Australien: Leitzins auf 3,10% erhöht

veröffentlicht am 7. Dezember 2022

Australien: Leitzins auf 3,10% erhöht

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Die Reserve Bank of Australia (RBA) erhöhte den Leitzins Cash Rate erwartungsgemäß um 25 Basispunkte auf 3,10%. Sie hält weitere Anhebungen für erforderlich. Zeitpunkte und Umfang seien jedoch nicht vorgegeben, sondern werden von der Einschätzung der Inflations- und der Arbeitsmarktentwicklung abhängen.

Inflationsrate nähert sich dem Hochpunkt
Die australische Inflationsrate soll sich eigentlich in einem Korridor von 2% bis 3% bewegen, ist aber weit darüber hinaus geklettert. Die den gesamten Warenkorb umfassende Headline-Inflationsrate markierte im Oktober mit 6,9% den höchsten Stand seit Jahrzehnten. Und selbst die ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise berechnete Kernrate der Inflation lag zuletzt bei 6,7% weit über der Zielspanne.

Die Inflationsrate dürfte zum Jahresende mit etwa 8% den Hochpunkt erreichen und soll danach wieder zurückkommen. Die mittelfristigen Inflationserwartungen sind nach Einschätzung der Notenbank weiterhin fest verankert.
Die RBA erwartet jahresdurchschnittliche Headline-Inflationsraten von 4,8% in 2023 und gut 3% in 2024.

Wachstum dürfte sich abschwächen
Der Rohstoffproduzent Australien weist eine sehr solide konjunkturelle Entwicklung auf. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im Corona-Jahr 2020 lediglich um 2,1% und wuchs 2021 um 4,8%.
Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage ist immer noch sehr hoch. Die Produktionskapazitäten sind ausgelastet und der Arbeitsmarkt ist angespannt. Die Arbeitslosenquote liegt mit 3,4% auf dem niedrigsten Stand seit 1974. Die Notenbank rechnet allerdings 2023 mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote, da sie eine Abschwächung der Wirtschaft erwartet.
In den ersten drei Quartalen 2022 setzte sich der kräftige Aufschwung allerdings noch fort. Das BIP expandierte um 0,4%, 0,9% und 0,6% zum Vorquartal. Im Gesamtjahr 2022 dürfte die Wachstumsrate etwa 3,5% erreichen.
In den Jahren 2023 und 2024 rechnet die RBA mit einem Rückgang der Wachstumsraten auf jeweils 1,5%. Wir halten diese Einschätzung für realistisch.

Australischer Dollar mit Erholungspotenzial
Die Rohstoff-Hausse verlieh dem Australischen Dollar zunächst starken Auftrieb. Bis April zog er kräftig an, korrigierte danach und erholte sich wieder, ehe im August eine neue Korrekturphase begann. Erst Mitte Oktober konnte er sich stabilisieren. Gegenüber dem Euro ist er seit Jahresbeginn unverändert.

Fazit: Die soliden konjunkturellen Perspektiven Australiens und weitere Leitzinserhöhungen sollten dem Australischen Dollar beachtliches Erholungspotenzial verleihen.