ifo Geschäftsklimaindex ohne Zuwachs

veröffentlicht am 28. Mai 2024

ifo Geschäftsklimaindex ohne Zuwachs

 

Die Stimmung im Unternehmenssektor blieb im Mai in Summe unverändert. Der vom Münchener ifo Institut ermittelte Geschäftsklimaindex verharrte bei 89,3 Punkten. Damit enttäuschte er die Markterwartung, die bei 90,4 Zählern lag.

„Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich schrittweise aus der Krise heraus“, kommentierte das ifo Institut die aktuellen Daten verhalten optimistisch. Die Erwartung, also der Blick auf die künftige Entwicklung, liegt weiterhin über der Einschätzung zur aktuellen Lage. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt sollte also auf eine langsame Erholung zusteuern.

Lageeinschätzung fällt zurück

Die Einschätzung der aktuellen Lage ging im Monatsvergleich um 0,6 auf 88,3 Punkte zurück. Dies lag deutlich unter der Schätzung des Konsens, der von einem Anstieg auf 89,8 ausging.

Erwartungen erneut verbessert

Die Erwartungen der Unternehmen sind im Mai dagegen das vierte Mal in Folge gestiegen. Der Vormonatswert wurde um 0,2 Zähler nach unten revidiert. Der entsprechende Subindex legte um 0,7 (bzw. 0,5 gegenüber dem unrevidierten Wert) auf 90,4 Punkte zu und lag damit 0,5 Zähler unter der Marktmeinung.

Konjunktur-Uhr unverändert auf „Krise“

Die Konjunktur-Uhr, die aus den aktuellen Einschätzungen der Lage und der Erwartungen gebildet wird, bewegte sich auch im Mai im Quadranten „Krise“, steuert jedoch auf den Quadranten „Erholung“ zu.

Fazit: Die aktuellen ifo-Daten deuten auf eine moderate konjunkturelle Erholung hin. Diese könnte aber etwas länger auf sich warten lassen als zunächst erhofft.

Wie sieht es in den Sektoren aus?

Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich die Stimmung merklich aufgehellt: im Mai gab es den dritten Anstieg in Folge. Insbesondere der Ausblick auf die nächsten sechs Monate hat sich verbessert.

Ähnlich sieht es in der Bauwirtschaft aus. Die Werte liegen zwar noch deutlicher unter der Wachstumsschwelle als bei der Industrie. Aber auch hier gab es den vierten Anstieg in Folge.

Der Index für den Handel ist gestiegen, weil die Erwartungen weniger pessimistisch ausgefallen sind. Im Großhandel scheint sich auch die Lage verbessert zu haben.

Das Klima im Dienstleistungssektor musste dagegen einen Rückschlag hinnehmen. Nach drei Verbesserungen in Folge kam es im Mai zu einer Abnahme des Index. Insbesondere die aktuelle Lage wurde schlechter bewertet als im Vormonat.

Hintergrund:

ifo als Frühindikator

Der ifo Geschäftsklimaindex gilt als der wichtigste Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Er wird seit den fünfziger Jahren erhoben und setzt sich aus den beiden Komponenten „Lage“ und „Erwartung“ zusammen. Gefragt werden monatlich rund 9000 Unternehmen. Diese beurteilen die aktuelle Lage sowie die Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Als Antwortmöglichkeiten stehen zur Wahl:

  • gut / befriedigend / schlecht (bei der Lageeinschätzung) bzw.
  • günstiger / gleich bleibend / ungünstiger (bei den Erwartungen).

Aus den Antworten wird der Geschäftsklimaindex berechnet.

Seit 2018 Spiegelbild der Gesamtwirtschaft

Bis Anfang 2018 bildete „der ifo“ lediglich den gewerblichen Sektor (Industrie, Bau, Groß- und Einzelhandel) ab. Seit Frühjahr 2018 umfasst er auch den Dienstleistungssektor und wurde damit zum Spiegelbild der Gesamtwirtschaft. Der „ifo Geschäftsklimaindex für die Gewerbliche Wirtschaft“ wurde durch das „ifo Geschäftsklima Deutschland“ ersetzt. Darüber hinaus erfolgte die Umstellung des Basisjahres von 2005 auf 2015.

Mit der Einbeziehung der Dienstleistungen repräsentiert „der ifo“ einen deutlich größeren Bereich der deutschen Wirtschaft, denn der Dienstleistungssektor alleine generiert rund zwei Drittel der Bruttowertschöpfung in Deutschland. Der Geschäftsklimaindex hat folgende Gewichtungen: Dienstleistungssektor 50,5%, Verarbeitendes Gewerbe 30,2%, Bauhauptgewerbe 6,0%, Großhandel 7,1% und Einzelhandel 6,2%.