Chinas BIP wuchs 2022 um 3,0%

veröffentlicht am 17. Januar 2023

Chinas BIP wuchs 2022 um 3,0%

Dem konjunkturellen Einbruch im Spätsommer folgte im Schlussquartal eine Stabilisierung, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnierte gegenüber dem Vorquartal. Im Vergleich zum Vorjahr meldete das Nationale Statistikbüro im 4. Quartal einen BIP-Zuwachs um 2,9%. Beide Werte lagen oberhalb der Konsensschätzung.

Im Gesamtjahr 2022 legte die chinesische Wirtschaftsleistung um 3,0% auf 121 Bill. Renminbi (RMB) zu. Ein Jahr zuvor betrug das Plus noch 8,1%.

Außenhandel als Wachstumsträger
Der Außenhandel expandierte 2022 um 7,7% auf insgesamt 42,1 Bill. RMB und schloss mit einem Handelsbilanzüberschuss von 5,9 Bill. RMB. Ausfuhren von 24 Bill. RMB (+10,5%) standen Einfuhren von 18,1 Bill. RMB (+4,3%) gegenüber.

Die Industrieproduktion wuchs 2022 um 3,6%. Deutlich verhaltener ging es im Einzelhandel zu, der Lockdown-geschwächt lediglich um 0,2% auf 44 Bill. RMB zulegte. Für den gesamten Dienstleistungssektor wurde ein Plus von 2,3% gemeldet.

Die Investitionen legten 2022 um 5,1% auf 57,2 Bill. RMB zu. Zuwächsen von 9,4% bei der Infrastruktur und 9,1% in der Industrie stand ein Rückgang von 10% im Immobiliensektor gegenüber.

Ein Pluspunkt blieb die Entwicklung der Verbraucherpreise, denn die Inflationsrate lag im vergangenen Jahr lediglich bei 2,0%.

Beim verfügbaren Einkommen meldete das Statistikamt für 2022 einen realen Zuwachs von 2,9%. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember bei 5,5%, obwohl 2022 insgesamt gut 12 Mio. neue Stellen geschaffen wurden.

Dienstleistungssektor dominiert
Im Gesamtjahr 2022 betrug das BIP insgesamt 121 Bill. RMB. 52,8% des BIP (bzw. 63,9 Bill. RMB) wurden im Dienstleistungssektor generiert, 39,9% (48,3 Bill. RMB) entfielen auf die Industrie und 7,3% (8,8 Bill. RMB) auf die Landwirtschaft.

BIP-Prognose 2023: Mindestens 4%
Die chinesischen Einkaufsmanagerindizes bewegten sich zuletzt unterhalb der Wachstumsschwelle und signalisierten noch keinen bevorstehenden Aufschwung.

Die jüngst erfolgte Kehrtwende bei der zuvor äußerst rigiden Null-Covid-Strategie sollte allerdings dafür sorgen, dass die Frühindikatoren rasch wieder nach oben tendieren. Spätestens im Frühjahr dürfte die chinesische Wirtschaft daher wieder einen steileren Wachstumspfad einschlagen. Alles in allem rechnen wir für 2023 mit einem Zuwachs des BIP von mindesten 4%.

Fazit: China sollte die Pandemie-bedingte Schwächephase überwunden haben und steuert in diesem Jahr auf eine BIP-Wachstumsrate von mindestens 4% zu.