Wochenausblick Aktien: Gemischte Berichtssaison

veröffentlicht am 26. Januar 2023

Wochenausblick Aktien: Gemischte Berichtssaison

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Gen Monatsende ist den vorgepreschten europäischen Börsenbarometern mehr und mehr die Puste ausgegangen, wobei auch kein Abgabedruck im Angesicht einer Vielzahl von frischen Unternehmensberichten aufkam. Der Deutsche Aktienindex (DAX) konnte nach seiner beeindruckenden Rallye von mehr als 1.000 Punkten seit dem Jahreswechsel vorerst die Marke von 15.000 Zählern verteidigen.

Die hiesigen Konjunkturdaten bestätigten unterdessen ihren positiven Trend. Dabei tat es der vielbeachtete ifo Geschäftsklimaindex den tags zuvor veröffentlichten Umfragen unter den Einkaufsmanagern gleich. Unter dem Strich hat sich die Stimmung unter den heimischen Führungskräften weiter aufgehellt. Der Blick nach vorne ist nach einer wahrscheinlich rückläufigen Wirtschaftsleistung im ersten Quartal wieder mit mehr Zuversicht gespickt.

Schwindenden Konjunkturpessimismus dokumentierte ebenso das von der GfK monatlich gemessene Konsumklima, welches sich ausgehend von einer sehr niedrigen Basis bereits das vierte Mal in Folge verbesserte.

In der Erwartung umfangreicherer Zinsschritte auf dem Alten Kontinent als in den Vereinigten Staaten in näherer Zukunft legte die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem Greenback mit rund 1,09 US-Dollar zeitweise auf den höchsten Stand seit April letzten Jahres zu.

Wie geht es weiter?

Die Aktienmärkte wirken inzwischen deutlich kraftloser als noch in den fulminanten ersten zwei Januar-Wochen. Die Investoren haben scheinbar ihre Unterinvestition vor allem in europäische Aktien angesichts der etwas entspannteren Rahmenbedingungen hierzulande zurückgeführt – weitere Impulse fehlen jedoch offensichtlich.

Kurzfristig werfen die turnusmäßigen Sitzungen der großen Notenbanken ihre Schatten voraus. Wir gehen mit Blick auf die Großereignisse der kommenden Woche davon aus, dass die Währungshüter ihren geldpolitischen Straffungskurs wie des Öfteren kommuniziert fortführen. Alleine jenes birgt vermeintlich Enttäuschungspotenzial für die in diesem Zusammenhang optimistischen Marktteilnehmer. Denn die Idee einer von der Fed bereits im zweiten Halbjahr 2023 eingeleiteten Zinswende hält sich nach wie vor hartnäckig in den Handelssälen und ist nicht Teil unseres Kernszenarios.

Zurückhaltend bleiben wir auch für die auf Hochtouren laufende Unternehmensberichtssaison. Die aus unserer Sicht zu hohen Erwartungen an die Geschäftsausblicke auf beiden Seiten des Atlantiks versprechen ein unruhiges Fahrwasser in den kommenden Wochen. Entsprechend bevorzugen wir aus der taktischen Brille in der Aktienauswahl vorerst defensive Geschäftsprofile.

Stand 26.01.2023