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Rückblick:
Der als sicher geglaubte Abschluss des Handelsabkommens zwischen der EU und den Mercosur-Staaten ist nach dem Beschluss des EU-Parlaments, eine Überprüfung durch den Europäischen Gerichtshof durchzuführen, zunächst aufgeschoben worden. Mit Blick auf den asiatischen Raum erreichte China im Jahr 2025 sein Wachstumsziel von 5 Prozent. Allerdings war das Wachstum im vierten Quartal mit annualisierten 4,5 Prozent das geringste im Jahr 2025.
Die chinesische Zentralbank ließ ihre Leitzinsen diese Woche unverändert. In Japan stiegen die Exporte weniger stark als vom Markt erwartet. In Deutschland konnte der ZEW-Index sowohl hinsichtlich der konjunkturellen Lage als auch der Erwartungen positiv überraschen. In den USA entsprachen die PCE-Inflationsraten weitgehend den Erwartungen. Allerdings ist die Sparquote stärker gesunken als am Markt erwartet. Mit 3,4 Prozent markiert die Rate den niedrigsten Stand seit Oktober 2022, was auf ein geringeres Wachstum beim monatlichen Einkommen der Haushalte zurückzuführen ist. Die Einkaufsmanagerindizes für Dienstleistungen fielen im gesamten Euroraum und in Frankreich mit Werten von 51,9 bzw. 47,9 schlechter aus als erwartet. Der französische Index ist somit unter die Wachstumsschwelle von 50 gefallen. Deutschland überraschte hingegen mit einem Anstieg auf 53,3 positiv. Mit Blick auf die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe übertrafen sowohl der gesamte Euroraum als auch Deutschland und Frankreich die Konsensschätzung. Dennoch liegt der Index nur in Frankreich oberhalb der Wachstumsschwelle.
Ausblick:
In der kommenden Woche rückt insbesondere die Sitzung der US-Notenbank (Fed) in den Fokus. Von besonderem Interesse ist zudem das Verbrauchervertrauen in den USA. Diesseits des Atlantiks steht die Bekanntgabe der BIP-Wachstumszahlen für das vierte Quartal bevor. In Deutschland stehen neben den Inflationsraten für Januar insbesondere die Veröffentlichung des ifo Geschäftsklimaindex und des GfK-Konsumklima-Index im Fokus.
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USA: Leitzins

Quelle: Bloomberg
Die Leitzinssenkung der Fed auf ihrer Sitzung im Dezember erfolgte inmitten einer durch den US-Shutdown unklaren Datenlage. Inflations- und Arbeitsmarktdaten wurden teilweise gar nicht oder in schlechter Qualität bereitgestellt. Mit dem Shutdown im Rückspiegel ist das Bild nun jedoch klarer. So ist die Arbeitslosenquote zuletzt leicht auf 4,4 Prozent gefallen und die Anzahl der neu geschaffenen Stellen entsprach weitgehend den Erwartungen am Markt. Auch die jüngste Inflationsentwicklung entsprach weitgehend den Konsensschätzungen. Wir und der Markt erwarten, dass es im Januar zu keiner Zinsanpassung kommen wird. Von besonderem Interesse ist die anschließende Pressekonferenz. Neben dem Ausblick der Notenbank könnten hier auch die jüngsten Angriffe der US-Administration auf die Unabhängigkeit der Zentralbank thematisiert werden. So erließ das Justizministerium eine gerichtliche Vorladung gegen Jerome Powell. Gegenstand ist angebliche Falschaussagen im Zusammenhang mit den Kostenüberschreitungen beim Bau bzw. der Renovierung des Notenbankgebäudes. Daraufhin wandte sich der Fed-Chef über soziale Medien an die Öffentlichkeit und machte deutlich, dass er diese Vorwürfe für politisch motiviert hält. Mit Blick auf eine mögliche Entlassung von Lisa Cook, einem Mitglied des Federal Reserve Board, deutete zuletzt vieles darauf hin, dass sich der Oberste Gerichtshof zugunsten von Cook entscheiden könnte. Donald Trump kündigte außerdem an, zeitnah seinen Kandidaten für die Nachfolge von Jerome Powell bekanntzugeben. Powells Amtszeit läuft im Mai 2026 aus.
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Deutschland: ifo Geschäftsklimaindex

Quelle: Bloomberg
Trotz des starken Gegenwinds aus dem Außenhandel verbesserte sich der ifo-Geschäftsklimaindex im vergangenen Jahr moderat – mit einigen Rücksetzern – von 84,9 Punkten im Dezember 2024 auf jüngst 87,6 Punkte im Dezember 2025. Zuletzt hellte sich das Stimmungsbild in Deutschland etwas auf. Auch bei „härteren” Daten wie der Industrieproduktion oder den Auftragseingängen gab es positive Überraschungen. Insgesamt bleiben die Konjunkturdaten allerdings durchwachsen. Der Blick nach vorne ist durch die erwartbaren wachstumsfördernden Effekte des Fiskalpakets jedoch vorsichtig optimistisch. Nachdem das Jahr 2025 ersten Schätzungen zufolge mit einem leichten Plus beim BIP-Wachstum abgeschlossen wurde, erwarten wir für Deutschland für das Jahr 2026 ein Wachstum von etwa einem Prozent.