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Quelle: Bloomberg
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Rückblick:
Da sich der Iran-Konflikt nun bereits über mehrere Wochen erstreckt, schlagen sich die Folgen zunehmend auch in makroökonomischen Kennzahlen und Indikatoren nieder. Weitere wichtige Einblicke in die bisherigen ökonomischen Auswirkungen des Iran-Konflikts dürften hier „nachgelagerte Indikatoren“ bieten, also diese, bei denen Veröffentlichungszeitpunkt und Referenzperiode weiter auseinander liegen und bislang nicht den Monat März berücksichtigt haben.
Mit einem Wachstum von 5 Prozent im ersten Quartal übertraf das chinesische BIP die Markterwartung um 0,2 Prozentpunkte. Das Wachstum wurde insbesondere durch starke Exporte und Investitionen angetrieben. Die Kreditdaten blieben jedoch durchweg hinter den Prognosen zurück, was die anhaltende Schwäche der Binnen- und Kreditnachfrage verdeutlicht. Die chinesischen Handelsdaten zeigten erste Auswirkungen der Störungen durch den Iran-Konflikt. In den USA stieg der Verbraucherpreisindex im März gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent – der größte Anstieg seit 2022 –, was den unmittelbaren Energiepreisschock infolge des Iran-Konflikts widerspiegelte. In dieser Woche wurde zudem das „Beige Book“ der US-Notenbank (Fed) veröffentlicht. Demnach hat die Wirtschaftstätigkeit in den USA in den meisten Regionen weiterhin in leichtem bis mäßigem Tempo zugenommen. Der Iran-Konflikt habe jedoch große Unsicherheit und höhere Energiekosten ausgelöst. Auch der Euroraum sieht sich aufgrund des Iran-Konflikts einem deutlichen Inflationsdruck ausgesetzt. In den impliziten Markterwartungen spiegeln sich derzeit zwei Erhöhungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte im weiteren Jahresverlauf wider. Laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde befindet sich die Wirtschaft im Euroraum derzeit zwischen dem Basisszenario und dem Negativszenario der Zentralbank. Der endgültige Verbraucherpreisindex (VPI) Frankreichs für März erreichte erstmals seit Mitte 2024 das 2-Prozent-Ziel der EZB. Ausschlaggebend hierfür war ein Anstieg der Energiepreise um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Joachim Nagel, Präsident der Bundesbank, wies darauf hin, dass der Iran-Krieg das deutsche Wachstum in diesem Jahr um 0,3 Prozentpunkte dämpfen könnte.
Ausblick:
In der kommenden Woche werden wichtige Stimmungsindikatoren aus Deutschland und dem Euroraum erwartet. Darüber hinaus steht eine Leitzinsentscheidung der chinesischen Zentralbank bevor. Von besonderem Interesse sind neben den Inflationsdaten aus Japan auch die Einkaufsmanagerindizes aus den USA.
Deutschland: ifo-Geschäftsklimaindex

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Der ifo Geschäftsklimaindex startete mit 87,6 Punkten schwächer als erwartet ins Jahr 2026. Im Februar erholte er sich jedoch deutlich und erreichte mit 88,6 Punkten den höchsten Stand seit August 2025. Der aufkeimende Optimismus wurde im März zunichte gemacht, als der Index auf 86,4 Punkte abstürzte. Grund hierfür waren der Iran-Krieg und der daraus resultierende Energiepreisschock, der den Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Erholung einen deutlichen Dämpfer versetzte.
Euroraum: Verbrauchervertrauen
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Das Verbrauchervertrauen im Euroraum begann das Jahr 2026 mit einem Wert von -12,4 Punkten im Januar und verbesserte sich im Februar geringfügig auf -12,2 Punkte. Im März kam es jedoch zu einer deutlichen Kehrtwende, als der Krieg im Iran ausbrach und das Verbrauchervertrauen auf -16,3 Punkte abstürzte – eine drastische Verschlechterung um 4,1 Punkte innerhalb eines einzigen Monats. Ausschlaggebend hierfür waren insbesondere die stark gestiegenden Energiepreise und die wachsenden Inflationsängste.