Schweden lässt Leitzins unverändert bei 4,00%

veröffentlicht am 1. Februar 2024

Schweden lässt Leitzins unverändert bei 4,00%

Die Sveriges Riksbank ließ die Policy Rate erwartungsgemäß unverändert bei 4,00%. Allerdings wird sie möglicherweise früher gesenkt, als bisher angenommen wurde. Eine Reduzierung noch im ersten Halbjahr 2024 kann laut Riksbank nicht mehr ausgeschlossen werden. Zunächst ist allerdings noch eine restriktive Geldpolitik erforderlich.

In den Notenbank-Projektionen vom November liegt die Policy Rate im Jahresdurchschnitt bei 4,1% in 2024, 4,0% in 2025 und 3,6% in 2026.

Die aktuelle Einschätzungen haben sich nur unwesentlich geändert. Die Projektionen werden Ende März aktualisiert.

Die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihe werden bei 2,90% in 2024 sowie 3,00% in 2025 und 2026 gesehen.

Bilanzabbau beschleunigt
Auch die schwedische Notenbank reduziert ihre Bilanzsumme. Ab Februar werden die Verkäufe schwedischer Staatsanleihen von monatlich 5 Mrd. Schwedischen Kronen (SEK) auf 6,5 Mrd. SEK erhöht.

Inflationsraten überraschen positiv
Die schwedische Inflationsrate soll 2% betragen und sich in einer Spanne von 1% bis 3% bewegen. Im Dezember lag sie mit 2,3% nur noch leicht über dem Zielwert. Als Messlatte dient der Riksbank die Inflationsrate ohne Hypothekenzahlungen CPIF.

Blendet man allerdings die Energiepreise aus, so lag die Teuerungsrate im Dezember immer noch bei 5,3%.

Gemäß Riksbank lässt der Preisdruck weiter nach. Zudem liegen die Inflationserwartungen in der Nähe des Zielwertes. Preisdämpfend wirken die konjunkturelle Schwäche und der sich abkühlende Arbeitsmarkt. Sorgen bereitet dagegen die Schwäche der Schwedischen Krone, die grundsätzlich inflationstreibend wirkt (importierte Inflation).

Die Riksbank rechnet in ihrer Projektion vom November mit Inflationsraten von 2,3% in 2024, 1,7% in 2025 und 2,0% in 2026.

Rezession
Das schwedische Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs 2022 um 3,0%.

Der Jahresauftakt 2023 fiel noch positiv aus, das BIP legte im 1. Quartal um 0,5% zum Vorquartal zu. Danach begann eine technische Rezession, denn das BIP schrumpfte im 2. Quartal um 0,8% und im 3. Quartal um 0,3%, jeweils zum Vorquartal.

Die Riksbank rechnete in ihren November-Projektionen mit einem BIP-Rückgang von 0,7% in 2023 und 0,2% in 2024. Der tatsächliche BIP-Rückgang 2023 dürfte allerdings etwas geringer ausfallen und für 2024 zeichnet sich eine Stagnation ab.

Im Jahr 2025 soll mit einem BIP-Plus von 1,9% die Rückkehr auf den Wachstumspfad gelingen. Für 2026 wird wieder eine kräftige Wachstumsrate von 2,8% erwartet.

Leistungsbilanzüberschuss wächst
Der Leistungsbilanzsaldo ist ein wichtiger Maßstab bei der Beurteilung einer Währung. In Schweden ist er traditionell äußerst positiv. Die Riksbank rechnet mit Überschüssen von 6,0% in 2024, 6,5% in 2025 und sogar 6,7% in 2023. Dies sind eindeutige Pluspunkte für den Wechselkurs der Schwedischen Krone.

Haushalt leicht defizitär
Gemäß der Notenbank-Projektion soll der Staatshaushalt 2023 einen leichten Überschuss von 0,1% des BIP aufweisen. Für 2024, 2025 und 2026 werden überschaubare Defizite von 0,7% des BIP, 0,6% des BIP und 0,4% des BIP erwartet.

Schwedische Krone unterbewertet

Die Schwedische Krone (SEK) befindet sich seit Ende 2021 auf einer Talfahrt, die angesichts solider Staatsfinanzen und enormer Leistungsbilanzüberschüsse auch von der Notenbank nicht nachvollzogen werden konnte.

Die Krone erholte sich im November und Dezember vergangenen Jahres, fiel Anfang 2024 jedoch wieder zurück. Seit Jahresbeginn liegt sie gegenüber dem Euro gut 1% hinten. Nach Einschätzung der Riksbank ist sie unterbewertet.

Fazit: Die Schwedische Krone sollte angesichts solider fundamentaler Rahmendaten über weiteres Erholungspotenzial verfügen.