Euro-Inflationsrate steigt leicht auf 2,6%

veröffentlicht am 31. Mai 2024

Euro-Inflationsrate steigt leicht auf 2,6%

Im Mai stieg die den gesamten Warenkorb umfassende Headline-Inflationsrate der Euro-Zone moderat auf 2,6% und lag damit 0,1 Prozentpunkte über der Konsensschätzung.

 

Im Vergleich zum Vormonat legte der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) nach vorläufigen Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat um 0,2% zu.

Die um Energie- und Nahrungsmittelpreise bereinigte Kernrate der Inflation erhöhte sich im Mai auf 2,9% und lag damit etwas über der Konsensschätzung von 2,8%. Dieser Wert wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) bei ihren Zinsentscheidungen besonders beachtet.

Die Teuerungsrate ohne Energiepreise stieg im Mai von 2,7% auf 2,8% an.

 

Preisanstieg bei Dienstleistungen wieder über 4%

Den größten Anteil im Euro-Warenkorb nehmen mit 44,9% die Dienstleistungen ein. Sie verteuerten sich im Mai um 4,1% zum Vorjahr und 0,6% zum Vormonat. Von Dezember 2023 bis März 2024 lagen die von der Europäischen Zentralbank sehr genau beobachteten Dienstleistungspreise 4,0% über dem Vorjahresniveau, im April gab es einen leichten Rückgang auf 3,7%.

Der Preisauftrieb bei Lebensmitteln nahm im Mai wieder etwas ab. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Preise für „Lebensmittel, Alkohol und Tabak“ (Anteil am Warenkorb: 19,5%) nur noch um 0,2%. Sie lagen damit um 2,6% über ihrem Vorjahreswert. Im April betrug das Jahres-Plus noch 2,8%.

Bei den Industriegütern ohne Energie (Anteil knapp 25,7%) legten die Preise im Monatsvergleich um 0,1% zu und verteuerten sich um 0,8% zum Vorjahr.

Die im Euro-Warenkorb mit 9,9% gewichtete Energie verbilligte sich zwar um 1,2% zum Vormonat, war jedoch 0,3% teurer als im Vorjahr.

Wie sieht es in den großen Euro-Ländern aus?

 

Deutschland: 2,4%

Die deutsche Inflationsrate stieg im Mai leicht auf 2,4%. Im Vergleich zum Vormonat legten die Verbraucherpreise um 0,1% zu.

Frankreich: 2,2%

In Frankreich blieb der Verbraucherpreisindex im Mai im Monatsvergleich unverändert. Die Jahres-Inflationsrate verharrte bei 2,2%.

Spanien: 3,6%

In Spanien zeigte der allgemeine Preistrend im Mai erneut nach oben. Der Verbraucherpreisindex legte im Monatsvergleich um 0,3% zu, die Inflationsrate stieg von 3,3% auf 3,6%.

Italien: 0,8%

In Italien herrschte auch im Mai der geringste Preisdruck. Der Verbraucherpreisindex stieg um 0,2% zum Vormonat und ließ die Inflationsrate bei 0,8% verharren.

 

Wie geht es weiter?

Sowohl die Headline-Euro-Inflationsrate als auch die Kernrate sollten sich zunächst auf ihren aktuellen Niveaus seitwärts bewegen. Im Spätsommer könnten sie vorübergehend etwas sinken. Im Gesamtjahresdurchschnitt 2024 sollten die Headline-Rate bei etwa 2,5% und die Kernrate bei 2,7% liegen.

Fazit: Die Euro-Inflationsrate lieferte keine wesentliche Überraschung, weshalb der von der EZB avisierten Leitzinssenkung im Juni nichts im Wege steht. Trotzdem liegt der Wert noch über dem Ziel von 2,0%.