Deutschland: BIP 2022 +1,9%

veröffentlicht am 13. Januar 2023

Deutschland: BIP 2022 +1,9%

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Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands ist nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr um 1,9% gewachsen. Selbst im Schlussquartal dürfte im Quartalsvergleich mindestens eine “schwarze Null“ erzielt worden sein.

Das Abtauchen in eine rezessive Phase kann daher erst im laufenden Quartal stattfinden. Zudem könnte der Schwächeanfall auf die ersten Monate des Jahres begrenzt bleiben, denn die Frühindikatoren signalisieren bereits für das Frühjahr eine konjunkturelle Erholung.
Vor diesem Hintergrund dürfte der von uns im Jahresausblick skizzierte Rückgang des BIP in 2023 moderater ausfallen als die bisher angenommenen minus 2%.

Binnennachfrage sorgte für Wachstum
Träger des Wachstums war 2022 die Binnennachfrage. So legten die Konsumausgaben der privaten Haushalte um beachtliche 4,6% und die staatlichen Konsumausgaben um 1,1% zu. Bei den Investitionen, die insgesamt lediglich um 0,2% expandierten, gab es am Bau ein Minus von 1,6%. Die Ausrüstungsinvestitionen dagegen wuchsen um 2,5% und die sonstigen Investitionen um 2,1%.

Außenhandel kostete Wachstum
Im Außenhandel gab es zwar deutliche Zuwächse. Da die Exporte jedoch nur um 3,2% und die Importe um 6,7% zulegten, ergab sich ein negativer Wachstumsbeitrag von 1,3 Prozentpunkten. Mit anderen Worten: Wäre der Außenhandel ausgeglichen gewesen, wäre das deutsche BIP nicht um 1,9%, sondern um 3,2% gestiegen.

Fazit: Deutschland schloss gemessen am BIP im vergangenen Jahr „besser als befürchtet“ ab. Das Ausbleiben eines Quartalsminus im Schlussquartal 2022 ergibt sogar einen leicht positiven statistischen Überhang für 2023. Selbst wenn das BIP im laufenden Quartal stark schrumpfen sollte, dürfte das BIP im Gesamtjahr 2023 um weniger als die von uns bisher erwarteten minus 2% sinken. Realistisch erscheint ein BIP-Minus 2023 im Bereich um 1%.