USA: Arbeitslosenquote gestiegen

veröffentlicht am 2. September 2022

USA: Arbeitslosenquote gestiegen

Mit der Schaffung von 315.000 neuen Arbeitsplätzen setzte sich der Aufschwung am amerikanischen Arbeitsmarkt im August zwar insgesamt fort. Allerdings stieg die Arbeitslosenquote von 3,5% auf 3,7%. Zudem wurden die Arbeitsplatzdaten aus dem Juni und Juli per Saldo um 107.000 nach unten revidiert.

Lohnanstieg etwas gebremst
Der Anstieg der Stundenlöhne zum Vorjahr blieb im August bei 5,2%. Im Vergleich zum Vormonat legten die Löhne allerdings nur noch um 0,3% zu (Juli +0,5).
Die etwas moderatere Lohnentwicklung dürfte der US-Notenbank (Fed) entgegenkommen, versucht sie doch, mit kräftigen Leitzinserhöhungen einer möglichen Lohn-Preis-Spirale entgegenzuwirken.

Dies erfordert ein Ende des Aufschwungs am Arbeitsmarkt und letztendlich eine rückläufige Entwicklung der Stundenlöhne. Da die Anzahl freier Stellen mit 12,1 Mio. jedoch immer noch mehr als doppelt so hoch ist wie die Anzahl der Arbeitslosen (6,0 Mio.), dürfte der Lohndruck erhalten bleiben.

Allerdings sollte die leichte Entspannung bei der Lohnentwicklung der US-Notenbank keinen Anlass bieten, ihre Geldpolitik kurzfristig noch zu verschärfen. In der nächsten Zinssitzung am 21. September erscheint eine Anhebung der Federal Funds Rate um 50 Basispunkte angemessen.

Fed: Preisstabilität im Vordergrund
Das primäre Ziel der US-Notenbank ist die Gewährleistung und Aufrechterhaltung der Vollbeschäftigung. Diese ist bei der aktuellen Arbeitslosenquote von 3,7% immer noch gegeben.

Das sekundäre Ziel der Fed ist die Preisstabilität. Dieses ist mit einer Juli-Inflationsrate von 8,5% weit verfehlt. Die Wiederherstellung der Preisstabilität steht daher derzeit klar im Vordergrund der geldpolitischen Beschlüsse. Die Leitzinsen werden gemäß dem US-Notenbankpräsidenten solange angehoben, bis die Inflationsraten erkennbar zurückkommen, auch um den Preis einer Rezession in den USA.

Fazit: Die etwas moderatere Lohnentwicklung erfordert von der US-Notenbank kurzfristig keine Verschärfung der ohnehin schon aggressiven Geldpolitik.