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Konjunktur & Preise: USA: VPI Inflationsrate # USA: Industrieproduktion & Einzelhandelsumsatz

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Quelle: Bloomberg

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Rückblick:

In dieser Woche war der ökonomische Datenkalender vergleichsweise dünn. In Deutschland enttäuschten die Auftragseingänge in der Industrie, die vordergründig um über 10 % zum Vormonatswert einbrachen (der Konsens lag bei -1 %). Dieser Wert ist jedoch zu relativieren. Großaufträge (z.B. Flugzeuge, Verteidigung) hatten den Vormonatswert massiv nach oben getrieben. Rechnet man diese heraus, lag der Rückgang nur noch bei 0,1 %. Zieht man zudem den Vergleich zum Vorjahresmonat bleibt unterm Strich ein Plus von 2,7 %. Insgesamt bleibt der positive Trend der letzten 2 Jahre also intakt. Beim Output, der Industrieproduktion, wurden die schwachen Vormonatswerte kompensiert. Im August wurde ein Anstieg um 2,0 % verzeichnet – im Vergleich zum Vorjahresmonat sind es 2,3 % mehr. Die Bodenbildung seit Mitte 2024 scheint sich also zu bestätigen.

Mit Blick auf die Märkte ist weiterhin das größte Augenmerk auf Frankreich gerichtet. Zwar hat sich die Situation seit Ende letzter Woche nicht weiter verschärft, von Entspannung fehlt aber auch jede Spur. Die Renditedifferenz 10-jähriger Staatsanleihen zwischen Frankreich und Deutschland liegt aktuell bei 135 Basispunkten. Letzte Woche waren es in der Spitze sogar über 150 Basispunkte. Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre waren es dagegen knapp 50 Basispunkte. Die aktuelle Situation ist damit zwar mit der Situation Frankreichs während der Eurokrise vergleichbar, nicht aber mit den Peripherie-Staaten seinerzeit. Die Aufschläge für Italien und Spanien erreichten damals bis zu 520 Basispunkte. Zur Orientierung: im akuten Krisen-Land Griechenland waren es kurz vor dem Schuldenschnitt aufgrund des massiven Wertabschlags zeitweise sogar 3.000 Basispunkte mehr als in Deutschland.

Ausblick:

In der kommenden Woche ist der Datenkalender wieder recht dünn. Am spannendsten dürften sicher die CPI-Inflationsdaten aus den USA werden. Auch die Erzeugerpreise können einen Ausblick auf den Inflationsdruck liefern. Daneben sollten die Veröffentlichungen des Einzelhandelsumsatzes und der Industrieproduktion einen Einblick in die konjunkturelle Lage der US-Volkswirtschaft liefern. Damit dürften dann die wichtigsten Datenpunkte für die Fed-Sitzung am 28.10. vorliegen. Zum heutigen Tag gehen wir nicht davon aus, dass die US-Notenbank etwas an ihrem Leitzins ändern wird. So kurz vor den Mid-Term Wahlen könnte dies als politische Einflussnahme gewertet werden. Noch wichtiger ist aber, dass es zum aktuellen Zeitpunkt aus ökonomischer Sicht schlicht nicht notwendig erscheint. Zu einer neuen Bewertung könnte es aber in der Dezember-Sitzung kommen. Im Euroraum gibt es nächste Woche nur die Publikation Industrieproduktionsdaten, die relevant erscheint.

USA: : VPI Inflationsrate

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Die US-Inflationsrate für September ist der letzte wichtige Datenpunkt vor der Sitzung der Fed Ende Oktober. Der Konsens erwartet eine leichte Zunahme auf 3,6 % (von 3,4 % im Vormonat), die Kernrate soll ebenfalls leicht auf 2,5 % (von 2,4 %) zulegen. Der Anstieg seit März ist bislang ausschließlich auf die Energiekomponente zurückzuführen. Diese liefert derzeit etwa einen Prozentpunkt Aufschlag. Würden die Energiepreise wieder auf das Vorkrisenniveau zurückkehren, würde auch die Headline-Inflation auf rund 2,5 % fallen. Das Niveau auf dem auch die Kernrate liegt. Damit bleibt die Erkenntnis, dass die Teuerung abseits der Energie zwar nicht dramatisch, aber weiterhin leicht erhöht ist. Grund dafür dürften zum einen die Zölle sein, die letztlich auf die Verbraucherpreise aufgeschlagen werden. Zum anderen auch die gestiegene Nachfrage der Hyperscaler nach allem was mit KI (Hardware und Software) zusammenhängt. Zudem kann festgehalten werden, dass bislang noch keine Zweitrundeneffekte erkennbar sind. Da die Zentralbank angebotsseitigen Schocks nicht direkt entgegenwirken kann, kann sie aktuell nur versuchen Zweitrundeneffekten präventiv vorzubeugen und die Nachfrage aus dem KI-Boom entgegenzuwirken. Letzterer wirkt aufgrund exponentieller Wachstumserwartungen aber kaum zinssensitiv. Insgesamt erscheint damit ein leicht restriktiver geldpolitischer Kurs und ein agieren mit Augenmaß notwendig – hierbei kann man schnell zu unterschiedlichen Auffassungen kommen. Daher könnte es bei den nächsten Zinsentscheiden durchaus wieder Abweichler geben.

USA: Industrieproduktion & Einzelhandelsumsatz

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Für die Bewertung der konjunkturellen Lage auf Monatsbasis werden häufig die Industrieproduktion und der Einzelhandelsumsatz herangezogen. In den USA war der Output des Verarbeitenden Gewerbes seit 2019 im Trend zuerst rückläufig. Seit 2025 ist jedoch wieder ein klarer Anstieg erkennbar. Dieser ist in erster Linie auf den Ausbau der KI-Infrastruktur zurückzuführen. Der Index, der die Produktion in Volumen misst (also real), ist kurz davor den bisherigen Höchststand von September 2018 zu erreichen. Der Einzelhandelsumsatz zeigt sich in seiner Entwicklung deutlich weniger schwankungsintensiv. Nur während der Corona-bedingten Lockdowns brach der Konsum kräftig ein, erholte sich danach aber genauso schnell wieder. Und in der letzten „richtigen“ Rezession, 2008 im Rahmen der globalen Finanzkrise, war ein knapp 2-jähriger Abwärtstrend erkennbar. Abseits dessen war ein recht konstanter Anstieg von fast 6 % pro Jahr erkennbar. Das ausgeprägte Stimmungstief beim Verbrauchervertrauen der letzten Monate und Jahre scheint sich also nicht in den harten ökonomischen Daten widerzuspiegeln.

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