Kanada erhöht Leitzins auf 4,50%

veröffentlicht am 25. Januar 2023

Kanada erhöht Leitzins auf 4,50%

Die Bank of Canada (BoC) erhöhte die Overnight Rate um 25 Basispunkte auf 4,50%, verzichtete aber auf die Ankündigung weiterer Zinsschritte. Sollte sich die Wirtschaft so entwickeln, wie im Ausblick der Notenbank skizziert, könnten sogar weitere Anhebungen unterbleiben.

Inflationsrate auf dem Rückzug
Die kanadische Inflationsrate soll sich in einer Spanne von 1% bis 3% um den Zielwert von 2% bewegen. Der Zielwert ist symmetrisch und flexibel. Abweichungen nach oben sind genauso unerwünscht wie Abweichungen nach unten. Bei Abweichungen soll der Korridor nach spätestens sechs bis acht Quartalen wieder erreicht sein.
Die den gesamten Warenkorb umfassende Headline-Inflationsrate erreichte den Hochpunkt mit 8,1% im Juni und ging bis zum Dezember auf 6,3% zurück. Die ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise errechnete Kernrate der Inflation lag zuletzt bei 5,4%.
Die Headline-Inflationsrate wird nach Einschätzung der BoC zur Jahresmitte auf etwa 3% zurückgehen und 2024 wieder den Zielwert von 2% ansteuern.
Die Bank of Canada rechnet in ihren Projektionen vom Januar mit Inflationsraten von 6,8% in 2022, 3,6% in 2023 und 2,3% in 2024.

BIP 2023: plus 1%
Kanada zählt zu den bedeutendsten Rohstoffproduzenten der Welt und besitzt u.a. umfangreiche Öl- und Gasreserven. Die kanadische Wirtschaft setzte daher auch in diesem Jahr ihren kräftigen Aufschwung fort. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs in den ersten drei Quartalen um 0,7%, 0,8% und 0,7% zum Vorquartal. Für das Gesamtjahr 2022 zeichnet sich ein BIP-Plus von 3,6% ab.
Die Notenbank rechnet allerdings im laufenden Jahr mit einer deutlichen Verlangsamung des Wachstumstempos. Ihre aktuellen Projektionen enthalten BIP-Wachstumsraten von 1,0% in 2023 und 2,0% in 2024.

Kanada-Dollar mit Erholungspotenzial
Der Kanadische Dollar – auch „Loonie“ genannt – bewegt sich meist im Gleichschritt mit dem Ölpreis. Er wertete im Fahrwasser der Energiepreise zunächst kräftig auf und gab angesichts rückläufiger Ölpreises zuletzt wieder deutlich nach. Gegenüber dem Euro liegt er seit Jahresbeginn knapp hinten.

Fazit: Das starke fundamentale Umfeld des Rohstoffproduzenten Kanada sollte dem Loonie Erholungspotenzial verleihen.