Neuseeland erhöht Leitzins auf 4,25%

veröffentlicht am 23. November 2022

Neuseeland erhöht Leitzins auf 4,25%

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Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) setzte die Straffung der geldpolitischen Zügel fort und erhöhte die Official Cash Rate (OCR) erwartungsgemäß um weitere 75 Basispunkte auf 4,25%.

Leitzins wird weiter steigen
Die RBNZ geht davon aus, dass weitere Leitzinserhöhungen erforderlich sind, um die gesamtwirtschaftliche Nachfrage so weit zu dämpfen, dass die Inflationsrate wieder in den Zielkorridor zurückkehrt.
Die Official Cash Rate dürfte gemäß den aktuellen RBNZ-Projektionen den Hochpunkt mit 5,50% im Herbst 2023 erreichen und dort bis zum Sommer 2024 verharren.

Inflationsrate weit über dem Zielkorridor
Die Inflationsrate ist weiterhin viel zu hoch. Sie lag im 3. Quartal mit 7,3% weit über dem von 1% bis 3% reichenden Zielkorridor. Die RBNZ rechnet mit durchschnittlichen Inflationsraten von 6,9% in 2022, 7,5% in 2023, 3,8% in 2024 und 2,4% in 2025.

Tourismus bringt Wachstum
Neuseeland kehrte im 2. Quartal mit einer beeindruckenden Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,7% zum Vorquartal auf den Wachstumspfad zurück.
Die Dienstleistungen, die für rund zwei Drittel des BIP stehen, expandierten um beachtliche 2,7%. Ursächlich war der Tourismus-Boom nach der Wiederöffnung der Landesgrenzen, die pandemie-bedingt längere Zeit geschlossen waren.
Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage ist weiterhin sehr hoch, die Kapazitätsgrenze gilt als erreicht. Der Arbeitsmarkt ist angespannt und der Arbeitskräftemangel nimmt zu.
Die Notenbank Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) rechnet in der zweiten Jahreshälfte 2022 mit sehr positiven Quartalswachstumsraten. Daraus sollte sich für das Gesamtjahr ein BIP-Plus von 2,4% ergeben. Im nächsten Jahr erwartet die RBNV eine im Frühjahr beginnende Rezession, die sich bis Anfang 2024 erstreckt. Das BIP dürfte 2023 um gut 1% zulegen.

Haushaltsdefizite nehmen ab
Das Haushaltsdefizit dürfte sich in diesem Jahr noch einmal auf 5% des BIP belaufen und ab 2023 wieder deutlich sinken. Die Notenbank schätzt die Fehlbeträge für 2023 auf 2,2%, für 2024 auf 2,0% und für 2025 auf 1,3% des BIP.

Leistungsbilanz stark defizitär
Der Schwachpunkt des neuseeländischen Datenkranzes bleibt die chronisch defizitäre Leistungsbilanz. Sie dürfte 2022 eine Unterdeckung von 6,7% des BIP aufweisen. Danach sollen sich die Defizite nach Einschätzung der RBNZ auf 8,2% in 2023, 7,9% in 2024 sowie 7,2% in 2025 belaufen.

Kiwi erholt

Der Neuseeland Dollar („Kiwi”) weist im bisherigen Jahresverlauf ausgeprägte Schwankungen auf und markierte im Oktober das bisherige Jahrestief. Zuletzt hat er sich deutlich erholt und ist gegenüber dem Euro seit Jahresbeginn nahezu unverändert.

Fazit: Angesichts solider fundamentaler Rahmendaten und weiter steigender Leitzinsen dürfte der Neuseeland Dollar weiteres Erholungspotenzial besitzen.