US-Arbeitsmarkt in sehr starker Verfassung

veröffentlicht am 5. August 2022

US-Arbeitsmarkt in sehr starker Verfassung

Mit der Schaffung von 528.000 neuen Arbeitsplätzen setzte sich der Aufschwung am amerikanischen Arbeitsmarkt im Juli in stark beschleunigter Form fort. Die kräftigen Leitzinserhöhungen der Notenbank wirkten sich bisher nicht negativ aus. Zudem wurden die Arbeitsplatzdaten aus dem Mai und Juni wurden per Saldo um 28.000 nach oben revidiert. Die Arbeitslosenquote ging auf 3,5% zurück.

Löhne um 5,2% gestiegen
Der Anstieg der Stundenlöhne lag im Juli genau wie im Juni bei 5,2%. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Löhne um 0,5% (Juni +0,4%).
Die Lohnentwicklung wird von der US-Notenbank sehr genau betrachtet, um die Gefahr einer möglichen Lohn-Preis-Spirale abschätzen zu können. Da die Anzahl freier Stellen immer noch fast doppelt so groß ist wie die Anzahl der Arbeitslosen, sind nämlich auch weiterhin kräftige Lohnzuwächse zu erwarten.

Corona-Lücke geschlossen
Inklusive der Juli-Zahlen sind mittlerweile alle der im März und April 2020 verloren gegangenen 22 Mio. Arbeitsplätze wiederbesetzt worden. Gemessen an der Anzahl der Arbeitsplätze wurde die Lücke zu den Monaten vor der Pandemie geschlossen. Im Februar 2020 gab es rund 152,5 Mio. Stellen, aktuell sind es sogar 152,5 Mio.

Preisstabilität im Vordergrund
Das primäre Ziel der US-Notenbank (Fed) ist die Gewährleistung und Aufrechterhaltung der Vollbeschäftigung. Diese ist bei der aktuellen Arbeitslosenquote von 3,5% gegeben. Vor diesem Hintergrund wird die Fed auch weiterhin ihr sekundäres Ziel, die Preisstabilität, in den Vordergrund ihrer geldpolitischen Beschlüsse stellen.

Fazit: Die bärenstarke Verfassung des Arbeitsmarktes erfordert von der US-Notenbank eine unverändert aggressive Geldpolitik, um die ausufernden Inflationsraten zu bekämpfen. Sie dürfte dabei eine Rezession in Kauf nehmen.