflationsrate im August um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Deutlich größer war der Anstieg des Erzeugerpreisindexes mit 3,8 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass der Inflationsanstieg in China primär energie- und angebotsseitig getrieben ist und nicht durch eine starke Nachfrage induziert wird.

Ausblick:

Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) diese Woche ihren Leitzins erhöht hat, stehen in der kommenden Woche die Entscheidungen der anderen großen Notenbanken im Fokus. Neben der US-Notenbank (Fed) werden auch die Entscheidungen der Bank of England und der Bank of Japan mit großem Interesse erwartet. Bei den deutschen Veröffentlichungen sind in der nächsten Woche neben dem Erzeugerpreisindex vor allem der ZEW Indikator hervorzuheben. Nach dem unerwartet deutlichen Rückgang der deutschen Industrieproduktion im Juli sind in der kommenden Woche die Zahlen zur Entwicklung der Industrie im Euroraum von besonderem Interesse.

Deutschland: ZEW Index

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In den vergangenen drei Monaten bewegte sich der deutsche ZEW Index für Konjunkturerwartungen weiterhin kontinuierlich nach oben. Dabei wurden die Markterwartungen bei allen drei Veröffentlichungen übertroffen. Ausschlaggebend für die verbesserte Stimmung waren insbesondere das robuste BIP-Wachstum, positive Überraschungen bei wichtigen Konjunkturdaten, die Hoffnungen auf das Strukturreformpaket sowie eine breite Verbesserung der Branchenstimmung. Die Ausgangslage für die Umfrage im September hat sich jedoch in wichtigen Bereichen eingetrübt. So haben die Erwartungen an Leitzinserhöhungen der EZB zugenommen, und auch die schwächeren Zahlen zu den Exporten und der Industrieproduktion könnten die Stimmung belasten.

USA: Leitzinsen

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Das Ergebnis der September-Sitzung der EZB bot wenig Überraschungspotenzial. In den USA dürfte es nächste Woche genau anders herum sein. Die Erwartungen der Marktteilnehmer hinsichtlich des Vorgehens der Fed schwanken zwischen einer und keiner Erhöhung im September. Nachdem der Arbeitsmarktbericht in der vergangenen Woche positiv überraschte, könnten die heutigen Inflationsdaten das Zünglein an der Waage sein. In seiner Rede in Jackson Hole präsentierte sich Fed-Präsident Kevin Warsh sehr „falkenhaft”. Er bezeichnete den Arbeitsmarkt als stabil und äußerte erneut seinen großen Unmut darüber, dass die Inflationsrate seit mehr als fünf Jahren oberhalb des Zielwerts von zwei Prozent liegt. Nach seiner Rede nahmen die Markterwartungen für eine Leitzinserhöhung deutlich zu. Bis zur Sitzung in der kommenden Woche befindet sich die Fed nun in der sogenannten „Schweigephase“, in der die Offenmarktmitglieder keine Kommentare zur Geldpolitik abgeben dürfen.

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