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Neuseeland: Leitzins unverändert bei 5,50%

veröffentlicht am 4. Oktober 2023

Neuseeland: Leitzins unverändert bei 5,50%

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Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) ließ die Official Cash Rate (OCR) erwartungsgemäß unverändert bei 5,50%. Sie signalisierte keinen weiteren Zinsschritt und unterstrich ihre Einschätzung, dass der Leitzins längere Zeit restriktiv bleiben muss, um die Inflationsrate in den Zielkorridor zurückzuführen.

Gemäß den August-Projektionen der RBNZ hat die OCR den Hochpunkt mit 5,50% bereits erreicht. Sie dürfte dort bis Anfang 2026 (!) verharren.

Der langfristig neutrale Leitzins liegt gemäß der RBNZ bei 2,25%. Es ist der Satz, bei dem das Preisniveau stabil ist und es weder eine Über- noch eine Unterauslastung der Kapazitäten gibt.

Inflationsdruck lässt langsam nach
Die den gesamten Warenkorb erfassende Headline-Inflationsrate hat den Hochpunkt überschritten und kommt langsam. Sie lag im 2. Quartal mit 6% weit über dem von 1% bis 3% reichenden Zielkorridor.

Die Headline-Inflation soll nach Einschätzung der RBNZ in der zweiten Jahreshälfte 2024 in den Zielkorridor zurückkehren und Ende 2025 bei 2% liegen.

Die RBNZ rechnete in ihrer Projektion vom August mit durchschnittlichen Headline-Inflationsraten von 6,7% in 2023, 4,5% in 2024, 2,3% in 2025 und 2,0% in 2026. Zugrunde gelegt ist hier nicht das Kalenderjahr, sondern das im März endende Fiskaljahr.

Tourismus als Wachstumsträger
Neuseeland kehrte im Sommerhalbjahr 2022 auf einen steilen Wachstumspfad zurück, nachdem die Landesgrenzen nach der Corona-Pandemie wieder geöffnet wurden. Träger des Wachstums waren die Dienstleistungen, die für rund zwei Drittel des BIP stehen. Im Gesamtjahr 2022 belief sich das BIP-Plus auf 2,7%.

In diesem Jahr legte das BIP nach einem schwachen Jahresauftakt im 2. Quartal sehr stark zu. Gegenüber dem Vorquartal wurde ein Plus von 0,9% verbucht. In der zweiten Jahreshälfte rechnet die Notenbank allerdings wieder mit einer leichten Schrumpfung. Erst Anfang 2024 nimmt die neuseeländische Wirtschaft gemäß der RBNZ-Projektion wieder Fahrt auf.

Im Gesamtjahr 2023 dürfte das neuseeländische BIP (selbst bei leicht negativen Quartalswachstumsraten in der zweiten Jahreshälfte) um gut 1% zulegen. Auf Basis der RBNZ-Quartalsprojektionen vom August wird das BIP 2023 um 1,1%, 2024 um 0,9% und 2025 um 2,6% wachsen.

Haushaltsdefizite nehmen ab
Das Haushaltsdefizit dürfte von 2,6% im Vorjahr wieder deutlich sinken. Die Notenbank schätzt die Fehlbeträge für 2023 auf 1,7%, für 2024 auf 2,3% und für 2025 auf 1,3% des BIP. 2026 wird ein ausgeglichener Haushalt erwartet.

Leistungsbilanz defizitär
Der Schwachpunkt des neuseeländischen Datenkranzes bleibt die chronisch defizitäre Leistungsbilanz. Sie dürfte 2023 eine Unterdeckung von 8,4% des BIP aufweisen. Danach sollen sich die Defizite nach Einschätzung der RBNZ auf 6,8% in 2024, 6,1% in 2025 sowie 4,6% in 2026 belaufen.

Kiwi mit Erholungspotenzial

Der Neuseeland Dollar („Kiwi”) begann im Dezember 2022 eine Talfahrt, die unter Schwankungen bis heute anhält. Im Mai gab es eine kräftige Erholung, die allerdings endete, als die Notenbank das Erreichen des Leitzinsgipfels signalisierte. Im August setzte eine erneute Gegenbewegung ein. Gleichwohl liegt der Kiwi seit Jahresbeginn gegenüber dem Euro immer noch knapp 5% hinten.

Fazit: Das hohe Renditeniveau und mittelfristig wieder deutlich aufgehellte Wachstumsperspektiven sollten dem Neuseeland Dollar weiteres Erholungspotenzial verleihen.