USA: Inflationsrate sinkt leicht auf 3,4%

USA: Inflationsrate sinkt leicht auf 3,4%

 

Die den gesamten Warenkorb repräsentierende Headline-Inflationsrate in den USA reduzierte sich laut Bureau of labor statistics im April, den Markterwartungen entsprechend, von 3,5% auf 3,4%. Damit blieb ein befürchteter dritter Anstieg in Folge aus. Die ohne die besonders schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise berechnete Kernrate der Inflation ging ebenfalls zurück und lag im April bei 3,6%. Dies entsprach der Konsensprognose.

Im Monatsvergleich legten beide Preisindizes jeweils um 0,3% zu. Damit lag der Wert der Kernrate ebenfalls auf dem erwarteten Niveau und für die Headline-Rate leicht darunter.

 

Dienstleistungen als Preistreiber

Die Rolle des Preistreibers behielten auch im April die Dienstleistungen. Sie verteuerten sich um 0,4% zum Vormonat und 5,3% zum Vorjahr. Die Kosten für Wohnraum (Shelter) lagen sogar 5,5% über denen des Vorjahres. Die Nahrungsmittelpreise blieben zum Vormonat unverändert und lagen 2,2% über dem Vorjahresniveau. Energie verteuerte sich um 2,6% zum Vorjahr und erneut 1,1% zum Vormonat. Der Strompreis lag 5,1% über dem Vorjahresniveau, Gas dagegen kostete 1,9% weniger als im April 2023. Treibstoff war 1,2% teurer als vor einem Jahr. Für Neuwagen mussten 0,4% weniger bezahlt werden, während sich Gebrauchtwagen im Jahresvergleich sogar um 6,9% verbilligten.

 

Wie geht es weiter?

Sowohl die Headline-Inflationsrate als auch die Kernrate sollten im weiteren Jahresverlauf die Drei vor dem Komma behalten und damit höher ausfallen als zu Jahresbeginn erwartet wurde. Dabei könnte die Gesamtrate in den kommenden Monaten über der Kernrate liegen und erst ab Spätsommer wieder darunter. Auf jeden Fall dürfte der Zielwert von 2,0% nicht annähernd erreicht werden.

 

Headline-Inflationsprognose angehoben

Die Headline-Inflationsrate dürfte aufgrund der jüngsten deutlichen Monatsanstiege im Jahr 2024 lediglich auf 3,4% zurückgehen. Bei der Kernrate gehen wir weiterhin von etwa 3,6% für das Gesamtjahr aus.

Die US-Notenbank fokussiert allerdings auf die Kernrate der Konsumausgaben (Core PCE). Diese lag im März bei 2,8%. Der April-Wert liegt noch nicht vor, dürfte aber ähnlich ausgefallen sein. Die Core PCE sollte im weiteren Jahresverlauf die Zwei vor dem Komma behaupten und im Jahresdurchschnitt 2024 bei 2,8% liegen. Die US-Notenbank rechnetet in ihrer März-Projektion mit einem Jahreswert von 2,6%.

 

Was macht die Notenbank?

Bis September dürfte die Federal Funds Rate in der seit Juli 2023 geltenden Spanne von 5,25% bis 5,50% verharren. Die aktuellen Inflationsdaten dürften die Markterwartungen für zwei Zinssenkungen in der zweiten Jahreshälfte festigen.

Allerdings ist zu bedenken, dass alle betrachteten Teuerungsraten noch immer deutlich über dem Zielwert von 2% liegen. Deshalb müsste auch die US-Konjunktur und der US-Arbeitsmarkt weitere Ermüdungserscheinungen aufweisen. Dies gilt einerseits, um einen niedrigeren Lohndruck und damit eine nachlassende Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale sicherzustellen. Andererseits müsste die Fed auch die Notwendigkeit einer Unterstützung der Vollbeschäftigung sehen.

Fazit: Die US-Inflationsraten zeigten keine Überraschungen und festigen damit die Zinssenkungshoffnungen. Vor September dürfte es aber noch nicht dazu kommen.