3. Quartal mit positiven Wachstumsraten

veröffentlicht am 1. November 2022

3. Quartal mit positiven Wachstumsraten

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Nachdem mittlerweile die Wirtschaftsdaten zahlreicher Volkswirtschaften für das 3. Quartal vorliegen, wird immer klarer, dass die Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem Jahr etwas besser ausfallen, als erwartet. Gleichwohl haben sich die Rezessionssorgen insbesondere in Europa nicht verringert. Die meisten konjunkturellen Frühindikatoren signalisieren eine bevorstehende deutliche Abschwächung in Europa. In den USA spricht insbesondere die inverse Renditenstruktur für eine im nächsten Jahr einsetzende Rezession.

Abschwung verzögert sich

Die meisten Konjunkturbeobachter – auch wir – hatten erwartet, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt bereits im 3. Quartal leicht schrumpfen würde. Dies war jedoch nicht der Fall. Getragen von den privaten Konsumausgaben wuchs das BIP im Herbst um 0,3% zum Vorquartal. Auch die anderen großen Euro-Länder blieben auf dem Wachstumspfad.

Die höchsten Zuwächse unter den Industrieländern verzeichneten die USA mit einem Plus von 0,6%, gefolgt von Italien mit 0,5% und Deutschland mit 0,3%. Die Euro-Zone, Frankreich und Spanien steigerten die Wirtschaftsleistung um jeweils 0,2% zum Vorquartal. China wies sogar ein Plus von 3,9% aus, nachdem das BIP allerdings im 2. Quartal um 2,6% unter dem des Vorquartals lag.

Inflationsraten weit über dem Zielwert

Der Preisauftrieb hielt unvermindert an und ließ die Inflationsraten überall weit über dem Zielwert der Notenbanken von 2% verharren. Kurzfristig zeichnet sich zudem keine Entspannung ab. Wir erwarten die Hochpunkte der aktuellen Inflationsgebirge Anfang 2023. Danach sollten die Teuerungsraten zwar wieder sinken, jedoch auch im gesamten Jahr 2023 nicht einmal in die Nähe des Zielwertes kommen.

Fazit: Das aktuelle Winterhalbjahr dürfte von sehr geringen Wachstumsraten und ungewöhnlich hohen Inflationsraten geprägt bleiben.