Einkaufsmanagerindizes besser als erwartet

veröffentlicht am 23. November 2022

Einkaufsmanagerindizes besser als erwartet

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Die Einkaufsmanagerindizes (PMI) in Deutschland, Frankreich und der Euro-Zone haben sich im November überwiegend verbessert, blieben jedoch klar unterhalb der Wachstumsschwelle. Nahezu alle Werte lagen jedoch über den Erwartungen

Industrie deutlich zuversichtlicher

Die Einschätzungen der industriellen Einkaufsmanager verbesserten sich November deutlich, blieben aber im rezessiven Bereich. Der französische PMI legte um 1,9 auf 49,1 Zähler zu und kam damit der Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten am nächsten. Die Einschätzung der deutschen Industrie verbesserte sich um 1,6 auf 46,7 Punkte. Für die Euro-Zone ergab sich ein Wert von 47,3 Punkte (+0,9).

Dienstleister schwächer

Die Stimmung der Dienstleister verschlechterte sich teilweise deutlich. So fiel der französische Service-PMI mit 49,4 Punkten (-2,3) wieder unter die Wachstumsschwelle. Dort befand sich bereits der deutsche Dienstleistungsindex, der erneut um 0,1 auf 46,4 Punkte nachgab. Der Euro-Service-PMI blieb unverändert bei 48,6 Punkten.

Composites uneinheitlich

Bei den Gesamtindizes (Composites) gab es keine einheitliche Tendenz. Während der Composite in Deutschland um 1,3 auf 46,4 Punkte zulegte, fiel der der französische Gesamtindex mit 49,8 Punkten (-0,4) wieder knapp unter die Wachstumsschwelle. Der Euro-Composite verbesserte sich um einen halben Prozentpunkt auf 47,8 Zähler.

Fazit: Die Einkaufsmanagerindizes verbesserten sich im November, blieben jedoch im rezessiven Bereich. Allerdings wächst die Hoffnung, dass die Tiefpunkte im Oktober markiert wurden und es wieder bergauf geht.

Hintergrund: Was ist ein PMI?

Einkaufsmanagerindizes sind auch als PMI (Purchasing Managers Index) bekannt. Sie gelten als recht zuverlässige Frühindikatoren für die kurzfristige konjunkturelle Entwicklung. PMI werden sowohl für die Industrie als auch für den Dienstleitungssektor erhoben. Sie zeigen an, ob eine Volkswirtschaft wächst, stagniert oder schrumpft.

Einkaufsmanagerindizes basieren auf monatlichen Befragungen von mehreren hundert Unternehmen. Gefragt wird nach der erwarteten Entwicklung von Kenngrößen wie Produktion, Auftragseingang, Beschäftigung, Lieferzeiten und Lagerbestand. Aus den Antworten werden die PMI berechnet.

Dabei gilt ein Wert von 50 als Wachstumsschwelle, als neutral. Bei 50 Punkten erwarten die befragten Unternehmen in der Summe keine Veränderung gegenüber dem Vormonat, also Stagnation.

Werte über 50 signalisieren eine Verbesserung, also Wachstum.

Liegt ein industrieller PMI unter 50 Punkten, wird mit einer schrumpfenden Industrieproduktion gerechnet.

Je größer die Abweichung von der Wachstumsschwelle, desto ausgeprägter ist der Aufschwung (über 50) bzw. der Abschwung (unter 50).

PMI für alle wichtigen Volkswirtschaften 

Einkaufsmanagerindizes werden für alle bedeutenden Volkswirtschaften erhoben. Der älteste ist der amerikanische Purchasing Managers Index, erstmals berechnet 1931.

PMI bewegen sich im Normalfall zwischen 40 und 60 Punkten. In Extremzeiten sind vorübergehend auch höhere oder tiefere Werte möglich.

So fielen die Industrie-PMI in der Corona-Krise in den unteren 30-er Bereich, die Dienstleister sogar bis auf die 10-er Linie.

Im März 2021 stellte der deutsche Industrie-PMI mit 66,6 Punkten einen neuen Rekord auf, während der Einkaufsmanagerindex aus Chicago seinen Höchststand von 76,6 Zählern bereits im Februar 1973 markierte.