Deutschland: Inflationsrate sinkt auf 8,6%

veröffentlicht am 3. Januar 2023

Deutschland: Inflationsrate sinkt auf 8,6%

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Der Anstieg der Verbraucherpreise hat sich im Dezember deutlich verangsamt, so dass die Inflationsrate von 10,0% auf 8,6% zurückging. Im Vergleich zum Vormonat gab der Verbraucherpreisindex (VPI) um 0,8% nach. Saisonüblich wäre eine Anstieg um 0,3% gewesen.

Ursächlich für den Rückgang dürfte die Übernahme der Monatsabschläge für Gas und Wärme („Dezember-Hilfe“) durch den Bund gewesen sein.
Im Gesamtjahr 2022 lag die jahresdurchschnittliche Inflationsrate in Deutschland bei 7,9%. Auf Basis des von der Europäischen Zentralbank (EZB) betrachteten Harmonisierten Verbraucherpreisindex HVPI betrug sie 8,7%.

Energiepreisdruck nahm ab
Preistreiber war im Dezember zwar erneut die Energie, die sich gegenüber dem Vorjahr allerdings „nur“ noch um 24,4% verteuerte (November +38,4%). Sie macht gut 10% des Warenkorbes aus, mit dem die Inflationsrate gemessen wird. Bei den mit gut 8% gewichteten Nahrungsmitteln blieb der Preisauftrieb hoch. Sie waren 20,7% teurer als im Dezember 2021 (November +21,1%). Dienstleistungen, mit rund 53% das Schwergewicht im Warenkorb, verteuerten sich um 3,9% (November +3,6%). Darunter befinden sich die Wohnungsmieten mit einem Gewicht von knapp 21%, die im Dezember mit 1,9% genau so stark stiegen wie im November.

HVPI im Dezember bei 9,6%
Der von der Europäischen Zentralbank als Maßstab genommene HVPI ermäßigte sich im Dezember um 1,2%. Im Vorjahresvergleich ging er von 11,3% auf 9,6% zurück. Der HVPI unterscheidet sich vom VPI durch eine andere Gewichtung der Güter und Dienstleistungen im Warenkorb.

Kernrate voraussichtlich spürbar rückläufig
Die ohne die schwankungsintensiven Energie- und Nahrungsmittelpreise berechnete Kernrate der Inflation lag im November bei 5,2%. Für den Dezember liegt noch kein Wert vor. Realistisch dürfte ein Rückgang unter die Marke von 5% sein.

Spanien: Inflationsrate sank auf 5,8%
In Spanien ging die Inflationsrate im Dezember ebenfalls kräftig zurück. Im Vergleich zum Vormonat legte der Verbraucherpreisindex zwar um 0,3% zu. Der Vorjahresvergleich (also die Inflationsrate) verringerte sich jedoch von 6,8% auf 5,8%. Im Gesamtjahr 2022 stiegen die Verbraucherpreise in Spanien um 8,4%.

Zielwert kommt auch 2023 nicht in Sicht
Der Jahresauftakt 2023 dürfte moderater ausfallen, als wir bisher befürchtet haben. Aus heutiger Sicht zeichnet sich für den Januar eine Inflationsrate zwischden 9% und 10% ab. Im März sollte sie aufgrund eines ausgeprägten Basiseffektes kräftig nachgeben.
Im Gesamtjahr 2023 dürfte die jahresdurchschnittliche Inflationsrate unter den von uns bisher angenommenen 8% bleiben. Den Zielwert von 2% halten wir jedoch weiterhin nicht für erreichbar. Erst 2024 dürfte die Teuerungsrate wieder die zwei vor dem Komma annehmen.

Fazit: Der deutliche Rückgang der Inflationsrate im Dezember ist ein sehr gutes Zeichen. Deutlich rückläufige Teuerungsraten erwarten wir weiterhin im Frühjahr.