Deutsches Konsumklima erholt sich weiter

veröffentlicht am 29. Mai 2024

Deutsches Konsumklima erholt sich weiter

 

Die Konsumlaune hat sich in Deutschland im Mai weiter aufgehellt. Der von den Nürnberger Instituten GfK und NIM berechnete Konsumklimaindex für den Juni legte um 3,3 auf minus 20,9 Punkte zu. Gegenüber dem revidierten Vormonatswert war es ein Anstieg um 3,1 Zähler. Ein höherer Wert wurde zuletzt für April 2022 ermittelt. Mit dem Vor-Corona-Niveau ist dies aber noch immer nicht zu vergleichen.

Die Konsensschätzung wurde klar übertroffen. So kommentiert die GfK denn auch: „Sinkende Inflationsraten in Verbindung mit ansehnlichen Lohn- und Gehaltszuwächsen stärken die Kaufkraft der Verbraucher.“

 

Konjunkturerwartung kräftig gestiegen

Die Konjunkturerwartungen verbesserten sich im Mai das vierte Mal in Folge und stehen aufgrund des kräftigen Anstiegs von 9,1 nun bei 9,8 Punkten. Damit liegt der Wert deutlich über der Nulllinie, die den langfristigen Durchschnitt abbildet. Außerdem beträgt der Abstand zum Vorjahreswert damit nur noch 2,5 Zähler.

 

Einkommenserwartung moderat verbessert

Dem kräftigen Anstieg der Einkommenserwartung im April folgte im Mai eine weitere moderate Verbesserung, so dass der Subindex um 1,8 auf 12,5 Punkte sprang. Seit Jahresbeginn legte er bereits um mehr als 30 Punkte zu. Ursächlich sind deutlich steigende Löhne und Gehälter sowie die bevorstehende kräftige Anhebung der Renten. Die Anstiege fallen höher aus als die jüngsten Inflationsraten und führen zu einer positiven Entwicklung der Reallöhne und stärken die Kaufkraft.

 

Anschaffungsneigung tritt auf der Stelle

Die Anschaffungsneigung konnte im Mai lediglich um 0,3 auf minus 12,3 Punkte zulegen. Sie bewegt sich damit weiterhin auf einem niedrigen Niveau und spiegelt die anhaltende Verunsicherung der Konsumenten wider.

 

Sparneigung deutlich gesunken

Positiv auf das Konsumklima wirkt sich der kräftige Rückgang der Sparneigung aus. Diese sank um 9,9 auf 5,0 Punkte im Mai. Damit nähert sie sich dem Niveau von Mitte 2022 bis Mitte 2023, das bei etwa 0 Zählern lag.

Fazit: Die Konsumlaune und die Konjunkturerwartung haben sich weiter verbessert und stützt unsere Einschätzung, dass es in Deutschland konjunkturell gesehen langsam bergauf geht. Die wirtschaftliche Flaute dürfte in eine konsumgestützte moderate Erholung übergehen.

 

Was sagt der GfK-Wert aus?

Ein GfK-Indexpunkt entspricht einem Wachstum des privaten Verbrauchs von 0,1% zum Vorjahr. Der aktuelle GfK-Wert von minus 20,9 signalisiert, dass die privaten Konsumausgaben im Juni 2024 um 2,09% niedriger sein werden als im Juni 2023.

Hintergrund

Das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) befragt in der ersten Hälfte eines jeden Monats im Auftrag der EU-Kommission 2000 repräsentativ ausgewählte Personen im Inland nach ihren Einkommenserwartungen, Anschaffungsneigungen und Konjunkturerwartungen.

Aus den Antworten wird der GfK Konsumklimaindex berechnet. Er erlaubt eine Prognose über die Entwicklung der gesamten Konsumausgaben der privaten Haushalte im kommenden Monat.

Seit Oktober 2023 werden die von der GfK erhobenen Daten zum Konsumklima gemeinsam mit dem Nürnberg Institut für Marktforschung (NIM) ausgewertet und herausgegeben.