Deutschland: Inflationsrate auf 7,6 Prozent gesunken

veröffentlicht am 29. Juni 2022

Deutschland: Inflationsrate auf 7,6 Prozent gesunken

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Der Anstieg der Verbraucherpreise lag im Juni etwas unter den Erwartungen. Die Lebenshaltung war in Deutschland nämlich „nur noch“ 7,6% teurer als vor einem Jahr. Erwartet war eine Inflationsrate von 7,9%.


Im Vergleich zum Vormonat legte der Verbraucherpreisindex (VPI) um 0,1% zu. Saisonüblich wäre ein Anstieg um 0,2% gewesen. Ursächlich für die etwas geringere Steigerung könnten die staatlichen Maßnahmen zur Entlastung der Verbraucher gewesen sein (Neun-Euro-Ticket, Tankrabatt) .

Energie und Nahrungsmittel bleiben Preistreiber
Preistreiber war einmal mehr die Energie, die sich im Juni gegenüber dem Vorjahr um 38,0% verteuerte (Mai +38,3%). Sie macht gut 10% des Warenkorbes aus, mit dem die Inflationsrate gemessen wird. Bei den mit gut 8% gewichteten Nahrungsmitteln beschleunigte sich der Preisauftrieb weiter. Sie waren 12,7% teurer als im Juni 2021 (Mai +11,1%). Dienstleistungen, mit rund 53% das Schwergewicht im Warenkorb, verteuerten sich „nur noch“ um 2,1% (Mai +2,9%). Darunter befinden sich die Wohnungsmieten mit einem Gewicht von knapp 21%, die genau wie im Mai einen Anstieg zum Vorjahr von 1,7% aufwiesen.

HVPI im Juni auf 8,2% gesunken
Der von der Europäischen Zentralbank (EZB) berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex HVPI ging im Juni um 0,1% zum Vormonat zurück und ergab eine Inflationsrate von 8,2% (Mai: 8,7%). Der HVPI unterscheidet sich vom VPI durch eine andere Gewichtung der Güter und Dienstleistungen im Warenkorb.

Spanien: Inflationsrate Juni 10,2%
In Spanien legten die Verbraucherpreise im Juni im Vergleich zum Vormonat um enorme 1,8% zu. Die Inflationsrate sprang dadurch von 8,7% auf 10,2%.

Inflationsprognose Deutschland 2022: 7,5%
Schreibt man die Ergebnisse des ersten Halbjahres 2022 mit dem langjährigen saisonalen Verlaufsmuster fort, errechnet sich eine 2022er-Inflationsrate von 6,7%. Da die immer noch rasant steigenden Erzeugerpreise jedoch weiterhin ausgeprägte Zweitrundeneffekte erwarten lassen, rechnen wir für das Gesamtjahr 2022 mit einer Inflationsrate von 7,5%.
Auch im nächsten Jahr ist noch keine Rückkehr in den Bereich des Zielwertes von 2% zu erwarten. Wir rechnen für 2023 mit einer jahresdurchschnittlichen Inflationsrate zwischen 3% und 4% in Deutschland. Erst 2024 könnte die Rückkehr zum Zielwert gelingen.

Fazit: Bei der deutschen Inflationsrate gab es im Juni eine leichte Entspannung. Gleichwohl dürfte sie bis zum Jahresende allenfalls leicht zurückkommen und auch 2023 weit über dem Zielwert der Notenbank liegen.