Konjunktur und Preise

veröffentlicht am 1. Juli 2022

Konjunktur und Preise

 

Stand 01.07.2022

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Deutschland: Industrie

Die deutsche Industrie verfügt derzeit aufgrund von gestörter Lieferketten bei Vorprodukten über einen hohen Auftragsbestand, der nur verzögert abgearbeitet werden kann. Ein prominentes Beispiel ist die Automobilindustrie. Mittlerweile erweisen sich aber auch die stark gestiegenen Kosten für Logistik und Energie als Wachstumsbremse. Zuletzt sanken die Neuaufträge. Im Mai dürfte es gemäß der Konsensschätzung bei den Auftragseingängen zu einem weiteren moderaten Rückgang gekommen sein. Die Probleme im industriellen Sektor dürften sich massiv vergrößern, falls es tatsächlich zu einem vollständigen Lieferstopp für russisches Gas kommen sollte.

USA: Arbeitsmarkt

Der amerikanische Arbeitsmarkt zeigt sich seit fast zwei Jahren in einer sehr starken Verfassung und läuft langsam heiß. Da die Zahl der offenen Stellen mittlerweile weit höher ist als die Zahl der Arbeitsuchenden, befinden sich die Löhne im Aufwind. Eine drohende Lohn-Preis-Spirale sollte allerdings durch die kräftigen Leitzinserhöhungen verhindert werden. Die starke Straffung der geldpolitischen Zügle dürfte nämlich rezessive Tendenzen auslösen, die Arbeitslosenquote wieder steigen lassen und damit eine Überhitzung am Arbeitsmarkt verhindern.