US-Notenbank dämpft Zinshoffnungen

veröffentlicht am 1. Februar 2024

US-Notenbank dämpft Zinshoffnungen

Die US-Notenbank (Fed) ließ die Federal Funds Rate erwartungsgemäß unverändert in der Spanne von 5,25% bis 5,50%. Sie signalisierte, dass keine weiteren Anhebungen anstehen dürften, dämpfte jedoch gleichzeitig die Hoffnungen auf einen raschen Rückgang der Leitzinsen.

Angesichts stabiler fundamentaler Rahmendaten hat die Fed auch keine Eile bei den Zinssenkungen. Das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im vergangenen Jahr trotz hoher Zinsen um 2,5%. Und der Arbeitsmarkt ist im Bereich der Vollbeschäftigung. Vor diesem Hintergrund braucht die Fed nichts überstürzen.

Gemäß dem Fed-Präsidenten ist eine Senkung am 20. März wenig wahrscheinlich. Die nächsten Zinssitzungen der Fed finden am 1. Mai und am 12. Juni statt. Möglicherweise wird hier der erste Zinsschritt nach unten gegangen.

Darüber hinaus gibt es erste Diskussionen über ein Ende des Bilanzabbaus. Die Fed weitete die Bilanzsumme von Anfang 2020 bis Mitte 2022 von gut 4 Bill. USD auf fast 9 Bill. USD aus. Ein Großteil beruhte auf dem Erwerb von Anleihen am Markt, der mittlerweile komplett eingestellt ist. Dadurch wurde die Fed-Bilanz bisher auf rund 7,7 Bill. USD abgeschmolzen.

Projektionen vom Dezember 2023
Im Dezember wurden die Projektionen turnusgemäß aktualisiert. Gemäß der gemeinschaftlichen Prognose der Zentralbankratsmitglieder („Dot Plots“) soll die Federal Funds Rate von aktuell 5,25% bis 5,50% bis Ende 2024 auf 3,50 bis 3,75% zurückgeführt werden. Für 2025 und 2026 sind Spannen von 3,50% bis 3,75% bzw. 2,75% bis 3,00% vorgesehen, ehe sich die Leitzinsen langfristig im Bereich um 2,50% einpendeln.

Der US-Wirtschaft dürfte die „weiche“ Landung gelingen. Das BIP der USA wird gemäß der aktuellen Fed-Projektion in diesem Jahr um 1,4%, 2025 um 1,8% und 2026 um 1,9% wachsen. Diese Raten beziehen sich auf den Vergleich des BIP in den jeweiligen Schlussquartalen.

Ausgedrückt als Jahresdurchschnittswerte liegen die BIP-Erwartungen der Fed bei 1,5% in 2024 und knapp 2% in 2025.

Die von der US-Notenbank sehr stark beachtete Kernrate der privaten Konsumausgaben (Core PCE, Personal Consumption Expenditures) soll gemäß den „Dot Plots“ 2024 auf 2,4% und 2025 auf 2,2% sinken, ehe sie 2026 wieder den Zielwert von 2,0% erreicht. Im Dezember 2023 lag sie bei 2,9%.

Am US-Arbeitsmarkt dürfte die Vollbeschäftigung erhalten bleiben. Die Arbeitslosenquote wird nach Einschätzung der Notenbankvertreter 2023 bei 3,8% liegen und von 2024 bis 2026 auf jeweils 4,1% steigen. Damit wird die Fed ihr vorrangiges Ziel, die Gewährleistung von Vollbeschäftigung, auch weiterhin erfüllen.

Fazit: Die Fed wird die Leitzinsen in diesem Jahr senken, hat damit angesichts guter Wirtschaftsdaten allerdings keine Eile.