Einkaufsmanagerindizes setzen Erholung fort

veröffentlicht am 24. Januar 2023

Einkaufsmanagerindizes setzen Erholung fort

.

Die Einkaufsmanagerindizes (PMI) in Deutschland, Frankreich und der Euro-Zone haben sich im Januar überwiegend leicht verbessert und bewegen sich in der Nähe der Wachstumsschwelle. Eine Rezession in Deutschland ist jedoch noch nicht vom Tisch.

Industrie etwas zuversichtlicher
Die Einschätzungen der industriellen Einkaufsmanager verbesserten sich im Januar weiter und bewegen sich im Bereich der Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten. Der französische PMI legte um 1,6 auf 50,8 Zähler zu und ist damit wieder in der Expansionszone. Die Einschätzung der deutschen Industrie verringerte sich dagegen um 0,1 auf 47,0 Punkte. Für die Euro-Zone ergab sich ein Wert von 48,8 Punkte (+1,0).

Dienstleister etwas optimistischer
Die Stimmung der Dienstleister verbesserte sich überwiegend. Lediglich der französische Service-PMI blieb mit 49,2 Punkten (-0,3) unter die Wachstumsschwelle. Der deutsche Dienstleistungsindex dagegen legte um 1,2 auf 50,4 Punkte zu. Der Euro-Service-PMI zog um 0,9 auf 50,7 Punkte an.

Composites uneinheitlich
Bei den Gesamtindizes (Composites) gab es keine einheitliche Tendenz. Während der Composite in Deutschland um 0,7 auf 49,7 Punkte zulegte, fiel der der französische Gesamtindex um 0,1 auf 49,0 Punkte zurück. Der Euro-Composite blieb mit 50,2 Zählern (+0,9) im Wachstumsbereich.

Fazit: Die Einkaufsmanagerindizes unterstreichen die Hoffnung, dass die konjunkturelle Talsohle derzeit durchlaufen wird und im Frühjahr eine Erholung ansteht.

Hintergrund: Was ist ein PMI?

Einkaufsmanagerindizes sind auch als PMI (Purchasing Managers Index) bekannt. Sie gelten als recht zuverlässige Frühindikatoren für die kurzfristige konjunkturelle Entwicklung. PMI werden sowohl für die Industrie als auch für den Dienstleitungssektor erhoben. Sie zeigen an, ob eine Volkswirtschaft wächst, stagniert oder schrumpft.

Einkaufsmanagerindizes basieren auf monatlichen Befragungen von mehreren hundert Unternehmen. Gefragt wird nach der erwarteten Entwicklung von Kenngrößen wie Produktion, Auftragseingang, Beschäftigung, Lieferzeiten und Lagerbestand. Aus den Antworten werden die PMI berechnet.

Dabei gilt ein Wert von 50 als Wachstumsschwelle, als neutral. Bei 50 Punkten erwarten die befragten Unternehmen in der Summe keine Veränderung gegenüber dem Vormonat, also Stagnation.

Werte über 50 signalisieren eine Verbesserung, also Wachstum.

Liegt ein industrieller PMI unter 50 Punkten, wird mit einer schrumpfenden Industrieproduktion gerechnet.

Je größer die Abweichung von der Wachstumsschwelle, desto ausgeprägter ist der Aufschwung (über 50) bzw. der Abschwung (unter 50).

PMI für alle wichtigen Volkswirtschaften 

Einkaufsmanagerindizes werden für alle bedeutenden Volkswirtschaften erhoben. Der älteste ist der amerikanische Purchasing Managers Index, erstmals berechnet 1931.

PMI bewegen sich im Normalfall zwischen 40 und 60 Punkten. In Extremzeiten sind vorübergehend auch höhere oder tiefere Werte möglich.

So fielen die Industrie-PMI in der Corona-Krise in den unteren 30-er Bereich, die Dienstleister sogar bis auf die 10-er Linie.

Im März 2021 stellte der deutsche Industrie-PMI mit 66,6 Punkten einen neuen Rekord auf, während der Einkaufsmanagerindex aus Chicago seinen Höchststand von 76,6 Zählern bereits im Februar 1973 markierte.