Deutsche Inflationsrate sinkt auf 2,9%

veröffentlicht am 31. Januar 2024

Deutsche Inflationsrate sinkt auf 2,9%

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Der Preisdruck in Deutschland hat zum Jahresbeginn nur leicht zugenommen und ließ die Inflationsrate im Januar deutlich sinken. Der deutsche Verbraucherpreisindex (VPI) legte im Monatsvergleich um 0,2% zu. Die den gesamten Warenkorb erfassende Headline-Inflationsrate ging dadurch von 3,7% auf 2,9% zurück und lag damit leicht unter der Konsensschätzung von 3,0%.

HVPI sinkt auf 3,1%
Auf Basis des von der EU und der EZB verwendeten Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) sank die Inflationsrate von 3,8% auf 3,1%. Die Konsensschätzung lag bei 3,2%. Auch im Monatsvergleich gab der HVPI mit 0,2% etwas stärker nach als erwartet. Der HVPI unterscheidet sich vom VPI durch eine andere Gewichtung der Güter und Dienstleistungen im Warenkorb.

Kernrate sinkt auf 3,4%
Die ohne Nahrungsmittel- und Energiepreise berechnete Kernrate der Inflation ging vorläufigen Angaben zufolge im Januar von 3,5% auf 3,4% zurück.

Energie deutlich billiger
Der Anstieg der Nahrungsmittelpreise verringerte sich zwar von 4,5% im Dezember auf 3,8% im Januar. Gleichwohl verteuerten sich die Nahrungsmittel damit erneut stärker als der gesamte Warenkorb, mit dem die Teuerung gemessen wird. Ihr Anteil beträgt 10,5%.

Einen deutlichen Rückgang verzeichneten die mit 7,4% gewichteten Energiepreise. Lagen sie im Dezember aufgrund eines Basiseffekts („Dezember-Hilfe“) noch 4,1% über dem Vorjahresniveau, so waren sie im Januar trotz gestiegener CO2-Abgabe und wegfallender Preisbremsen 2,8% niedriger als vor einem Jahr.

Mit 50,3% sind die Dienstleistungen das Schwergewicht im Warenkorb. Sie verteuerten sich im Vorjahresvergleich um 3,4% (Dezember +3,2%).

Spanien: 3,4%
In Spanien zeigte der Preistrend zu Jahresbeginn wieder leicht nach oben. Der Verbraucherpreisindex legte im Januar im Monatsvergleich um 0,1% zu, die Inflationsrate stieg von 3,1% auf 3,4%.

Frankreich: 3,1%
In Frankreich ging der Verbraucherpreisindex im Januar im Monatsvergleich um 0,2% zurück. Die Inflationsrate sank dadurch von 3,7% auf 3,1%.

Wie geht es weiter?
Sowohl der VPI als auch der HVPI dürften im weiteren Jahresverlauf weiter zurückkommen.

Die Teuerungsraten sollten im gesamten Jahr 2024 die Zwei vor dem Komma behaupten. Der Zielwert von 2% kann sogar vorübergehend erreicht oder unterschritten werden, dürfte jedoch im Gesamtjahresdurchschnitt übertroffen werden.

Für das Gesamtjahr 2024 zeichnet sich in Deutschland eine durchschnittliche VPI Headline-Inflationsrate von rund 2,5% ab.

Der deutsche HVPI dürfte 2024 ebenfalls auf rund 2,5% zurückgehen.

Fazit: Der Rückgang der Inflationsraten sollte sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Damit ist eine erste Leitzinssenkung der EZB im Sommer wahrscheinlicher geworden.