Deutschland bremst die Euro-Zone

Deutschland bremst die Euro-Zone

Die hartnäckige Wirtschaftsflaute in Deutschland erweist sich weiterhin als Bremsfaktor für das Wachstum in Europa.

Im Schlussquartal 2023 reichte es in der Euro-Zone nur deshalb zu einer Stagnation, weil Italien und insbesondere Spanien das deutsche Minus kompensierten. So blieb das Euro-Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 4. Quartal 2023 gegenüber dem Vorquartal unverändert.

Im Gesamtjahr verzeichnete die Euro-Zone ein BIP-Plus von 0,5%.

Deutschland bremste
Deutschland ist mit einem Anteil von rund 29% am gesamten Euro-BIP das Schwergewicht in der Währungsunion. Auf Platz Zwei liegt Frankreich mit rund 20%, gefolgt von Italien mit 14% und Spanien mit 10%. Damit werden in den vier größten Volkswirtschaften knapp drei Viertel des Euro-BIP generiert.

In Deutschland schrumpfte das BIP im 4. Quartal um 0,3% zum Vorquartal. Im Gesamtjahr 2023 sank das BIP ebenfalls um 0,3%.

In Frankreich stagnierte das BIP zwar im Schlussquartal, wuchs jedoch im Gesamtjahr 2023 um 0,9% zum Vorjahr.

In Italien legte das BIP im 4. Quartal um 0,2% zum Vorquartal zu. Für das Gesamtjahr 2023 ergab sich ein BIP-Plus von 0,7%.

Spanien blieb auch im Schlussquartal auf einem eindrucksvollen Wachstumspfad. Das BIP legte um beeindruckende 0,6% zu. Für das Gesamtjahr 2023 ergab das ein BIP-Plus von 2,5%. Auffällig sind die nahezu gleichmäßig hohen Quartalswachstumsraten, die dem boomenden Tourismussektor zu verdanken sind.

Wie geht es weiter?
Die konjunkturellen Perspektiven bleiben verhalten. Die Frühindikatoren signalisieren eine zunächst anhaltende Flaute. Die Industrie verharrt in der Rezession und selbst der Dienstleistungssektor bewegt sich etwas unterhalb der Wachstumsschwelle.

Deutschland dürfte auch 2024 in der Wachstumstabelle hinten liegen. Im Gesamtjahr 2024 rechnen wir bestenfalls mit einem BIP-Plus von 0,5%. Sollte das BIP im laufenden Quartal erneut schrumpfen, dürfte der Zuwachs 2024 eher bei einem viertel Prozentpunkt liegen.

Spanien (+1,5%), Italien (+1,0%) und Frankreich (+1,0%) dürften erneut stärker wachsen.

Für die gesamte Euro-Zone zeichnet sich in diesem Jahr ein BIP-Plus von bestenfalls 1,0% ab. Sollte Deutschland im 1. Quartal enttäuschen, dürften es eher 0,75% sein.

Fazit: Im Vergleich der großen Wirtschaftsregionen wird Europa voraussichtlich auch 2024 das Schlusslicht bleiben. Das europäische BIP-dürfte bestenfalls um 1,0% zulegen. In den USA rechnen wir mit einem Plus von 1,5% und China dürfte auf eine Wachstumsrate von etwa 4% zusteuern.