
Rückblick:
Die makroökonomischen Daten zu den USA am vergangenen Freitagnachmittag zeigten einen rückläufige Industrieproduktion als Gegenbewegung zum starken Vormonatswert sowie einerseits einen stabilen Einzelhandelsumsatz aber andererseits ein wieder nachlassendes Verbrauchervertrauen (Uni Michigan). In dieser Woche zeigten die Einkaufsmanagerindizes in der Mehrheit positive Überraschungen. Die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe ist sowohl im Euroraum als auch in den USA erstaunlich gut. Einen Schlag in die Magengrube verursachten dagegen die detaillierten Zahlen zum deutschen BIP im 2. Quartal. Der Rückgang lag nicht nur bei den angenommenen -0,1 %, sondern bei -0,3 %. Wenig überraschend war der Außenbeitrag mit -0,7 % zum Vorquartal negativ. Doch trugen dazu weniger die rückläufigen Exporte (leidglich -0,1 %) bei, sondern vielmehr die gestiegenen Importe (Plus 1,6 %). Auch die Bauinvestitionen gingen um 2,1 % zurück. Der Privatkonsum konnte dies nicht kompensieren, da dieser annähern stagnierte (+0,1 %). Erstaunlich sind die Auswirkungen der Vorratsveränderung. Diese beinhalten nicht nur den Lagerauf- und -abbau, sondern auch die statistische Differenz. Mit einem Plus von 0,5 konnten sie den Rückgang der Bruttoanlageinvestitionen um 1,4 % überkompensieren und zu einem Zuwachs der Bruttoinvestitionen von 0,9 % führen. Angesichts der Vorzieheffekte und Gegenbewegungen sind jedoch größere Revisionen nicht auszuschließen.
Ausblick:
In der kommenden Woche gibt es wichtige Stimmungsindikatoren für Deutschland, Europa und die USA. Daneben gibt es erste Inflationszahlen für den August aus den Euroländern. Die USA veröffentlichen das für die Fed so wichtige Inflationsmaß der Core PCE. Über das Wochenende findet das Zentralbank-Symposium in Jackson Hole statt. Der erste wichtige Termin ist Jerome Powells Rede um 16 Uhr deutscher Zeit.
Deutschland: ifo Geschäftsklimaindex

Der ifo Geschäftsklimaindex erholte sich seit Dezember 2024, seinem letzten Tiefststand seit der Corona-Pandemie, sechs Monate in Folge. Mit dieser kontinuierlichen Verbesserung konnte er insgesamt 3,7 Zähler auf zuletzt 88,6 Punkte zulegen. Das Stimmungsbarometer dürfte nun in die entscheidende Phase kommen. Bereits in den letzten beiden Jahren gab es jeweils Zeiten, zu denen der Index zulegte und damit die Zuversicht stieg. Doch setzte danach eine Gegenbewegung mit Enttäuschung ein. Nun wird entscheidend sein, ob die positiven Argumente durch die Impulse der neuen Regierung überwiegen, oder die Bedenken durch den Gegenwind von den US-Zöllen. Wir gehen davon aus, dass es vorerst eine abwartende Haltung geben dürfte und der Geschäftsklimaindex weitgehend unverändert bleiben dürfte. Der Konsens rechnet mit einem leichten Rückgang um 0,3 Zähler.
Deutschland: Inflationsraten

Die Inflation in Deutschland scheint unter Kontrolle zu sein. Im Juni und Juli lag die Teuerungsrate genau auf dem Zielniveau von 2,0 %. Die Preissteigerung bei Waren scheint sich bei rund 1,0 % stabilisiert zu haben. Der Preisdruck bei Dienstleistungen nahm ab – von rund 4,0 % in der zweiten Jahreshälfte 2024 auf zuletzt nur noch 3,1 %. Der Anteil der Energie im Warenkorb wirkt weiterhin deflationierend, da die Preise auf Jahressicht 3,4 % nachgaben. Die Lebensmittelteuerung oszilliert um die 2,0 Prozentmarke und hat damit keine große Wirkung auf die Gesamtinflation. Die Kernrate, die ohne Energie- und Lebensmittelpreise berechnet wird, lag zuletzt bei 2,7 %.
Wir gehen davon aus, dass sich die Inflation weiterhin stabil zeigen wird. Einerseits dürfte die erhöhte Preissteigerung bei Dienstleistungen allmählich auslaufen, andererseits werden auch die dämpfenden Effekte der Energiepreise endlich sein. Bei den Gütern dürfte es perspektivisch zu einem größeren Angebot kommen, wenn Warenströme aufgrund der US-Zölle umgeleitet werden. Doch könnten durch neue Lieferketten auch höhere Kosten entstehen, wodurch sich die Effekte letztlich die Waagen halten könnten. Für August rechnen wir mit einer Inflation von 2,1 % (so wie der Konsens auch) und im September mit 2,2 % bevor sie durch Basiseffekte danach wieder sinken dürfte.