US-Arbeitsmarkt verliert an Dynamik

veröffentlicht am 3. Mai 2024

US-Arbeitsmarkt verliert an Dynamik

 

Die Dynamik am US-Arbeitsmarkt hat im April abgenommen. Die Anzahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze lag mit 175.000 deutlich unter der Konsensschätzung von 243.000. Außerdem wurden die Werte der Vormonate um summiert 22.000 nach unten revidiert. Während im März nun etwa 12.000 Stellen mehr dargestellt werden, waren es im Februar 34.000 weniger. Der Durchschnitt der letzten zwölf Monate liegt bei 242.000 Jobs.

 

Lohnanstieg verlangsamte sich

Die Arbeitslosenquote stieg von 3,8% auf 3,9%. Der Lohnanstieg zum Vormonat gab leicht nach auf 0,2% nach (Vormonat: 0,3%). Im Vorjahresvergleich legten die Löhne im April um 3,9% zu. Im März lag der Anstieg noch bei 4,1%.
Lag die Anzahl offener Stellen zeitweise rund doppelt so hoch wie die der Arbeitslosen, hat sich der Abstand weiter verringert. Im April standen den 6,49 Mio. Arbeitssuchenden „nur noch“ 8,49 Mio. offene Stellen zur Verfügung. Damit sollte der Lohndruck abnehmen.

 

Was macht die US-Notenbank?

Die US-Notenbank (Fed) verfolgt mit ihrem dualen Mandat die zwei Ziele der Vollbeschäftigung und der Preisstabilität.
Die etwas schwächeren Arbeitsmarktzahlen als zuletzt dürften beim Markt zwar Hoffnungen auf (mehr) Zinssenkungen schüren. Angesichts einer Arbeitslosenquote von weiterhin unter 4% dürfte die Fed aber noch keinen wesentlich stärkeren Druck für Leitzinssenkungen verspüren.
Die Abweichung beim Ziel der Preisstabilität ist mit einer Headline-Inflationsrate von 3,5% im März noch immer deutlich. Auch die von ihr besonders beachtete Kernrate der Konsumausgaben (Core PCE) hat mit 2,8% im März nicht weiter abgenommen. Dagegen dürfte der geringere Anstieg der Löhne im Interesse der Zentralbank sein.

Die Fed wird die weitere Dynamik in beiden Bereichen genau beobachten. Denn sie will einerseits ein Wiederaufflammen der Inflation durch verfrühte Zinssenkungen unbedingt vermeiden. Anderseits ist die Geldpolitik mit einem Leitzins von über 5% noch immer recht restriktiv und die gut laufende Konjunktur soll nicht abgewürgt werden.

Insgesamt spricht die Datenlage weiterhin für eine restriktive Geldpolitik, wenngleich eine geringere Intensität im späteren Jahresverlauf möglich sein sollte. Übersetzt heißt das: kommt es nicht zu einem überraschenden Inflationsanstieg, dürfte die US-Notenbank eine erste Leizinssenkung in diesem Jahr beschließen.

Fazit: Trotz Arbeitsmarkt- und BIP-Zahlen die unter den Erwartungen lagen, ist die US-Konjunktur weiterhin robust. Die Inflation liegt noch immer über der Zielmarke von 2%. Die US-Notenbank unterliegt daher noch keinem großen Zinssenkungsdruck. Für das laufende Jahr gehen wir von maximal ein bis zwei Zinssenkungen aus.