Euro-Zone: Inflationsrate im August bei 9,1%

veröffentlicht am 31. August 2022

Euro-Zone: Inflationsrate im August bei 9,1%

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Der Preisauftrieb setzte sich im August fort und bescherte der den gesamten Warenkorb umfassenden Headline-Inflationsrate mit 9,1% einen neuen Hochpunkt.

Im Vergleich zum Vormonat lag der der Harmonisierte Verbraucherpreisindex HVPI der Euro-Zone nach vorläufigen Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat im August um 0,5% über dem Juli-HVPI. Saisonüblich wäre ein Anstieg um 0,1% gewesen.

Energie fast 40% teurer
Den größten Anteil im Euro-Warenkorb nehmen mit fast 42% die Dienstleistungen ein. Sie kosteten 3,8% mehr als im Vorjahr und 0,4% mehr als im Juli. Für „Lebensmittel, Alkohol und Tabak“ (Anteil knapp 22%) mussten 10,6% mehr als im Vorjahr und 1,0% mehr als im Juli gezahlt werden. Industriegüter ohne Energie (Anteil knapp 27%) waren 5,0% teurer als im Vorjahr und 0,8% teurer als im Vormonat. Die Preise für die mit 9,5% im Euro-Warenkorb gewichtete Energie schnellten im Vorjahresvergleich um 38,3% nach oben, blieben allerdings im Vergleich zum Juli unverändert.

Euro-Inflationsrate ohne Energie: 5,8%
Die Teuerungsrate ohne Energiepreise stieg im August von 5,4% auf 5,8%. Etwa ein Drittel aktuellen Inflation ist also auf den rasanten Anstieg der Energiepreise zurückzuführen.

Euro-Kernrate: 5,5%
Die um die besonders schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise bereinigte Kernrate der Inflation sprang im August von 5,1% auf 5,5%. Dieser Wert wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) besonders beachtet. Er dürfte im Gesamtjahr 2022 bei 4,5% liegen.

Euro-Inflationsprognose 2022: 8%
Schreibt man die bis August vorliegenden Werte des HVPI mit dem durchschnittlichen Verlaufsmuster der vergangenen zehn Jahre („Saisonmuster“) fort, so ergibt sich für 2022 eine Inflationsrate von 7,7%. Aufgrund ausgeprägter Zweirundeneffekte dürfte dieser Wert jedoch übertroffen werden. Für das Gesamtjahr 2022 heben wir daher die Prognose der Euro-Inflationsrate von 7,5% auf 8% an.

Fazit: Die Euro-Inflationsrate ist weiter gestiegen und wird voraussichtlich auch nur langsam wieder zurückkommen. Die EZB dürfte daher am 8. September den Leitzins um mindestens 50 Basispunkte anheben.

Wie sieht es in den großen Euro-Ländern aus?

Frankreich 2022: 5,5%
In Frankreich ist der Preistrend derzeit leicht abwärtsgerichtet. Die mit dem Verbraucherpreisindex VPI gemessene Inflationsrate ging im August von 6,1% auf 5,8% zurück. Für das Gesamtjahr zeichnet sich eine Inflationsrate von 5,5% ab.

Spanien 2022: 9,5%
Die spanische Inflationsrate befindet sich seit Juni im zweistelligen Bereich, ging allerdings im August von 10,8% auf 10,4% zurück. Im Gesamtjahr dürfte sie bei etwa 9,5% liegen.

Italien 2022: 7,5%
In Italien zogen die Preise im August weiter kräftig an und ließen die Teuerungsrate auf 8,4% steigen. Für das Gesamtjahr zeichnet sich ein Wert von 7,5% ab.

Deutschland 2022: 7,5%
Die deutsche Inflationsrate lag im August bei 7,9%. Sie dürfte in den kommenden Monaten auf dem stark erhöhten Niveau verharren und im Gesamtjahr 2022 bei etwa 7,5% liegen.