Euro-Zone: Inflationsrate im Mai bei 8,1%

veröffentlicht am 31. Mai 2022

Euro-Zone: Inflationsrate im Mai bei 8,1%

.

Genau wie in Deutschland markierte die Inflationsrate auch in der Euro-Zone im Mai einen neuen Hochpunkt im aktuellen Zyklus. Die den gesamten Warenkorb umfassende Headline-Inflationsrate sprang von 7,4% auf 8,1%. Erwartet war ein Wert von 7,7%.

Nach vorläufigen Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat lag der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) der Euro-Zone im Mai um 0,8% über dem April-HVPI. Saisonüblich wäre ein Anstieg um 0,1% gewesen.

Energie fast 40% teurer
Den größten Anteil im Euro-Warenkorb nehmen mit fast 42% die Dienstleistungen ein. Sie kosteten 3,5% mehr als im Vorjahr und 0,4% mehr als im April. Für „Lebensmittel, Alkohol und Tabak“ (Anteil knapp 22%) mussten 7,5% mehr als im Vorjahr und 1,6% mehr als im April gezahlt werden. Industriegüter ohne Energie (Anteil knapp 27%) waren 4,2% teurer als im Vorjahr und 0,6% teurer als im Vormonat. Die Preise für die mit 9,5% im Euro-Warenkorb gewichtete Energie schnellten im Vorjahresvergleich um 39,2% nach oben und lagen 2,0% über dem Niveau vom April.

Inflationsrate ohne Energie: 4,6%
Die Teuerungsrate ohne Energiepreise stieg im Mai von 4,1% auf 4,6%. Knapp die Hälfte der aktuellen Inflation ist also weiterhin auf den rasanten Anstieg der Energiepreise zurückzuführen.

Kernrate bei 4,4%
Die um die besonders schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise bereinigte Kernrate der Inflation zog im Mai von 3,9% auf 4,4% an. Dieser Wert wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) besonders beachtet.

Inflationsprognose 2022: 7%
Schreibt man die bis Mai vorliegenden Werte des HVPI mit dem durchschnittlichen Verlaufsmuster der vergangenen zehn Jahre („Saisonmuster“) fort, so ergibt sich für 2022 eine Inflationsrate von 6,8%. Aufgrund ausgeprägter Zweirundeneffekte dürfte dieser Wert jedoch übertroffen werden. Für das Gesamtjahr 2022 heben wir daher die Prognose der Euro-Inflationsrate von 6,5% auf 7% an.

Fazit: Die Euro-Inflationsrate ist erneut deutlich gestiegen und wird voraussichtlich auch nur langsam wieder zurückkommen. Die EZB dürfte daher im Juli die Leitzinswende beschließen und die Phase negativer Leitzinsen im September beenden.