Wochenausblick Aktien: Die gute Stimmung hält (noch) an

veröffentlicht am 4. August 2022

Wochenausblick Aktien: Die gute Stimmung hält (noch) an

 

In der abgelaufenen Woche hielt die positive Stimmung an den Finanzmärkten an. Der Deutsche Aktienindex (DAX) konnte sich oberhalb von 13.500 Punkten etablieren.

Auch politische Ereignisse wie die Militärmanöver der Volksrepublik China im Bereich wichtiger Seezugänge Taiwans im zeitlichen Umfeld des Besuches der US-Parlamentspräsidentin konnten die Stimmung nur vorübergehend trüben.

Von den Konjunkturdaten gab es kaum neue Impulse: Eher robuste Signale aus der US-Industrie und schwache europäische Einzelhandelsdaten. Die auf Hochtouren laufende Berichtssaison brachte zumindest auf Einzeltitelbasis Bewegung, da sich ein recht uneinheitliches Bild abzeichnet. Eine deutlich größere Zahl von Unternehmen als in früheren Zeiten hat Änderungen der Prognosen vorgenommen. Dabei scheinen sich die Abweichungen nach oben und unten aber auszugleichen.

Wie geht es weiter?

Die Anleihemärkte senden immer stärkere Signale einer bevorstehenden kräftigen wirtschaftlichen Abkühlung. Anders können wir z. B. den starken Rückgang der Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe in den vergangenen Wochen kaum deuten. Hierzu passt auch die schlechte Stimmung der Verbraucher, die sich in Europa nun bereits deutlich im Einzelhandel zeigt.

Andererseits haben die Aktienmärkte in den vergangenen Wochen eine deutliche Erholungsrallye hingelegt. Dies kann, insbesondere bei weniger konjunkturempfindlichen Titeln, mit Zinsüberlegungen begründet werden. Auch ist mit den rückläufigen Anleiherenditen der Anreiz gesunken, die Anleihequote zulasten der Aktienposition noch weiter zu erhöhen.

Grundsätzlich bleiben Aktien in einem Umfeld mit schwächerer Geldwertstabilität aufgrund ihres Sachwertcharakters attraktiv. Dies gilt besonders, wenn es sich um Titel aus Branchen handelt, die eine gute Preissetzungsmacht haben.

Im derzeitigen Umfeld, in dem vielfältige Risiken, das wichtigste aus einheimischer Sicht dürfte die Frage der Gasversorgung im Winter sein, noch nicht geklärt sind, dürften die Bewegungen an den Finanzmärkten ausgeprägt bleiben. Auch ist klar, dass der insbesondere in der Euro-Zone erst vor kurzem aufgenommene Kampf der Notenbanken gegen zu hohe Inflationsraten noch nicht gewonnen ist. Anleger sollten deshalb daran denken, in diesen positiven Zwischenerholungen unter taktischen Aspekten auch einmal Gewinne mitzunehmen, um bei tieferen Kursen wieder aufstocken zu können.

Insgesamt raten wir zu einer breiten Aufstellung nach Anlageklassen, Regionen und Sektoren. Damit bietet sich die Chance, von risikomindernden gegenläufigen Effekten bei einzelnen Anlagen, wie sie in diesen Wochen insbesondere bei Einzeltiteln gut zu beobachten sind, profitieren zu können.

Stand 04.08.2022