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Konjunktur & Preise: Euroraum: Einkaufsmanagerindizes Industrie # Japan: Leitzinsen

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Rückblick:

In dieser Woche wiesen die Handelsdaten aus China für das Jahr 2025 trotz des Handelskonflikts mit den USA einen Rekord-Handelsüberschuss von 1,2 Bio. US-Dollar Im Dezember legten die Exporte im „Reich der Mitte” um 6,6 Prozent (Erwartung am Markt: 3,1 %) und die Importe um 5,5 Prozent (Erwartung am Markt: 0,9 %) zu. In Deutschland ist die Industrieproduktion im November unerwartet gestiegen. Dies war der dritte Anstieg in Folge. Eine solche Entwicklung hatte es seit 2022 nicht mehr gegeben. Nach einer ersten vorläufigen Schätzung schrammte Deutschland im Jahr 2025 knapp an einer Rezession vorbei und verzeichnete ein leichtes Wachstum von 0,2 %. Mit Blick auf das laufende Jahr erhöhte die Weltbank ihre Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent. Bereits in der vergangenen Woche hatten die EU und die Mercosur-Staaten ihr lang geplantes Handelsabkommen finalisiert. Eine der wichtigsten Veröffentlichungen dieser Woche waren die US-Inflationszahlen. Sowohl die Inflationsrate als auch die Kern-Inflationsrate zeigten im Dezember keine Veränderung zum Vormonat und lagen jeweils bei 2,7 beziehungsweise 2,6 Prozent. Die Kernrate blieb somit weiterhin auf ihrem Vierjahrestief. Die ursprüngliche Befürchtung der US-Notenbank hinsichtlich der inflationären Wirkung der Importzölle spiegelt sich in den jüngsten Daten somit nach wie vor nur geringfügig wider.

Ausblick:

Insbesondere die Veröffentlichung der Core-PCE-Rate, das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank, dürfte nächste Woche im Fokus der Marktteilnehmer stehen. Doch auch die Einkaufsmanagerindizes für die Euroländer und die USA sind von besonderem Interesse. Aus Asien werden zudem wichtige Daten aus China sowie der Zinsentscheid der japanischen Notenbank (BoJ) erwartet. Das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan dürfte zudem neue Einblicke in die stark vom Konsum abhängige US-Wirtschaft gewähren.

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Euroraum: Einkaufsmanagerindizes Industrie

Quelle: Bloomberg

Der deutsche Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ist im Dezember auf 47,0 Punkte gefallen. Der letzte Wert war der niedrigste seit Februar 2022 und der Index bleibt somit weiterhin unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Ein Lichtblick für den Sektor waren im November jedoch die deutlich stärker als erwarteten Auftragseingänge (+5,6 % zum Vormonat) und die Industrieproduktion (+0,8 % zum Vormonat). Das deutsche Fiskalpaket könnte die Stimmung und die Lage im verarbeitenden Gewerbe im weiteren Jahresverlauf aufhellen. Der französische Einkaufsmanagerindex stieg im Dezember auf 50,7 an. Dies ist der höchste Stand seit Juni 2022, wichtige Gründe hierfür waren eine Erholung bei den Exporten und ein Anstieg bei der Beschäftigung. Im Euroraum bleibt der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe jedoch weiterhin unterhalb der Wachstumsschwelle. Das ökonomische Gesamtbild hat sich zuletzt jedoch in vielen Bereichen spürbar verbessert.

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Japan: Leitzinsen

Quelle: Bloomberg

Im Dezember des vergangenen Jahres hat die japanische Notenbank ihren Leitzins von 0,5 auf 0,75 Prozent erhöht. Der Markt geht derzeit davon aus, dass es bei der Januarsitzung zu keiner Anpassung des Leitzinses kommen wird. Die Inflationsrate in Japan liegt weiterhin persistent über dem Inflationsziel der BoJ. Neben der Entwicklung der Teuerungsraten hat die Notenbank insbesondere auch weiterhin den Wechselkurs zum US-Dollar im Auge. Einige Mitglieder der BoJ haben jüngst Sorgen über einen möglichen inflationären Druck geäußert, der sich aus der gegenwärtigen Yen-Schwäche ergeben könnte. Sollten sich diese Befürchtungen materialisieren, könnten mittelfristig direkte Interventionen am Devisenmarkt und/oder weitere Zinsanhebungen notwendig werden. Der weitere geldpolitische Kurs könnte zudem durch mögliche Neuwahlen in Japan erschwert werden. Hier wird erwartet, dass es der amtierenden Premierministerin Sanae Takaichi gelingen dürfte, ihre Macht zu festigen. Politisch steht die Premierministerin für eine aggressive Fiskalpolitik und ist eine Verfechterin einer expansiven Geldpolitik. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen setzte in einem Umfeld aus erhöhter Inflation, einem schwächelnden Yen, Sorgen über steigende Staatsschulden, Leitzinserhöhungen und geopolitischen Risiken ihren Anstieg weiter fort und erreichte Anfang Januar mit 2,12 Prozent den höchsten Stand seit 1999.

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