Deutsches Konsumklima etwas verbessert

veröffentlicht am 26. März 2024

Deutsches Konsumklima etwas verbessert

Die Konsumlaune hat sich in Deutschland im März etwas aufgehellt. Der von den Nürnberger Instituten GfK und NIM berechnete Konsumklimaindex für den April legte 1,4 auf minus 27,4 Punkte zu und lag damit einen halben Punkt über der Konsensschätzung. „Die schlechte Stimmung überlagert die Fakten“ kommentierte die GfK die Daten.

Sparneigung gesunken

Nach dem kräftigen Anstieg der Sparneigung im Vormonat ging diese im März wieder deutlich zurück. Der Index gab um 5 auf 12,4 Punkte nach, lag damit jedoch immer noch um mehr als 11 Zähler über dem Niveau des Vorjahres.

Einkommenserwartung gestiegen

Dem sehr starken Anstieg der Einkommenserwartung im Februar folgte im März eine weitere Verbesserung, so dass der Subindex um 3,3 auf minus 1,5 Punkte kletterte. Der Vorjahresabstand erhöhte sich damit auf 22,8 Punkte. Ursächlich waren die deutlich steigenden Löhne und Gehälter sowie die kräftige Anhebung der Renten. Sie übersteigen die Inflationsraten und führen zu einer positiven Entwicklung der Reallöhne und einer höheren Kaufkraft.

Konjunkturerwartung gestiegen

Nach der marginalen Verbesserung im Vormonat legten die Konjunkturerwartungen im März wieder etwas stärker zu. Der Subindex verbesserte sich um 3,3 auf minus 3,1 Punkte, blieb damit jedoch weiter unter der Nulllinie, die den langfristigen Durchschnitt abbildet. Im Vorjahresvergleich fehlen sogar 6,8 Punkte.

Anschaffungsneigung kaum verändert

Der deutliche Rückgang der Sparneigung fand keinen Niederschlag in der Anschaffungsneigung. Diese verschlechterte sich sogar um 0,3 auf minus 15,3 Zähler und lag damit lediglich 1,7 Punkte über dem Vorjahresniveau. Den Konsumenten mangelt es immer noch an Optimismus und der erforderlichen Planungssicherheit.

Fazit: Die Konsumlaune muss sich weiter verbessern, um eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft einzuleiten. Dies sollte angesichts positiver Reallöhne und deutlich steigender Renten gelingen.

Was sagt der GfK-Wert aus?
Ein GfK-Indexpunkt entspricht einem Wachstum des privaten Verbrauchs von 0,1% zum Vorjahr. Der aktuelle GfK-Wert von minus 27,4 signalisiert, dass die privaten Konsumausgaben im April 2024 um 2,74% niedriger sein werden als im April 2023.

Hintergrund
Das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) befragt in der ersten Hälfte eines jeden Monats im Auftrag der EU-Kommission 2000 repräsentativ ausgewählte Personen im Inland nach ihren Einkommenserwartungen, Anschaffungsneigungen und Konjunkturerwartungen.

Aus den Antworten wird der GfK Konsumklimaindex berechnet. Er erlaubt eine Prognose über die Entwicklung der gesamten Konsumausgaben der privaten Haushalte im kommenden Monat.

Seit Oktober 2023 werden die von der GfK erhobenen Daten zum Konsumklima gemeinsam mit dem Nürnberg Institut für Marktforschung (NIM) ausgewertet und herausgegeben.