Deutsches Konsumklima stark abgekühlt

veröffentlicht am 26. Januar 2024

Deutsches Konsumklima stark abgekühlt

Die Konsumlaune in Deutschland hat sich im Januar deutlich verschlechtert. Der von den Nürnberger Instituten GfK und NIM berechnete Konsumklimaindex für den Februar verlor 4,3 auf minus 29,7 Punkte und lag damit weit unter der Konsensschätzung von minus 24,5 Zählern.

Der starke Rückgang des Konsumklimas beruht auch darauf, dass die Sparneigung wieder kräftig zugenommen hat. Der entsprechende Index legte um 6,7 auf 14,0 Punkte zu und markierte den höchsten Stand seit 2008.

Einkommenserwartung stark gesunken

Nach dem kräftigen Zuwachs im Vormonat brach die Einkommenserwartung im Januar regelrecht ein. Der Subindex fiel um 13,1 auf minus 20,0 Punkte zurück. Ursächlich waren der Anstieg der Inflationsrate im Dezember, sich abzeichnende höhere Kosten durch die steigende CO2-Abgabe sowie die Rückkehr zum alten Mehrwertsteuersatz von 19% in der Gastronomie.

Konjunkturerwartung gesunken

Auch die Konjunkturerwartung rauschte nach unten. Der Subindex verlor 6,2 auf minus 6,6 Punkte. Damit entfernte er sich wieder deutlich von der Nulllinie, die den langfristigen Durchschnitt abbildet.

Anschaffungsneigung gesunken

Die Anschaffungsneigung verschlechterte sich um 6,0 auf minus 14,8 Zähler. Ursächlich waren die Sorgen vor höheren Kosten für die Mittel des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel und Energie.

Fazit: Der Konsumklimaindex hat sich überraschend deutlich verschlechtert und spricht für eine anhaltende Wirtschaftsflaute. Ein konsumgestützter Aufschwung ist weiterhin nicht in Sicht.

Was sagt der GfK-Wert aus?

Ein GfK-Indexpunkt entspricht einem Wachstum des privaten Verbrauchs von 0,1% zum Vorjahr. Der aktuelle GfK-Wert von minus 29,7 signalisiert, dass die privaten Konsumausgaben im Februar 2024 um 2,97% niedriger sein werden als im Februar 2023.

Hintergrund
Das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) befragt in der ersten Hälfte eines jeden Monats im Auftrag der EU-Kommission 2000 repräsentativ ausgewählte Personen im Inland nach ihren Einkommenserwartungen, Anschaffungsneigungen und Konjunkturerwartungen.

Aus den Antworten wird der GfK Konsumklimaindex berechnet. Er erlaubt eine Prognose über die Entwicklung der gesamten Konsumausgaben der privaten Haushalte im kommenden Monat.

Seit Oktober 2023 werden die von der GfK erhobenen Daten zum Konsumklima gemeinsam mit dem Nürnberg Institut für Marktforschung (NIM) ausgewertet und herausgegeben.