ifo Geschäftsklimaindex macht Hoffnung

veröffentlicht am 24. November 2022

ifo Geschäftsklimaindex macht Hoffnung

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Das Geschäftsklima hat sich in Deutschland im November wieder spürbar verbessert. Der vom Münchener ifo Institut ermittelte Geschäftsklimaindex legte um 1,8 auf 86,3 Punkte zu und übertraf damit die Erwartungen.

„Die deutsche Wirtschaft sendet Hoffnungssignale aus“, kommentierte das ifo Institut die aktuellen Daten. Die Lieferengpässe nehmen langsam ab. Nur noch 59,3% der Unternehmen klagen darüber, im Oktober waren es noch 63,8%. Auch der Preisdruck dürfte etwas geringer werden. So wollten im November nur noch 46,8% der Unternehmen in den kommenden drei Monaten ihre Preise erhöhen. Im Oktober waren es noch 51,3%. Zudem haben sich die Exporterwartungen verbessert und sind wieder leicht positiv.

Erwartungen deutlich verbessert
Die Erwartungen der Unternehmen haben sich nach der leichten Aufhellung im Vormonat wieder deutlich verbessert. Der entsprechende Subindex legte um 4,1 auf 80,0 Punkte zu und entfernte sich damit weiter vom Bereich seiner historischen Tiefstände.

Lage etwas schlechter
Die Einschätzung der aktuellen Lage hat sich dagegen noch einmal verschlechtert, der Subindex gab um 0,9 auf 93,1 Punkte nach. Er ist damit jedoch immer noch weit entfernt von den bisherigen Tiefständen, die im Mai 2009 und Mai 2020 mit rund 78 Punkten markiert wurden.

Konjunktur-Ampel springt auf „Gelb“
Die ifo Konjunktur-Ampel, die im Juli auf „Rot“ sprang, wechselte im November wieder zu „Gelb“. Die monatliche Wahrscheinlichkeit einer expansiven Wirtschaftsentwicklung verbesserte sich auf mehr als 50 Prozent.

Konjunktur-Uhr zeigt weiterhin „Krise“ an
Die Konjunktur-Uhr, die aus den aktuellen Einschätzungen der Lage und der Erwartungen gebildet wird, bewegte sich im Oktober in den Quadranten „Krise“ und blieb dort im November.

Fazit: Die ifo-Daten unterstreichen unsere Erwartung, dass die konjunkturelle Talsohle Anfang 2023 durchlaufen wird und zum Frühjahr hin eine Stabilisierung oder eine leichte Erholung folgt.

Wie sieht es in den Sektoren aus?
Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Klima verbessert, obwohl die Lage schlechter beurteilt wurde. Die Erwartungen waren jedoch deutlich weniger pessimistisch.
Im Dienstleistungssektor ist Stimmung erneut besser geworden. Die Lage wurde zwar wieder schlechter eingeschätzt, die Erwartungen hellten sich jedoch weiter auf.
Im Handel verbesserte sich das Klima auch im November. Sowohl die Lage als auch die Erwartungen wurden positiver beurteilt.
In der Bauwirtschaft hat sich die Stimmung wieder aufgehellt. Die Lage wurde merklich besser beurteilt und auch die immer noch stark eingetrübten Erwartungen erholten sich ein wenig.

Hintergrund:

ifo als Frühindikator

Der ifo Geschäftsklimaindex gilt als der wichtigste Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Er wird seit den fünfziger Jahren erhoben und setzt sich aus den beiden Komponenten „Lage“ und „Erwartung“ zusammen. Gefragt werden monatlich rund 9000 Unternehmen. Diese beurteilen die aktuelle Lage sowie die Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Als Antwortmöglichkeiten stehen zur Wahl:
• gut / befriedigend / schlecht (bei der Lageeinschätzung) bzw.
• günstiger / gleich bleibend / ungünstiger (bei den Erwartungen).
Aus den Antworten wird der Geschäftsklimaindex berechnet.

Seit 2018 Spiegelbild der Gesamtwirtschaft
Bis Anfang 2018 bildete „der ifo“ lediglich den gewerblichen Sektor (Industrie, Bau, Groß- und Einzelhandel) ab. Seit Frühjahr 2018 umfasst er auch den Dienstleistungssektor und wurde damit zum Spiegelbild der Gesamtwirtschaft. Der „ifo Geschäftsklimaindex für die Gewerbliche Wirtschaft“ wurde durch das „ifo Geschäftsklima Deutschland“ ersetzt. Darüber hinaus erfolgte die Umstellung des Basisjahres von 2005 auf 2015.
Mit der Einbeziehung der Dienstleistungen repräsentiert „der ifo“ einen deutlich größeren Bereich der deutschen Wirtschaft, denn der Dienstleistungssektor alleine generiert rund zwei Drittel der Bruttowertschöpfung in Deutschland. Der Geschäftsklimaindex hat folgende Gewichtungen: Dienstleistungssektor 50,5%, Verarbeitendes Gewerbe 30,2%, Bauhauptgewerbe 6,0%, Großhandel 7,1% und Einzelhandel 6,2%.