ifo Geschäftsklimaindex im Juni etwas gesunken

veröffentlicht am 24. Juni 2022

ifo Geschäftsklimaindex im Juni etwas gesunken

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Das Geschäftsklima trübte sich in Deutschland im Juni wieder ein. Der vom Münchener ifo Institut ermittelte Geschäftsklimaindex gab um 0,7 auf 92,3 Zähler nach und verfehlte damit die Erwartungen.

„Trotz erhöhter Unsicherheit zeichnet sich im Moment noch keine Rezession ab“ kommentierte das ifo Institut die Ergebnisse.

Erwartungen spürbar geringer
Die Erwartungen der Unternehmen, die im März regelrecht abgestürzt waren und sich im April und Mai wieder aufgehellt hatten, wurden spürbar geringer. Der entsprechende Subindex ging um 1,1 auf 85,8 Punkte zurück.

Lage etwas schlechter
Die Einschätzung der aktuellen Lage, die sich im Mai deutlich verbesserte, trübte sich im Juni wieder ein wenig ein. Der Subindex gab um 0,3 auf 99,3 Punkte nach.

Konjunktur-Ampel blieb auf Gelb
Die ifo Konjunktur-Ampel sprang bereits im Mai auf Gelb und blieb dort im Juni. Die monatliche Wahrscheinlichkeit einer expansiven Wirtschaftsentwicklung liegt allerdings nur noch bei rund 33 Prozent.

Konjunktur-Uhr signalisiert weiterhin „Abkühlung“
Die Konjunktur-Uhr, die aus den aktuellen Einschätzungen der Lage und der Erwartungen gebildet wird, verharrte im Juni im Quadranten „Abkühlung“.

Fazit: Die ifo-Daten spiegeln zwar noch keine Rezession wider, helfen jedoch auch nicht gegen die wachsenden Rezessionsängste.

Hintergrund:

ifo als Frühindikator
Der ifo Geschäftsklimaindex gilt als der wichtigste Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Er wird seit den fünfziger Jahren erhoben und setzt sich aus den beiden Komponenten „Lage“ und „Erwartung“ zusammen. Gefragt werden monatlich rund 9000 Unternehmen. Diese beurteilen die aktuelle Lage sowie die Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Als Antwortmöglichkeiten stehen zur Wahl:
• gut / befriedigend / schlecht (bei der Lageeinschätzung) bzw.
• günstiger / gleich bleibend / ungünstiger (bei den Erwartungen).
Aus den Antworten wird der Geschäftsklimaindex berechnet.

Seit 2018 Spiegelbild der Gesamtwirtschaft
Bis Anfang 2018 bildete „der ifo“ lediglich den gewerblichen Sektor (Industrie, Bau, Groß- und Einzelhandel) ab. Seit Frühjahr 2018 umfasst er auch den Dienstleistungssektor und wurde damit zum Spiegelbild der Gesamtwirtschaft. Der „ifo Geschäftsklimaindex für die Gewerbliche Wirtschaft“ wurde durch das „ifo Geschäftsklima Deutschland“ ersetzt. Darüber hinaus erfolgte die Umstellung des Basisjahres von 2005 auf 2015.

Mit der Einbeziehung der Dienstleistungen repräsentiert der „neue ifo“ einen deutlich größeren Bereich der deutschen Wirtschaft, denn der Dienstleistungssektor alleine generiert rund zwei Drittel der Bruttowertschöpfung in Deutschland. Der „neue ifo“ hat folgende Gewichtungen: Dienstleistungssektor 50,5%, Verarbeitendes Gewerbe 30,2%, Bauhauptgewerbe 6,0%, Großhandel 7,1% und Einzelhandel 6,2%.