USA: Nur leichte Entspannung an der Inflationsfront

veröffentlicht am 13. September 2022

USA: Nur leichte Entspannung an der Inflationsfront

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Die den gesamten Warenkorb repräsentierende „Headline“-Inflation ging in den USA im August von 8,5% auf 8,3% zurück. Die Kernrate dagegen kletterte von 5,9% auf 6,3%. Beide Werte lagen über den Erwartungen.

Hochpunkt überschritten
Nach dem erneuten leichten Rückgang der Headline-Inflationsrate zeichnet sich allerdings ab, dass der Hochpunkt im aktuellen Inflationsgebirge im Juni bei 9,1% gelegen haben dürfte.

Preistreiber Energie
Preistreiber war auch im August die Energie, die knapp 24% teurer war als vor einem Jahr. Der Treibstoffpreis lag rund 26% über dem Vorjahresniveau. Für Neuwagen mussten gut 10%, für Gebrauchtwagen noch knapp 8% mehr bezahlt werden als vor einem Jahr. Lebensmittel verteuerten sich um 11,4% und Dienstleistungen um 6,1%.

Kernrate steigt auf 6,3%
Die Kernrate der Inflation wird ohne die besonders schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise gemessen. Sie kletterte im August von 5,9% auf 6,3%.

Inflationsprognose 2022 unverändert
Für das Gesamtjahr 2022 halten wir an unserer Prognose für die jahresdurchschnittliche Headline-Inflationsrate von 8,5% und einer Kernrate von 6,0% fest.
Im nächsten Jahr sollten die Teuerungsraten im Jahresdurchschnitt mit 4% (oder mehr) den Zielwert der Notenbank von 2% erneut deutlich verfehlen.

Fazit: Die Inflationsraten sind aus Sicht der US-Notenbank (Fed) weiterhin viel zu hoch und kommen zudem nur langsam zurück. Darüber hinaus droht angesichts des florierenden Arbeitsmarktes weiterhin eine Lohn-Preis-Spirale. Die Fed könnte daher den Leitzins am 21. September erneut um 75 Basispunkte anheben.