ifo Geschäftsklimaindex weiter erholt

veröffentlicht am 25. Januar 2023

ifo Geschäftsklimaindex weiter erholt

Das Geschäftsklima hat sich in Deutschland im Januar weiter aufgehellt. Der vom Münchener ifo Institut ermittelte Geschäftsklimaindex legte um 1,6 auf 90,2 Punkte zu und traf damit genau die Erwartungen.

„Eine Rezession wird es vermutlich nicht geben“, kommentierte das ifo Institut die aktuellen Daten. Die Lieferengpässe nahmen im Januar weiter ab. Nur noch 48,4% der Unternehmen klagen darüber, im Dezember waren es noch 50,7%. Auch der inflationäre Druck lässt nach. Per Saldo wollen nur noch 34% der Unternehmen die Preise weiter anheben.

Erwartungen verbessert
Die Erwartungen der Unternehmen haben sich nach der deutlichen Aufwärtsbewegung der Vormonate erneut verbessert. Der entsprechende Subindex legte um 3,2 auf 86,4 Punkte zu und entfernte sich damit weiter vom Bereich der historischen Tiefstände.

Lage etwas schlechter
Die Einschätzung der aktuellen Lage verschlechterte sich dagegen im Januar etwas. Der Subindex verlor 0,3 auf 94,1 Punkte und konnte sich damit erst einmal nicht weiter von den bisherigen Tiefständen absetzen, die im Mai 2009 und Mai 2020 mit rund 78 Punkten markiert wurden.

Konjunktur-Ampel bleibt auf „Grün“
Die ifo Konjunktur-Ampel, die im November von “Rot“ auf „Gelb“ wechselte, sprang im Dezember auf „Grün“ und blieb dort im Januar. Die monatliche Wahrscheinlichkeit einer expansiven Wirtschaftsentwicklung verbesserte sich auf nahezu 100 Prozent.

Konjunktur-Uhr zeigt weiterhin „Krise“ an
Die Konjunktur-Uhr, die aus den aktuellen Einschätzungen der Lage und der Erwartungen gebildet wird, bewegte sich dagegen auch im Januar im Quadranten „Krise“.

Fazit: Die ifo-Daten stützen die Hoffnungen auf eine lediglich begrenzte wirtschaftliche Abschwächung und eine Erholung im Frühjahr.

Wie sieht es in den Sektoren aus?
Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich der Aufwärtstrend fortgesetzt. Sowohl die Erwartungen als auch die Lage wurden etwas besser eingeschätzt. Der Auftragsbestand war zwar rückläufig, blieb jedoch auf einem hohen Niveau.

Im Dienstleistungssektor sind die Erwartungen etwas weniger pessimistisch geworden. Die laufenden Geschäfte entwickeln sich allerdings weniger gut.

Im Handel hellte sich das Klima weiter auf. Die Lage wurde wieder leicht positiv eingeschätzt und die Erwartungen haben sich verbessert.

In der Bauwirtschaft hat sich das Geschäftsklima leicht verbessert. Die Lage wurde allerdings etwas schlechter beurteilt, die Erwartungen waren etwas weniger pessimistisch.

Hintergrund:

ifo als Frühindikator

Der ifo Geschäftsklimaindex gilt als der wichtigste Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Er wird seit den fünfziger Jahren erhoben und setzt sich aus den beiden Komponenten „Lage“ und „Erwartung“ zusammen. Gefragt werden monatlich rund 9000 Unternehmen. Diese beurteilen die aktuelle Lage sowie die Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Als Antwortmöglichkeiten stehen zur Wahl:
• gut / befriedigend / schlecht (bei der Lageeinschätzung) bzw.
• günstiger / gleich bleibend / ungünstiger (bei den Erwartungen).
Aus den Antworten wird der Geschäftsklimaindex berechnet.

Seit 2018 Spiegelbild der Gesamtwirtschaft
Bis Anfang 2018 bildete „der ifo“ lediglich den gewerblichen Sektor (Industrie, Bau, Groß- und Einzelhandel) ab. Seit Frühjahr 2018 umfasst er auch den Dienstleistungssektor und wurde damit zum Spiegelbild der Gesamtwirtschaft. Der „ifo Geschäftsklimaindex für die Gewerbliche Wirtschaft“ wurde durch das „ifo Geschäftsklima Deutschland“ ersetzt. Darüber hinaus erfolgte die Umstellung des Basisjahres von 2005 auf 2015.
Mit der Einbeziehung der Dienstleistungen repräsentiert „der ifo“ einen deutlich größeren Bereich der deutschen Wirtschaft, denn der Dienstleistungssektor alleine generiert rund zwei Drittel der Bruttowertschöpfung in Deutschland. Der Geschäftsklimaindex hat folgende Gewichtungen: Dienstleistungssektor 50,5%, Verarbeitendes Gewerbe 30,2%, Bauhauptgewerbe 6,0%, Großhandel 7,1% und Einzelhandel 6,2%.