China: Leitzins gesenkt

veröffentlicht am 20. Februar 2024

China: Leitzins gesenkt

Die chinesische Notenbank People’s Bank of China (PBoC) reagierte auf die schwache konjunkturelle Entwicklung und nahm die Zinsen teilweise zurück.

Die besonders für Hypotheken relevante Loan Prime Rate 5Y (LPR5Y) wurde um 25 Basispunkte auf 3,95% gesenkt. Am Markt wurden lediglich Rückgänge zwischen 5 und 15 Punkten erwartet. Es war zudem der stärkste Rückgang der LPR5Y seit ihrer Einführung im Jahre 2019. Sie wird monatlich festgelegt und basiert auf den Zinsvorschlägen von 20 Banken.

Die als Leitzins geltende Loan Prime Rate 1Y (LPR1Y) blieb dagegen unverändert bei 3,45%. Die letzte Reduzierung fand im August 2023 statt. Die LPR1Y ist die Basis für die meisten Kredite in China.

Darüber hinaus wurden kürzlich die Mindestreserveanforderungen um 50 Basispunkte ermäßigt. Für Großbanken gilt seit Anfang Februar eine Mindestreserve von 10%, für kleine Banken sind es 7%. Landwirtschaftliche Kreditgenossenschaften müssen bereits seit Anfang 2022 lediglich 5% vorhalten.

Weitere Maßnahmen erforderlich
Die Senkung der LPR5Y fällt mit 25 Basispunkte relativ groß aus. Anscheinend sind die Sorgen vor einer weiteren Abwertung des Renminbi mittlerweile geringer als die Sorgen vor einer weiteren Verzögerung des konjunkturellen Aufschwungs.

Mit der jüngsten Zinssenkung werden Immobilienkäufe wieder erschwinglicher. Ob die Nachfrage jedoch tatsächlich kräftig steigt und einen konjunkturellen Aufschwung einleitet, darf angesichts der anhaltenden Probleme auch außerhalb des Immobiliensektors bezweifelt werden. Die Konsumneigung der chinesischen Haushalte ist weiterhin zu gering.

Inflationsrate negativ
Da die Inflationsrate seit Monaten ein negatives Vorzeichen trägt, droht zudem eine deflationäre Phase. In einer echten Deflation ist es nämlich rational, Käufe hinauszuzögern in der Erwartung, dass sich Güter und Dienstleistungen weiter verbilligen.

Vor diesem Hintergrund dürfte die chinesische Führung weitere Maßnahmen ergreifen, um die gesamtwirtschaftliche Nachfrage und damit auch die Verbraucherpreise wieder steigen zu lassen. Mit zusätzlichen fiskalischen Maßnahmen ist daher zu rechnen.

Fazit: Die aktuelle Zinssenkung wird kaum ausreichen, China auf einen steileren Wachstumspfad zurückkehren zu lassen. Weitere Maßnahmen von Regierung und Notenbank dürften erforderlich sein.